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Habsburg — Friedrich ' 289 Dabsburg — Friedrich
wurde am 25. November von dem
verfassungsmäßig dazu bestimmten Chur-
fürsten von Cöln, Erzbischof Heinrich
von Vimenburg, bei Bonn im freien
Felde, Ludwig am 26. November vom
Churfürsten von Mainz, Erzbischof Pete r,
zu Aachen, am verfassungsmäßigen Orte
gekrönt. Beide Wahlen wurden dem
Reiche, und als der Papst Clemens V.
gestorben war, dem zukünftigen Papste
berichtet. Eine Vereinbarung zwischen
Ludwig und Friedrich war vor der
Hand unmöglich geworden. 1313 kam es
zum förmlichen Kriege. Ludwig, hatte
über Friedrich und seinen Bruder
Leopold am 11. Mai 1343 die Reichs-
acht ausgesprochen, und Friedrich fiel
nun in Bayern ein. Deutschland wurde
nunmehr der Schauplatz eines blutigen
Kampfes, zu dem sich noch Hungersnoth
und Seuchen gesellten, so daß dieses Jahr
sich im Anagram: OuouUuin kennzeichnet,
welches inrömischenZahlen OVOVI.I.VKI
das Jahr 1313 gibt, und aus dem
Reimvers: Dt 1a>tQkt nnilurn töMML
tainis oooo cluouUuin hergeleitet wird.
Leopold hatte indessen die Schweizer
züchtigen wollen, die sich für Ludwig
erklärt hatten, mußte aber bei Morgarten
am 13. November eine schwere Niederlage
erleiden. Vereint richteten nun Friedrich
und Leopold ihren Angriff gegen
Ludwig; und zwar wurde (Mingen
belagert, welches sich mit mehreren
anderen schwäbischen Reichsstädten den
Oesterreichern ergab. Ein Waffenstill-
stand folgte, aber schon 1318 begann der
Kampf von Neuem und der Vortheil
neigte sich auf Friedrich's Seite.
Dieser jedoch, ungeduldig und des langen
Haders müde, wollte einen entscheidenden
Schlag führen, und ohne erst die Ankunft
Leopold's, der ihm noch mehr Streit-
kräfte zuführen sollte, abzuwarten, kam es zur entscheidenden Schlacht zwischen
Mühldorf und Ampfingen am 28. Sep«
tember 1322. Der kriegskundige Nürn«
berger Feldoberft Siegfried Schwepper»
mann war es, dessen kluge Aufstellung
des bayerischen Heeres alle Tapferkeit
der kampfenden Oesterreicher vergebens
machte. Der Umstand noch, daß Sonne
und Wind den Oesterreichern entgegen
waren, und Burggraf Friedrich von
Nürnberg aus einem Hinterhalte brach,
trug das Seinige bei; die Oesterreicher
waren geschlagen und Friedrich wurde
von dem Steiermärker Rindsmaul ,
der im Bayernheere focht, gefangen.
Ludwig schickte ihn nun auf die Festung
Trausnjtz an der Nordseite der Donau.
Dort verblieb Friedrich zwei ein halb
Jahre. Sein Bruder Leopold hatte
sogar die Reichskleinodien an Ludwig
gesendet, um seinen Bruder zu befreien,
aber vergebens. Erst als Leopold mit
seinen Schaaren in's Schwabenland eii>
brach und Ludwig dadurch in's Gedränge
kam, bot er die Hand zur Ausgleichung.
Er begab
sich nach Trausnitz zuFriedrich
und bot diesem die Freiheit an, wenn er
die Bedingungen eines Vertrages erfüllte,
dessenHaupipuncte waren: daßFriedrich
seine Brüder zur Herausgabe aller vom
Reiche an sich gerissenen Güter bewegen,
ferner daß er allen Thronrechten und
Ansprüchen gänzlich entsagen und er seine
Tochter Elisabeth Ludwig's Sohne
Stephan zur Ehe geben wolle u.dgl.m.
Im Gegenfalle sollte Friedrich zur Zeit
der Sonnenwende 1323 sich ihm als
Gefangenen wieder stellen. Friedrich
wurde nun frei und that Alles, um sein
Wort zu lösen, aber es war vergebens;
sein Bruder Leopold bedrängte nur
noch mehr mit Feuer und Schwert den
Kaiser Ludwig, war nicht zur Milde
und Nachgiebigkeit zu bringen, und ob«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon