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Ootha verlieb ibm den Titel eines geh.
Legationsrathes, mehrere Akademien u. a.
auch die Akademie von St. Luca in Rom
ernannten ihn zu ihrem Mitgliede. Da
er viele Jahre abgeschieden von aller
Welt gelebt, so erfolgte der Tod des einst
gefeierten und vielgenannten Künstlers
gan; geräuschlos, so daß einer seiner
Biographen bemerkt: „Mit G. war es
ungefähr gegangen, wie mit dem Abb6
Sieyös. Als dieser mächtig wirkende
Revolutions«Theoretiker 1856 in Paris
feierlich begraben wurde, hatte das Pu-
blicum schon vergessen, daß er jemals am
Leben gewesen." Von Schülern, welche G.
gebildet, sind vor Allen zwei zu nennen,
der vor ihm verstorbene Prof. Heinrich
Näke und der berühmte Mori; Netzsch,
welche beide, wenn sie sich auch später
von der Methode des Meisters lossagten,
doch in ihren Werken durch den Farben-
ton und jene Eleganz. die in G.'s Ar-
beiten ein
charakteristisches
Merkmal bil-
det, an den Meister erinnern. Die strenge
Krmk vermißt in G.'s Bildern einen
Mangel an Ernst und Gründlichkeit, die
zuletzt nur durch Studium classischer Vor-
bilder erreicht zu werden Pflegen, aber
Eleganz und Grazie, ja ein höchst ein-
nebmenderFarbenzauber war ihnen eigen.
I n seinen Porträten gibt sich eine beson-
ders glückliche Benützung von Licht und
Schatten und die Geschicklichkeit kund, die
vortheilhafteste Position der zu porrrä-
tirenden Person aufzufinden. Das Blen-
dende feines gemalten Fleisches und der
reiche frische Farbenschmuck seiner Bilder
ließ in Ausstellungen oft tüchtigere Ar-
beiten anderer Künstler, die neben den
Seinigen aufgestellt waren, übersehen.
Der Maugel an Correctheit der Zeich-
nung, den Kenner in seinen Bildern
leicht entdecken, ist durch sorgfältig ge-
wählte Stellungen und ledensfrische Farbe
paralysirt. Da ihm vor Allem Frauenbild-
niffe sehr gm gelangen, stand er in beson- derer Gunst bei dem schönen Geschlecht,
das vor Allem von ihm gemalt sein wollte.
(Stuttgarter) Morgenblatt 1833, S. 235 u. 239.
Correfpondenz aus Dresden im Februar snach
diesem gest. 7. Jänner 1838). — Nagler
(G. K. Dr.), Neues allgem. Künstler-Lexikon
(München 1837 u. f., gr. 8°.) V. Bd. S. 339
snach diesem geb. um 1763, nach dem öfterr.
Gefchichts- und Erinnerungs - Kalender geb
im I . 1756). — OiamPi fssbast.), Aotkis
8. 90 juach diesem wäre G. in Turin geb.).
d. i. Lexiton der polnischen Maler und auch
der fremden, die sich in Polen niedergelassen
«Warschau 1850, Orgelbrand, gr. 8".) I. Bd.
S. 183. — II I . Bd. S. 217. — O2ieuQik
ki-ajuw? N2r522,nglci, d. i. Warschauer Ta-
gesl'latt 1843, Nr. 125 M'titel von M. S o-
bies zczanskl, der G. in Kiew sterben läßt).
— Mül le r (Fr. Prof.), Die Künstler aller
Zeiten u. Völker (Stuttgart 1857, Ebner und
Seubert, Lex. 8".) I I . Bd. S. 238 n^ach diesem
gest. in Rom). — Wigands Conversations-
Lexiton (Leipzig 1847, Lex.8°.) V. Bd. S. 921.
— Der Freimüthige (Berliner Journal, 4°.)
1304, S. 231: „Correspondenz aus Dresden
10. Sept. 1304" Mer das von Grasf i in
Lebensgröße gemalte Bildniß des Herzogs
August von Sachsen-Gotha). — Potträte.
1) Nisäsrmann p. Hotrscliiok se. 8". —
2) 8« ipsuno. äsi. 0. klsiu^ei' 80. Halbfigur»
kl. Fol. fton diesem Blatre bestehen auch
Abdrücke vor der Schrift). — 3) ss iosuin p.
üottscbiok so. 4". Mit der Brille in der Hand.
— Außer dem Oberwähnten gibt es noch zwei
Joseph Grassi, deren Einer ein Mailänder
von Geburt und Erfinder eines Bewegungs-
Apparates ift, der im 1.1855 in London im
Bureauder Gesellschaft Grassi,Veliniu. Comp.
(8outdHlupt0Q>8tl'eSt, 8ir2nä) vorgezeigt,
und wegen seiner Einfachheit allgemein be-
wundert ward. Mit dieser Erfindung wollte
man eine förmliche Revolution im Eisenbahn-
wesen der Gegenwart erzielen, denn diese
Maschine sollte alle Hindernisse einer Bahn-
strecke, Anhöhen, und wären es die steilsten,
überwinden, und alle Tunnel und Umwege
einer Strecke beseitigen; in wie fern sich diese
Erfindung bewährt hat, ist bisher nicht bekannt.
lVergl.: 1.2 rama äOl1856 (Uilkuo, KI. 5o1.)
Xr. 93: nlfuov», ui^oodiQH looomotiice äsl
vre. Oinsepps Qrasgi"). — Der zweite Jo-
seph Grassi, auch ein Italiener von Geburt,
war ein ausgezeichneter Violinist, der im Jahre
1845 u. d. f. in Frankreich und Italien mit
großem Erfolge auf seinem Instrumente sich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon