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Habsburg — Karl 344 Hübsburg — Karl
1538). dessen Mitglieder der Kaiser, sein
Bruder Ferdinand, die Herzoge von
Bayern. Churmainz, Salzburg, Herzog
Georg von Sachsen und Erich mit
Heinrich dem Jüngern von Braun»
schweig waren. Die Plünderungen der
algierischen Seeräuber, welche ihr altes
Unwesen trieben, insbesondere des Kaisers
aus Amerika nach Spanien segelnde, reich»
beladene Schiffe beraubten, veranlaßten
Kar ln zu einem zweiten Zuge gegen
Algier, wo er am 22. October 1541
landete; aber dießmal vereitelten die
Elemente sein Gelingen, heftige Stürme
und Regengüsse hinderten nicht nur einen
Angriff, sondern machten das Heer kämpf»
unfähig; am 1. December kam der Kaiser,
auf seiner Rückkehr begriffen, in Kartha-
gena an. Kaum zurückgekehrt, trat wieder
die italienische Frage in den Vordergrund.
Franz I. wollte nun einmal seine An«
sprüche auf Mailand nicht fallen lassen.
Die Ermordung zweier geheimen Agenten
Franzens, welche von Karl 's General
Guasto, dem Nachfolger Leyva's, in
Mailand aufgefangen und im Kampfe
erschlagen worden waren, gab die äußere
Veranlassung zum Kriege; denn da man
bei ihnen keine Papiere gefunden, welche
ihnen erst nachgesendet werden sollten, so
gab sie König Franz als Gesandte aus,
an denen von Seite des Kaisers das
Völkerrecht auf das schreiendste verletzt
worden wäre. Von fünf Seiten zugleich
griff nun Franz des Kaisers Staaten
an; aber nur in Piemont nahm sein
Heer einige feste Plätze weg und den
größten Theil von Luxemburg brachte es
in Frankreichs Besitz. I n dieser Lage fand
Kar l an Heinrich VIII. von England <
wieder einen Bundesgenossen (11. Februar!
1343). und so standen sich nun Kar l
mit England vereint und Frankreich mit
der Türkei, dessen Flotte Hayredin Barbarossa befehligte, gegenüber; der
Krieg wurde mit wechselndem Glücke in
Italien, in den Niederlanden und in
Frankreich geführt und schon war der
Kaiser (im September 1344) bis über
Chateau Thierry, zwei Tagereisen von
Paris, vorgedrungen, als der Friede von
Crespy (18. September 1344) zu Stande
kam. Dessen Bedingungen zu Folge ver-
banden sich Franz und Kar l zum
Zwecke einer Religionsvereinigung und
gegen die Türken, und der Herzog von
Orleans sollte sich entweder mit Karl's
Tochter Mar ia , oder mit seines Bruders
Ferdinand's Tochter Anna vermalen
und zum Brautschatze dieser die Nieder-
lande, jener aber Mailand gegeben
werden. Aber der Herzog von Orleans
starb vor der Vermälung (8. September
1343), somit blieb der wichtigste Punct
des Friedensschlusses unerfüllt und der
Friede war also wieder nicht mehr als
ein Waffenstillstand. Die deutschen Ange-
legenheiten riefen nun den Kaiser nach
Worms auf den Reichstag. Die Hoffnun-
gen der Protestanten, welche in den
Niederlanden verfolgt wurden, waren
tief gesunken, das Concil zu Trient wurde
(am 13. December 1343) eröffnet, aber
schon wenige Wochen nach seiner Eröff«
nung starb Luther in seinem Geburts-
orte Eisleben (18. Februar 1646), keinen
Nachfolger hinterlassend, der gleich ihm
vorwiegendes Ansehen und den Eifer auf
Erhaltung des Friedens besessen hätte.
Die Erbitterung zwischen den Religions«
Parteien, durch Sectenhaß und falschen
Ehrgeiz genährt, hatte zugenommen.
Der Kaiser schloß nun zu Regensburg mit
dem Papste ein Vertheidigungsbündniß
(13. Juli 1346) und erklärte den Chur-
fursten von Sachsen und Landgrafen von
Hessen in die Acht. Diese rückten nun
gegen den Kaiser vor, der mit einer ganz
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon