Page - 403 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
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nun in Nuhe zurück und lebte den Kün-
sten und Wissenschaften, deren eifriger
Beschützer er war. Er besaß ein für seine
Zeit reiches physikalisches Cabinet und
eine schöne Büchersammlung. I n seinem
Testamente ordnete er an, daß auf seine
Kosten eine öffentliche Bibliothek errich-
tet werde, welche seit 1785 mit jener der
Universität vereinigt wurde. G. war der
letzte seines Stammes. Er starb im Alter
von 76 Jahren und liegt in der Fran-
ciskauerkirche in Wien begraben.
Reilly (Franz Ioh. Ios. v.), Skizzirte Bio-
graphien der berühmtesten Feldherrn Oester-
reichs von Maximilian I. bis anf Franz II.
(Wien 1813, ll. 4°.) S. 239 lheißt daselbst
irrig Martin Gschwind von Peckstain). —
Oestr. Militär-Konversat.-Lexikon. Herausg.
von Hirtenfeld n. vr. Meynert (Wien
1851) II. Bd. S. 803.
Gsellhofer, Karl (Maler , geb. in
Wien28. Oct. 1779, gest. ebenda 17.
Mai 155^). Zeigte früh große Anlage
zur bildenden Kunst; die Anfaugsgründe
der Zeichnenkunst erlernte er in der Aka-
demie der bildenden Künste; dann aber
unter der unmittelbaren Leitung Fügers
(s. d. Bd. S. 1), bildete er sich in allen
Theilen der Kunst, vornehmlich in der
Miniatur-Malerei, aus. Bald erweckten
seine Arbeiten allgemeine Aufmerksam,
keit und Erzh. Ludwig ernannte den
jungen Künstler zu seinem Kammermaler.
Im I . 1sN) wurde cr Professor an der
Akademie der bildenden Künste, u. z. lehrte er nach Maurers^Abgang das
Elementar;eichnen. Diesem Amte gab
er sich mit ganzer Seele, ja mit Aufopfe-
rung der eigenen künstlerischen Thätig-
keit hin, daher auch in öffentlichen Aus-
stellungen seine Arbeiten fast nie zu sehen
waren. Da er sonst gediegene Kenntnisse
besaß, zählte er zu den gebildetsten und
beliebtesten Lehrern der Anstalt. Von
seinen Arbeiten sind wcnige bekannt z. V.:
„Ner heil. Martin", Altarblatt in der Kirche
;u Aspern; — die lebensgroßen Bild-
nisse des „OrchriMS Zwülllph, Dardinal ;n
Olmiitz", des „Oralen Almasq" n. A. Viele
seiner Landschaften befinden sich in den
Sammlungen der Erzherzoge Kar l und
Ludwig. G. handhabte mit Geschick auch
die Nadirnadel, doch sind nur zwei Blät-
ter nach Cign an i von ihm bekannt. G.'s
Bilder sind im Ganzen edel, die Zeich-
nung ist richtig, die Ausführuug sehr
sorgfältig. Nie zufrieden mit sich selbst,
besserte er immer, selbst wenn Kenner
eine Compositiou tadellos fanden; in sei-
nen Landschaften verräth er Geschmack,
weniger glücklich erscheint er im Colorit.
Annalen der Literatur und Knnft in dem öfterr.
Kaiserthume Jahrg. 1309 (Wien, Doll, 4".)
Intelligenzolatt November Sp. 194. — Oestr.
National - Encyklopädie (von Gräffer und
Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 435.
— Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines
Künstler-Lexikon (München 1335, 8".) V. Bd.
S. 499. — Wiener Zeitung 1353, Nr. 114.
— Wiener Feiertagsblätter 1858, Nr. <).
Ende des simslen
26"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon