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Erfolg war so glänzend, daß sie sogleich
als Vriiag. äonng. für den nächsten Car-
neval engagirt wnrde. Nun sang sie in
den Opern: „Vardisrs äissviAlig."; —
^ 0 8^050 äi ki-ovinoia";,— ^Ilio
v^aläo 6 OolliLka". Der Unternehmer
des Theaters 1» I^lFola. in Florenz
wußte diese Perle des Gesangs für sich
zu gewinnen, und sie erntete nun in Flo-
renz in den genannten Opern und in
6 Aomso" von Vaccai;
von Maestro Celli, neue
Triumphe. Aber Julia war noch zu
jung, um mit ihren Kräften das zu lei-
sten, was Gewinnsucht von ihr verlangte.
Sie war bereits so über alle Gebühr be-
schäftigt worden, daß sie sich bei ihrem
Oheim einige Zeit erholen mußte. Jedoch
schon im Carneval 1830 sang sie wie-
der im Theater ^si-Aola. zu Florenz im
„Tankred", in der „Vestalin" von Pac-
cini und im ^Hickräo 6 Aoraicie" an
der Seite des berühmten Tenoristen D a«
v id. Als im nämlichen Jahre zu Pisa
das berühmte Volksfest iMininara, wel-
ches nur alle fünf Jahre gefeiert wird,
Statt fand, an welchem des Tages zwei-
mal Theater ist, wurde auch Jul ia zur
Verherrlichung der Feste eingeladen, und
damals sang sie an einem Tage Vormit-
tags die Deödemoua, Abends die S e«
miramis. Ihr Ruf war nun befestigt
und das Theater g. 1a Ickia. in Mailand
öffnete ihr die Pforten. Paccini schrieb
für sie den ^oi-ski-o". In der sekig.
machte Julia mit der berühmten Pasta
Bekanntschaft, welche der Wohlthaten, die
sie von der Grassini erfahren, einge-
denk, sich liebevoll der Nichte näherte und
ihr bei den ferneren Erfolgen mit Rath
und That an die Hand ging. 1832 kam
sie uach Paris und fang in der italieni«
schen Oper. Ihr erstes Auftreten war
von einem beispiellosen Erfolge begleitet
und seit dieser Zeit verlebte
sie abwech-
selnd 6 Monate in Paris, 6 Monate in London, mit ihrer Stimme Einnahmen
der höchsten Summen erzielend. Dabei
entwickelte sie eine Kraft, welche man
ihrer feinen äußeren Erscheinung kaum
zugetraut hätte. So sang sie in London
an einem Tage in 7 Concerten, bei dem
großen Musikfeste zu Jork 14 Piecen,
darunter 4 in lateinischer, 4 in englischer
Sprache. Mit der Malibran, welche sie
1833 kennen gelernt, trat sie in einer
Oper nie auf, wohl aber sang
sie mit ihr
in Privatconcerten, u. a. bei der Herzo-
gin von Kent das Duett aus der „Se-
miramis". Im Jahre 1847 sang sie
mit der Alboni zusammen und über-
reichte mit der einer großen Künstlerin
würdigen Bescheidenheit, ihrer Neben-
buhlerin die Kränze, die ihr zugeworfen
wurden. Seit der Februar-Revolution
verließ sie das französische Theater nnd
sang in London, in St. Petersburg, und
hielt in ersterer Stadt die italienische
Oper aufrecht. Im I . 1854 unternahm
sie mit Mario zugleich eine Kunstreise
in die Vereinigten Staaten. Nach ihrer
Rückkehr ans der neuen Welt sang sie
wieder im 1k63.tr6 Italic zu Paris
(1856 und 1857); doch war ihre Stimme
bereits verloren. Zur Zeit ihrer höchsten
Blüte schrieb eiu franzosischer Kritiker:
„Die Grisi mit ihrem majestätischen
und stolzen Haupt, mit ihrer königlichen
Stirn, mit ihrer wunderbaren Büste,
geschnitten aus dem schönsten Marmor
von Paros, hat in den großen Rollen der
lyrischen Tragödie Niemand zu fürchten."
Ihrer äußeren Erscheinung nach war sie
ein herrliches, einfaches, italienisch-kräf-
tiges, naturvolles und naives Wesen.
Ihre Haltung war wunderbar natürlich,
das schöne schwarze Haar schmiegte sich
einfach und glatt an den charaktervollen
Kopf. Sie trug gewöhnlich ein schwarzes
Kleid, das knapp an die Schultern an-
schloß und den prächtigen Wuchs völlig
hervortreten ließ. Kein Schmuck irgend
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon