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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
Page - 373 -
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Page - 373 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5

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373 Heiteren Dichtung entnahm G. einer orphi- schen Sage, welche Melchior l>esarotti aus einem noch unedirten Codex in's Italienische übersetzt und in seine Werke aufgenommen hatte. Orpheus wollte die noch rohen und wilden Menschen von dem Dasein eines Got- tes überzeugen, worüber diese in einen Auf- ruhr geriethen und Orpheus steinigen wollten wenn ihm nicht Jupiter mit seinen Blitzen zu Hilfe kam. Kaum war der erste Schreck vorüber, so begannen die Unverbesserlichen wieder zu toben; nun wollte Zeus neue Blitze schleudern, erst über Orpheus' Bitten warf er sein Geschoß weg, schlug aber, als er im Zorne auf die Himmelsdecke stampfte, ein Loch in dieselbe, so daß durch dieses Loch die Men- schen auf der Erde einen großen Theil des Himmels sehen konnten. Die Menschen staun- ten alle die Herrlichkeiten des Himmels an und schon hoffte Orpheus, jetzt sie auf bessere Wege zu bringen. Ader vergeblich. Nun be- rathschlagten die Götter, ob man nicht diese Erdenbrut vernichten solle. Aber Phöbus überredet die Götter noch zu einem Versuche, sie sollten selbst zur Erde steigen und durch gefällige Sitten das Volk für die Religion empfänglich machen. Die Götter kamen in Gestalt von Astrologen, Wahrsagern, Spiel- leuten, Seiltänzern u. d. m. unter die Men- schen; diese sind ganz entzückt und Jupiter wird gütig, heißt die Musen kommen, damit sie den Ursprung der Welt, die Sitten, die Kämpfe der Giganten mit den Göttern 2c. singen; Jupiter hoffte davon eine erfreuliche Wirkung bei den Menschen, aber er hatte sich getauscht, die Zuhörer waren eingeschlafen und Jupiter, erzürnt, ließ die ganze Phantas- magorie verschwinden. Was mit den bisheri- gen Mitteln nicht gelingen wollte, wurde aber durch eine fürchterliche Hungerpest erreicht, indem die Qualen der Entbehrung und der Anblick der täglichen zahllosen Leichen die Menschen erschütterte und zuletzt bewog, von Orpheus die Abhilfe des Jammers zu erflehen- Kaum hatten sie die Bitten beendet, so siel schon vom Himmel treffliches Brot und köst- licher Wein, welche Hunger und Durst der Menschen stillten, wodurch diese aber nunmehr gesänftigt wurden. Die Moral dieser Fabel ist, die Stärke erzeugt Furcht, der Reichthum Neid, die Weisheit Erstaunen, aber nur der Hochsinn allein bewirkt Verehrung. Diesen für eine heitere Behandlung nicht undankbaren Stoff hatte G. mit Meisterschaft im Dialecte ausgeführt; — „IiasFonäa. Novells." (1U2il2n<1 1820, zuletzt Nbsnäa 1844, 8°.). G. behandelt darin die Geschichte einer Un- glücklichen, welche in den heiligsten Gefühlen verletzt, durch die Harte des Vaters in's Kloster getrieben wird, wo sie zuerst den Tod ihres Geliebten, dann jenen ihrer Mutter erfährt; gegen die Qualen, welche sie von ihren Mit- schwestern erleiden muß, findet sie einigen Trost im Mitgefühl einer Freundin, Erlösung aber erst im sehnlichst erwarteten Tode. Dieses Gedicht in ottavs riine, im schönsten italie- nischen Styl fand großen und verdienten Beifall; — „I Lonibaräi 2.11a pri ina orooiata, 02,nti gui uäioi", 3 Läe. (Uaiianä 1826, 8°.), ein episches Gedicht, worin die Geschicke des Arvino da No auf seinem Zuge nach und während der Kämpfe in Jerusalem in hochpoetischer Form erzählt werden. Das Aufsehen, welches die Dichtung in Italien hervorgebracht, war ungeheuer. Schriften für und gegen erschienen und als eine literarischc Curiosität lassen wir die Ueber- sicht derselben folgen. Gegen das Gedicht: n8ui prinai cin<iuo okMi 6ei Louibkräi 2.H2, xi-ima. croeiata . . . rkßinnainento äi äon Libero Professors ä'ulnanitä,, tennto 2. msnte 6 imbb^^o ^ ^ ^ sinoero äi lui äigoe^olo" (Nailänä, 48 8. 8°.); — »von Libero, seconäo I2.8iou2.uieut0 sni Lain- Q2. Don Zinesro" (ed. 58 8. 8".); — «80- netto «15 lu»,y5tro ZopxiNttone xoeta roii^u- tioo .. . suIla. iVFßSiiäH äei Lomoaräi 2.U2, prima orociktk, iuäiritto 2. äon Libero, preine582.vi UQ2. lettsrs." (eb. 16 8. 8°.); — nLeoouäo »onetto äi ni2>e8tro Zoppiattoue poeta loruäQtioo eo.« (sb. 32 8. 8°.); — „Louetto tsr2o äi maestro 8oppi2.ttous se.« (sb. 32 8. 8«.); — „8u1i2. le^ouäa äsi Lombaräi 3.II2. prima. oroeiNta, oapitolo iQ« äiritto a äon Libero 62, äon ^iialote 002,- äigoexola äi «Ion Zincei-a" (eb. 14 8. 12°.); — für das Gedicht: „donFratuigHione äi ^rnbro^io 2l2,n i^3,^ 2,11! 2,1 suo 2,mioo I'om- IN280 <^ ro8ssi eui xriüii cinHus canti äoi Loinb2.iäi 2II2, prirQk aroei2t2,, Zernione« (ed. 12 3. 8°.); — «lütter», äei proksZsore V. Iroitioo, raenidro äi veuti 2,002.6^121« lerter^iio . . . intornn ai z>riuii <:in<iue oanti <!ei Loradll.räi 2.II2, priin2 croeiat«»." (ebä. 32 8. 8°.); — «8u I2. crite^a. äei soiur äon Liber, 868tiuu iuixrovvia.2, 62, äon 6siu8tin" (eb. 8 8.8"); — „I Louabaräi aiia priin» orc»ei2t2 clei si^nor i0iiirQ2,2c> (3ros3i i>6n- sieri äei lornbaräo N.V.^Mio De-2l23ri)" (ed. 16 8. 8°.); — «IttNmi iiQprovi82.g. «ni L01nd2.ro. 2. I2 priina cr0oiaä2H äei goinr <3ro38 . . . ." (ed. 16 3. 3«.); — »Oarteiio äi LÜä»,, od.e nn iNparxial« 861122. äon iu> via 2. äoa 8iueero . . . ." (ed. 16 8. 8".); — ^von Libero o äon siQeero oit».ti »1 tribu-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Volume 5
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Füger-Gsellhofer
Volume
5
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1859
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
426
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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