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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
Page - 343 -
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Page - 343 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5

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343 I). 477 zu dem Namen des Dichters einfach beisetzt: osloore pokts ära.inatig alismanä äu. XIX. siöolo, so haben sie als Werke des Auslandes und über ausländische Literatur mit wenig Worten dem deutschen Dichter ein Necht widerfahren lassen, das Gervinus, Hi l lebrand, Mundt u. demselben widerrechtlich vorenthalten haben). — Meyer (I.), Das große Conversations- Lexikon (Hildburghausen 1853, Bibl. Inst., Lex. 8°.) XIII. Bd. S. 1028. Eine dürftige Lebensskizze mit dem falschen Geburtsdatum 15. Jänner 1790. — Kittender?, Ts-P^nl slovuioek, d. i. Taschen-Wörterbuch (Prag 1850, 12".) I. Bd. S. 520. — Illuftrirtes Familienbuch des österr. Lloyd (Trieft, 4°.) I I I . Bd. 1. Heft: „Ein Besuch bei Ludwig Tieck" Enthält Mehreres über G.). — Ueber Grillparzers Namen. Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8".) 1846, S. 671 und wieder gedruckt im „Wienet Courier" 1856 Nr. 263: „Der Name Grillparzer" lHoltei's Studie, die Entstehung des Namens des Dich- ters, der das Einzige an ihm war, was Hol t ei nicht gefällt, zu erklären^. — Die- selben S. 695 zweiter durch Holtei 's ersten angeregter Versuch, den Namen G.'s zu er- klären. Ging Hol t ei philologisch zu Werke, so schlägt Ar chieophilis, wie sich der For- scher nennt, den historischen Weg ein). — Wiener Courier (Bäuerle's Theaterzeitung) 1857, Nr. 187: „Der Name Grillparzer" von C. A. K. — Zeitung für die elegante Welt, herausg. von H.Laube 1843, S 1108: „Grillparzer hat viel Unglück!" Miro erzählt, wie G. auf seiner Ncise nach Griechenland sich im österr. Gesandtfchaftshotel verbergen und italienisch sprechen mußte, weil er ein Deutscher ist und die Griechen in bester Furie waren gegen die Deutschen. Der Dichter der „Sappho" muß dies im Vaterland der Sappho erleben: Wie gut war es, daß G. die Reise nach Griechenland erst antrat, nachdem er schon „das goldene Vließ" und die „Sappho" gedichtet.) — Frankl (L. A. Dr.), Sonn- tagsblätter (Wien, gr. 8°.) 1843, S. 103: „Raimund und Grillparzer." — Dieselben S. 866: „Reise in den Orient" — und S 1099: „Rückkehr aus Griechenland." — Dieselben S. 939: „Gräsin Hahn-Hahn und Grillparzer." — Dieselben 1844 (III. Jahrg.) S. 65, 560: „Grillparzers Libussa." — G.'s Persönlichkeit. Ein treffendes Bild derselben entwirft Laube: „Porträts helfen dazu nicht viel, schreibt L., dieser Kopf ist schwer zu treffen und die ganze Haltung gehört dazu und der Wechsel gehört dazu, welcher dies Antlitz und diese Gestalt mit den wech- selnden Gedanken Plötzlich färbt und bewegt. Die Formen selber nichts Besonderes an die- sem Manne von mittlerer Größe, der unschein- bar dahin streift unter der Menge. Nur die Neigung des Hauptes nach vorwärts und ein wenig nach der Seite, wie man's Alexander dem Großen nachsagt, hat etwas Eigenes. Das immerwährende stille Sinnen und Trach- ten scheint dieses Haupt mit feinem jetzt er- grauenden Haare nach vorwärts zu neigen. Das Auge sieht matt vor sich hin, die Züge des leicht gerötheten Antlitzes ruhen still, fast schlaff, und der vor sich hinschauende Dichter wird der vorübergehenden Bekannten des Dichters dann erst inne, wenn er vorüber ist. Da fliegt denn eine liebreiche Theilnahme über des Dichters Auge und Antlitz und die grü- ßende Stimme klingt weich und angenehm. Redet ihr ihn an, so habt ihr den Eindruck, als hättet ihr ihn gestört und als wäre es ihm lieber, wenn er unaufgehalten weiter schreiten könnte. Aber eine wohlwollende Ge- müthlichkeit gibt ihm ein Paar freundliche Worte ein, welche fast zerstreut und einzeln an die Luft kommen. Eine Frage indeß, welche über den Allragssteg hinausspringt, fesselt ihn sogleich und angenehm lächelnd und das blaue Auge nun frei und völlig aufschlagend steht er Rede. Jetzt sieht der lauschende Dichter mit seinen anmuthigen weiblichen Eigenschaften vor euch : dies wunderschöne große Auge ruht klar und lieb auf Euch und dic weiche Tenor- stimme verräth ein weiches, antheilvolles Herz. Er versteht so leicht und so fein, wie ein geschmeidiger Frauenverstand, er antwortet, wenn er bei leidlicher Gesundheit ist, so plötz- lich und schalkhaft wie ein Mädchen, cr drückt so unwillkührlich seine Besorgniß aus wie ein weiblicher Mund. Geht ihr mit ihm und vertieft sich Euer Gespräch, so öffnet sich lang- sam und immer sicherer und sicherer die reiche Welt von Gedanken, welche von'der naiven Frage fort und fort schreitet zur feinen tiefen Bemerkung, zur weiten und prächtigen An- schauung, welche in Eifer geräth, in Wärme und Stärke, ja in Zorn. Jetzt ist dies sanfte blane Auge fest und nachdrucksvoll, das ge- beugte Haupt hat sich erhoben, der Fuß steht still, die Handbcwegung und Stimme wird scharf und bestimmt, Ihr hört einen Mann, der nach allen Richtungen genau unterrichtet ist und genau weiß, was er will, was man wollen soll." — Oeftcrr. Parnaß, bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar .. (Frev-sing IHoffmann <k Campe in Hamburg) bei Athanasius <k Comp., 8«.) S. 20. lAls Curiosum setzen wir die Silhouette, welche dieser Pamphletift von Gri l lparzer ent-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Volume 5
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Füger-Gsellhofer
Volume
5
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1859
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
426
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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