Page - 383 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6
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Habsburg — Karl. 383 Hadsburg — Karl
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Napoleon über Erzherzog Karl. Die
Herzogin uon Abrantes berichtet: „Eineö
Tages saß Napoleon, mit einem Journale
in der Hand, neben ihr. Plötzlich fuhr er auf,
schlug mit der umgekehrten Hand auf das
Papier und rief: „Hier ist ein Mann, der nie
ein Wort des Tadels auf sich ziehen wird, der
Erzherzog Karl. Dieser Mann hat einen
Geist aus der Heldenzeit und ein Herz aus
dem goldenen Zeitalter. Er ist ein tugendhaf-
ter Mensch; dieses Wort umfaßt Alles, wenn
es von einem Fürsten gesagt wird." — Ein
andermal, als im Jahre 179? Erzherzog Karl
das Commando über die 40.000 durch Nieder-
lagen entmuthigten Truppen in Italien über-
nommen hatte und Napoleon mit einem
überlegenen siegreichen Heere ihm gegenüber
stand, rief Letzterer: „Bisher habe ich Heere
ohne Feldh erren besiegt, nun eile ich, einen
Feldherrn ohne Heer zu bekämpfen."— In
seinen Werken schreibt Napoleon überKarl:
„Dieser Prinz erfreute sich eines verdienten
Nuhmes, der von Jahr zu Jahr gewachsen ist
und dem ich gerne Huldigung zolle. Er besaß
die hervorragenden Eigenschaften, die den
großen Feldherrn machen, und würde ohne
Zweifel der erste Feldherr seiner Epoche ge-
wesen sein, wenn ihm das Glück nicht Hinder«
nisse in den Weg gelegt hätte, die er mit all'
seinen Talenten nicht überwinden konnte." —
Schnei da wind beurtheilt den Erzherzog
folgendermaßen: „Gerechter standhafter Sinn,
menschenfreundliche Sorgfalt, unerschrockener
Muth, der stets das Beispiel persönlicher Auf.
opferung und Verläugnung zu geben bereit
war, hatten ihm längst die Verehrung und
Liebe'der ganzen Armee erworben. Dazu war
seine persönliche Erscheinung ganz geeignet,
Zutrauen zu erwecken. Von mittlerer Größe,
trug sein Antlitz mit der hohen Stirne, der
länglich gebogenen Nase, den geistvollen Augen,
aus denen von Zeit zu Zeit der Blick des Feld-
herrn leuchtete, ganz den Ausdruck Habsbur-
gischen freundlichen Ernstes, gepaart mit jener
Hoheit, die zugleich Ehrfurcht gebietend und
Vertrauen hervorrufend, Eigenthum jenes
erlauchten Geschlechtes ist. Diese unverkenn-
bare Familienähnlichkeit verrieth sich am
meisten in der stark vorstehenden Unterlippe
und der anmuthigsten Freundlichkeit, aus der
bald die Macht der Beredsamkeit und der Ueberredung hervortrat, bald der Ernst und
die Gewohnheit des Befehlens sprach. Seine
schmächtige Gestalt erschien kräftig und ge-
wandt, aber stark genug, um aus ihr die
feinnervige Beschaffenheit zu erkennen, die
man ihm allgemein beimaß. Der Krieg mit
allen seinen Anstrengungen und Entbehrun-
gen vermochte nie, jene Anmuth aus diesen
Gliedern zu vertreiben, die auch Napoleon
bei seinem ersten Auftreten gehabt haben soll.
Was aber den Erzherzog besonders auszeich-
nete, war die Einfachheit und Natürlichkeit
seines Wesens, die völlige Abwesenheit alles
Gemachten und Unedlen; aus der Lässigkeit
mancher seiner Bewegungen würde man zu«
weilen fastauf einen Mangel von Kraft geschlos-
sen haben, hätte nicht das Feuer seines Helden-
Auges jeden solchen Gedanken verbannen,
und gerade das Lebhafte und Geistvolle seiner
Unterhaltung, die von einem milden Organe
unterstützt wurde, trotz einer gewissen leichten
Heiserkeit, den Eindruck von Bestimmtheit
und geistiger Energie bleibend hervorrufen
müssen."
VI. Monumente. Schon im Jahre 1801 ließ der
König von Schweden, damals noch ein Fürst
des deutschen Reiches, durch seinen Gesandten
am Reichstage die Errichtung eines Denk-
males für den Erzherzog Kar l vorschlagen,
„weil er zweimal Süddeutschland den drohen«
den- Gefahren entrissen." Die Versammlung
ging unbedingt auf den Vorschlag ein, aber
der Erzherzog lehnte diese Auszeichnung ab.
Eine Stimme, die sich bei Gelegenheit dieses
Antrages erhob, motivirte im Detail diesen
königlichen Vorschlag. Der Aufsah ist neuer»
lich wiedcrgedruckt im „Wiener Courier" 1836,
Nr. 208—2li. — Frankfurter Konver-
sationsb latt 1648, S. 1083 u. 1084: „Denk-
mal für Erzherzog Karl von Oesterreich".
^Anläßlich einer Heldenthat dcs kais. Helden,
deren Schauplatz (1?!)6) die Stadt Wetzlar
war, organisirte sich im October 1848 ein
Comitö zur Errichtung cineö Denkmales dem
Erzherzoge zu Ehren, welches unweit der Dal-
heimer Capelle, nahe der Straße, die uon Wetz-
lar nach Altenberg führt, auf einer Höhe, an
der Stelle errichtet werden sollte, wo nach dem
Berichte von Augenzeugen der Erzherzog mit
seinem Generalstabe gehalten, die Schlacht
überblickt und seine Befehle ertheilt hatte.) —
Il lustr i r te Zeitung 1860, Nr. 882, S.
270: „Die Enthüllungsfeier des Erzherzog
Karl«Denkmalö in Wien". l^ Die Illustration
des Denkmales ist ganz verunglückt. Das
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon