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Habsburg — Aarl 343 Habsburg — Karl
kleinen Macht von nur 10.000 Mann bei
Landshut stand, wahrend das Bundes
Heer, 30.000 Mann zu Fuß, 12.000 Reiter
und 130 Kanonen stark, ihm entgegen-
rückte. Aber bald stießen zum Kaiser
Verstärkungen: 13.000 Mann päpstlich
Truppen, 23.000 Mann aus den Nieder-
landen, 6000 Spanier aus Mailand und
12.000 Oesterreicher und Tiroler. Und
da die Verbündeten den rechten Zeitpun^
zum Angriffe versäumt hatten, waren sie
jetzt auher Stande, dem mächtigeren
kaiserlichen Heere die Stirne zu bieten.
Die Verbindung des Herzogs Mor iz
von Sachsen mit Kar l , die Ersterer zu
Regensburg (19. Juni 1340) schloß, gab
den Protestanten den Todesstoß. Jedoch
in der Verfolgung seiner Vortheile wurde
Kar l V. durch Fiesco's Verschwörung
in Genua aufgehalten. Dieser Staats-
streich Fiesco's war mit solcher Kühn«
heit ausgeführt, daß Kar l glaubte,
Fiesco werde von dem Herzoge von
Parma, dem Papste und dem Könige
von Frankreich unterstützt. I n der That
stand auch Fiesco in Unterhandlungen
mit den Protestanten, mit So l i man,
dem Papste, den Venetianern, den Köni-
gen von Dänemark und England; aber
Alles bekam eine andere Wendung,
als Karl 's beständiger Nebenbuhler,
Franz I., die Seele aller dieser Bünd-
nisse, zu Rambouillet am 31. März 1547
starb; zwei Monate früher war He in»
rich VII I . von England (28. Jänner)
gestorben. Jetzt konnte Kar l den Kampf
in Deutschland energisch führen. I n der
That dauerte er auch nicht lange. Die
SchlachtbeiMühlberg(24.April1347)
wurde geschlagen und in weniger denn
drei Stunden der Sieg gewonnen und
der Churfürst gefangen. Der Kaiser ver«
urtheilte den Churfürsten zum Tode, ver-
wandelte aber auf Zureden mehrerer Reichsfürsten das Urtheil in die söge«
nannte Wittenberger Capitulation, der zu
Folge der Churfürst des Kaisers Gefan-
gener blieb, seine Länder an den
Herzog Moriz abtrat und dafür ein
Zehrgeld erhielt. Auf diese Art ist die
Chur Sachsen von der ältern ernestinischen
an die jüngere albertinische Linie gekom^
men. Wie der Churfürst, kam auch der
Landgraf Phi l ipp von Hessen in des
Kaisers Gefangenschaft. Nun gebot noch
der Kaiser auf dem Reichstage zu Augs«
bürg bis zur Entscheidung des allgemeinen
Kirchenrathes, das Interim (13. Mai
1348), welchem aber Mor iz von Sach«
sen, der mit einem Male vom Kaiser
abfiel, jenes von Leipzig entgegensetzte.
Als der Kaiser dieser Forderung nicht
nachgab, fiel Mor iz, der schon früher
(am 3. October 1331) zu Friedwald mit
Heinrich I I . von Frankreich, mit dem
Sohne des gefangenen Landgrafen von
Hessen und den Herzogen von Mecklenburg
ein Offensivbündniß geschlossen, überdieß
den Kaiser geschickt getäuscht und Trup-
pen in aller Stille gesammelt hatte, in
Tirol ein, erstürmte den Grenzpaß Ehren»
berg (19. Mai 1342) und traf am folgen-
den Tage in Innsbruck ein. Kar l , wel^
cher in Innsbruck das Concil überwachte
und an heftigen Gichtschmerzen litt, rettete
ich noch zu rechter Zeit mit seinem Bruder
Ferdinand in einer Sänfte über Villach
nach Kärnthen. Erst der Passauer Reli«
gionsfrieden (31. Juli 1332) machte
»lesen Streitigkeiten ein Ende und hatte
les Churfürsten Johann Friedrich
>md des Landgrafen Phi l ipp von
Hessen Freilassung zur Folge. Im folgen«
en Jahre raffte der Tod auch Mor iz ,
iesen gefährlichen Gegner des Kaisers,
cchin. Er war, erst 33 Jahre alt, an den
Folgen einer im Treffen bei Sieverts«
hausen, wo er einen Sieg über Albrecht
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon