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thümlich: anch als Charakterdarsteller i
er an seinem Platze. Gewisse Nolle
spielt nur er in unnachahmlicher Weisl
So zum Beispiel sind seine Masken
Sebastian in „Stadt und Land
Maurer Ho chinger in „Stadt un'
Land"; Lois in „Verrechnet"; Hußa
im „Zigeuner" ;Krautkopfim „Zer<
rissenen"; Großvater Weißmann i
„Posse als Medicin"; Mathias in
„ö'letzti Fensterln"; böhmischer Bä
ckermeister in „Eisenbahnheiraten"
originell und von hochkomischer Wirkung.
G. besitzt, um
sich
eines technischen Aus-
drucks zu bedienen, eine solche vis
mies., daß ein unscheinbares Wort, ein
gewöhnlicher Satz dnrch seine Geste oder
durch eine glücklich augebrachte Wieder,
holung von schlagender Wirkung sind.
In andern Rollen wieder überrascht er
durch die Wahrheit der Charakter-Auf
fassnng.
Oesterr. illuftrirte Zeitung. 1854 (IV. Jahrg.)
Nr. 150 lmit seinem schlechtgetroffenen Por-
trät im Holzschnitts. — Porträt. Facsimile
der Unterschrift: I.<mi8
(lith.) 1856 (Wien, Druck von Höfelichs We.
kl. Fol.).
Groll, Adolvhus a. äewcto (3-601^ 10
^Bischof von Raab nnd gelehrter Pia-
rist, geb. zu Kremsi er in Mähren 1681,
gest. zu Naab in Ungarn 24. Nov. 1743).
Trat, 16 Jahre alt, in den Orden der
Piaristen und verlegte sich insbesondere
auf das Studium oer europäischen und
orientalischen Sprachen. Nach abgeleg-
ter Profeß lehrte er in mehreren Colle-
gien seines Ordens, bis er Rector im
Iosephstädter Collegium in Wien wurde.
Daselbst ließ er die schöne noch stehende
Piaristenkirche Maria Treu erbauen;
als Kanzelredner erwarb er sich aber
durch seine gehaltvollen Vortrage solch'
einen Nuf, daß ihn der damalige Bischof
vonWieu, Ferdinand von Nnmmel, zu
seinem Beichtvater wählte, welche Stelle
er auch bei Rummels Nachfolger, dem ersten Erzbischofe Wiens Sigmund Gra-
fen vonKollonitsch beibehielt. 1724
reiste er in Geschäften seines Ordens
nach Rom und ging ans der Wahl des
dort abgehaltenen General- Capitels als
General des gesammten Ordens der from-
men Schulen hervor. Kaiser Karl VI.
berief Grol l 1733 auf den erledigten
bischöfl. Stuhl zu Raab in Ungarn, nach-
dem er ihm früher schon das Bisthum
in Wiener-Neustadt zugedacht hatte. Als
Bischof von Raab, obgleich bereits 52
Jahre alt, fand er es doch angemessen,
die ungar. Sprache zu erlernen, um auf
das Volk in der ihm eigenen Sprache
wirken zu können. Zehn Jahre beklei-
dete er die bischofl. Würde, als ihn der
Tod im Alter von 62 Jahren seiner Ge-
meinde entriß. G. war ein ausgezeich-
neter Kirchenfürst, in der verhältuißmä-
ßig kurzen Zeit seiues Wirkeus als Bi-
schof verwendete er 90,000 fl. zur Un-
terstützung armer Pfarren nnd der Pia-
risten-Zöglinge im Raaber Seminar. G.
war auch theol. Schriftsteller, u. z. E;e-
get nnd Orientalist. Von ihm erschienen:
^ b. i. Der Lehrer nnd der
Zeuge (Wien 1703, 4°., und später zu
Frankfurt 1711); — die Psalmen Da-
ids mit einer Erklärung u-nd Phraseo-
logie des hebräischen Textes (1747), beide
Schriften in lateinischer Sprache.
Archiv für Geschichte, Statistik, Liter. u. Kunst.
XV. Jahrg. (Wien 1824-, 4°.) Nr. 152, 153.
— Schaller (Iaroslaus), Kurze Lebens-
beschreibungen jener verstorbenen gelehrten
Männer aus dem Orden der frommen Schu--
len, die
sich durch ihr Talent :c. ausgezeichnet
haben (Prag 1799, 8°.) S. 58. — Oestr.
National- Encyklopädie (von Gr äffer und
Czikann). lWien 183?) II. Bd. S. 426.
Gross auch Groß, Friedrich (Allg en-
rzt, geb. zu Großwardein in Ungarn
1797 , gest. ebenda 2. Iän. 1858). Der
Sohn wohlhabender israelitischer Eltern.
Sein Vater Moses G. besorgte mehrere
Jahre als Vorstand die Angelegenheiten
seiner Gemeinde. Friedrich anfänglich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon