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Habs bürg — Friedrich 262 Dadsburg — Friedrich
(Ios. Graf), Oeschichtl.' des österreichische Kai-
sorstaateö (Hambur.g isäO. Perthcs. 5°.) Bd, I,
S. 133.
" ^ *
102. Friedrich lll. der Freigebige
(geb. 1347, gest. 10. December 1362).
Sohn Albrecht's II. des Lahmen oder
des Weisen und Johanna's, Erbtochter
Ulrich's, letzten Grafen von Pfnrt.
Friedrich fand auf der Jagd durch
Unvorsichtigkeit Ernliebs von Pott en-
dorf den Tod. Seine Devise war um
eine Hand, die einen Dreschflegel hält:
I'owm viiwL laoit. Friedri ch liegt in
der Wiener St. Stephanskirche begraben.
Fugüer, Spiegel der Ehrm des Erzhauscs Oester«
reich... (Nürnberg 166^. kl.Fol.) S.338—340.
* . *
10 3- Friedrich IV. mit der leeren
Tasche, Erzherzog von Oesterreich (geb.
1382, gest. 23. Juni 1439). Sohn
Leopold's III. des Gerechten aus
dessen Ehe mit Viridis, Tochter
Barnabas', Herzogs von Mailand.
Friedrich's Brüder waren: Wilhelm
(gest. 1406); Leopold IV. der Stolze
(gest. 1411) und Ernst der Eiserne
ss. Nr. 78^. Gemalmen: 4) Seit 1406
Elisabeth ss. Nr. 65)'. 2) Anna.
Tochter Friedrich's, Herzogs von
Braunschweig, gest. 11. August 1432.
Amder. Aus erster Ehe: Elisabeth (geb.
und gest. 27. December 1409). Aus der
zweiten Ehe: Wolfgang (jung gest.
16. Februar 1426)' Margaretha
(jung gest. 3. Iuk 1424); Sigismund
(geb. 1427. gest. 1496), und Hedwig
(jung gest. 21. September 1427). Wahl»
spruch. Ueber einem auf einem Altare
lodernden Feuer die Devise: „HuieLoit in
sndliini", und wie Fuggersie übersetzt:
Sie steigt ohne Ruh'
Dem Himmel zu.
Hervorragende Lcliensmomente. Friedrich
regierte mit seinen Brüdern gemeinschaft- lich, doch so, daß der Aelteste den Vorrang
hatte und als Familienvater in der Burg
zu Wien residirte. Im Jahre 1404 leistete
Friedrich dem Abte Cuno von St.
Gallen Hilfe gegen dieAppenzeller; jedoch
die eine Abtheilung erlitt bei dem Angriffe
auf den Berg Stoß eine Niederlage
und die zweite von Friedrich geführte
belagerte St. Gallen, gab aber die
Belagerung auf, als Friedrich den
Unfall der ersten Abtheilung vernahm,
auf dem Rückzüge noch einen harten
Strauß gegen die Appenzeller bestehend.
Als diese späten in das Innthal und die
Etschlcmde eindrangen, gab ihnen aber
Fried rich 's Partei am 13.Jänner 1408
für ihren frevelhaften Uebermuth den
Lohn zurück, indem sie dieselben bei
Bregenz angriff und gänzlich aufs Haupt
schlug. Immer noch dauerten die Zwistig-
keiten fort zwischen Friedrich von
Tirol und den Appenzellern, aber Fried-
rich hatte.nicht Zeit, sich mit ihnen zu
beschäftigen, weil der übermüthige He in»
rich von Nattenberg, gemeiniglich
der Hauptmann von Chaltaren genannt,
seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.
Heinrich besaß in Tirol 24 gute
Schlöffer, die ihm über 20.000 Ducaten
an verschiedenen Einkünften abwarfen.
Diese Macht und dieser Reichthum ließen
ihn die Ehrfurcht vergessen, die er seinem
Fürsten schuldete. Heinrich hatte die
Herzoge von Bayern gegen Friedrich
aufgereizt, die nunmehr Ansprüche auf
Tirol erhoben. Der Kampf begann, wurde
jedoch ohne besonderen Erfolg geführt, bis
endlich durch Georg, Bischof vonPassau.
zwischen den Herzogen von Bayern und
Oesterreich auf zwei Jahre Friede gemacht
wurde. Indessen bemächtigte
sich
Fried-
rich auch seines Gegners Heinrich.von
Rattenberg, hielt ihn in Gewahrsam,
stellte ihn allen Jenen, die er als seine
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon