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der, an hundert, befinden sich in der mit
der Gemälde - Gallerie der Privatgesell-
schaft patriotischer Kunstfreunde verbun-
denen Hoser'schen Gemälde-Sammlung
in den Zimmern VII I und IX. Leider
gibt das 1856 erschienene Verzeichniß
dieser Gallerie nur die Nummern der
Bilder, aber nicht den Gegenstand an,
deu sie darstellen.
Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und
Künste. XVIII . Bd. S. 324. — lDe Lucal
Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien
1776, Ghelen, 8°.) I. Bdes. 2. St. S. 478.
— Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines
Künstler-Lexikon (München 1835, 8°.) V. Bd.
S. 407. — Dlabacz (Gottfried Johann),
' Allgemeines histvrisches Künstler-Lexikon für
Böhmen (Prag 1315, Haase, 4°.) I. Bd.
Sp. 509. — Fueßl i ' s Allgem. Künstler-
Lerikon S. 298. — Mensel (Ioh. Georg),
Lexikon der lebenden europäischen Künstler.
1853) XXII. 2<i. 6p. 249. — Außer
obigem Norbert Grund sind noch mehrere
Künstler dieses Namens und derselben Familie
zu nennen, u. z.: Johann Jakob Norb«rt
G. lgeb. zu Gunzenhaufen im Rezatlreise
1755, gest. in Prag um das I . 1812, nach
Andern 1815). Neffe des Obigen und Sohn
des Eustach G. (siehe d. Folgenden). Trat
in den Orden der Gesellschaft Jesu; nach
Aufhebung des Ordens widmete er sich aber
ganz der Miniaturmalerei, die er auch in
Ansbach ausübte; ferner ist er auch durch
seine Versuche in der Wachs Malerei bekannt.
1730 reiste er nach Rom, wo er 15 I . blieb.
1794 ging er nach Prag, ließ sich dort nieder
und da er auch Kenntnisse in der Musik befaß,
Mernahm er eine Professur am Prager Kon-
servatorium, die er aber nur ein Jahr beklei-
dete, da ihn der Tod ereilte. Er gab heraus:
„Malerische Reise eines deutschen Künstlers
nach Nom", 2 Thle. (Weißenburg 1789); —
„Malerei der Griechen oder Entstehung, Fort-
schritt, Vollendung und Verfall der Malerei",
2 Thle. (Dresden 1810 u. 11, 3°.). Mehreres
hat er iu Handschrift hinterlassen. lVergl.:
Lipowsky (F. I.), Bairisches Künstler-
Lexikon. I. Bd. S.98. — Mensel in seinem
Künstler-Lexikon vom 1.1808. I. Bd. S. 319
berichtet: Grund sei Professor an der Maler-
Akademie in Florenz gewesen.) — Zustach G.
(Virtuos, geb. in Prag um das Jahr 1710,
gest. wann?). Vater des Vorgenannten und
Bruder Norberts wie des folgenden Chri- stian, war ein ausgezeichneter Künstler auf
der Harfe. Mit seinem Bruder Christ ian
unternahm er Kunstreisen in's Ausland. I n
Baiern vermalte er sich mit einem Fräulein
von Fugger, die, als ihr Gemal, der übri-
gens ein großer Sonderling gewesen sein
mochte, seit Jahren nichts von sich hören ließ,
ihn durch die Zeitungen aufforderte, Kunde
von sich zu geben, um für den Fall seines
Todes zur zweiten Ehe schreiten zu können.
Nach Gerber soll er zu Tettnang am Bo-
densee in Diensten des Grafen Mont fo t
gestorben sein. Oipowsky am angez. Orte
I. Bd. S. 98. — Dlabacz am ang. Orte
I. Bd. Sp. 508. — Gerber (Ernst Ludw.),
Neues histor. - biogr. Lexikon der Tonkünstler
(Leipzig 1812, A. Kühnel, gr. 8°.) I I . Bd.
Sp. 422.1 —- Christian G. (Virtuos, geb.
zu Prag 22. Juni 1722, gest. 11. Nov. 1784).
Bruder des Borigen, bildete sich auf der Harfe
bis zur Vollendung aus, reiste nach Wien,
Dresden, Warschau, und trat dann mit sei-
nem Bruder Eustach in die Dienste des
Bischofs von Leitmeritz, eines Herzogs von
Sachsen-Zeitz. Später gingen Beide nach
München und traten zuletzt in Dienste des
Markgrafen von Ansbach. Christ ian ging
bann als Hofmusikus des Fürstbischofs Adam
Friedrich nach Würzburg, wo er bis an
seinen Tod blieb. sDr. von Siebold, Arti-
stische Blätter 1808, S. 31. — Dlabacz
am angez. Orte I. Bd. Sp. 508. — Gerb er
am angez. Orte I I . Bd. Sp. 421.) — Ob
der badifche Hofmaler Johann Grund (geb.
zu Wien 1808) auch dieser Familie angehört,
ist nicht bekannt. Er malt Historien-, Genre-
bilder u. Porträte, welche sich durch geschmack-
volle Auffassung, hohe Anmuth der Formen
und Zartheit der Ausführung auszeichnen.
Von seinen Arbeiten sind bekannt geworden:
„Der kleine Gärtner"; — „Knaben mit einem
Schafe spielend"; — „Das Kind und sein
Schutzengel" (1835); — „Ein Tag nach dem
Tode des Kaisers Franz"; — „Ungarischer
Kesselflicker" (1838); — „Vorbereitung zum
Bade" (1840); — „Die Betende" (1845); —
„Eine Bacchantin" (185O>; — „Die heilige
Cäcilie" (1852); — „Die Beute" (1854); —
„Medea, im Moment ihre Kinder zu morden"
(östr. Kunstv. 1858, Februar, 2500 fl., auf
der großen Pariser Kunstausstellung vom I .
1855); — „Die Naufer" (in der Ausstellung
der Akademie der bildenden Künste in Wien
1858, 1200 fl.). — In der Velvedere-Gallerie
in Wien befindet sich seine „Römische Bäue-
rin , mit ihrem Kinde spielend"; — in der
großherzogl. Kunsthalle zu Karlsruhe: „Ein
schlafender italienischer Räuber"; — der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon