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Habsburg — Aarl 386 Habsdurg — Karl Alexander
Dieser Vorfall ist in obigem Gedichte trefflich
behandelt.) — Von einer verschollenen Kö<
nigsstadt. Ein romantisches Gedicht (Wien
4850, Pfautsch u. Voß. 12".) S. 128. ^Unter
den episodischen Gedichten dieses Romanzen»
tranzes befindet sich auch eines an den Erz-
herzog, den Moment verherrlichend, als in der
Schlacht bei Stockach die Grenadiere aus
Reihe und Glied traten und dem Rosse des
Erzherzogs, der im stärksten Kugelregen vor
die Fronte geritten war, in die Zügel griffen,
um ihren geliebten Anführer hinter die Fronte
zu führen.)
* . *
4 3 8. Karl, Prinz vonToscana (geb.
30. April 1839). Sohn deS Großherzogs
Leopold II. aus dessen zweiter Ehe mit
Maria Antonia, kön. Prinzessin von
Sicilien. Der Prinz ist unter 13 Kindern,
von denen aber nur mehr sieben leben,
das achte; sein vollständiger Name ist
Karl Salvator Maria Joseph Johann
Baptist Philipp Jacob Ianuarius Lud-
wig Gonzaga Rainer; er bekleidet gegen«
wärtig den Posten eines kais. Majors
im österreichischen Nhlanen«Regimente
Kaiser Franz Joseph Nr. 6.
139. Karl Alexander, Herzog von
Lothringen (geb. zu Luneville 12. Decem«
ber 1712, gest. zu Teruen in den Nieder«
landen 4. Juli 1780). Ein Sohn des
Herzogs Leopold Joseph Karl aus
dessen Ehe mit Elisabeth Charlotte
von Orleans und Enkel des Herzogs
Karl Leopold s^. d. Nr. 143^. Karl
Alexander ist der Bruder Franz I.
Stephan's, des Gemals der Kaiserin
Maria Theresia, mit deren jüngeren
Schwester Maria Anna (geb. 14. Sep-
tember 1718) er sich 1744 vermalte,
aber die Gemalin schon im nämlichen
Jahre verlor. Wie die meisten Prinzen
seines Hauses, wählte auch Kar l
Alexander die soldatische Laufbahn,
trat 1736 in die österreichische Armee und gab schon in jungen Jahren Proben
seines militärischen Genies, unter andern
1739 bei Krozka, wo, als Feldmarschall
Wal l i s die Schlacht verlor, seine
Geistesgegenwart den linken Flügel rettete.
AlSMariaTheresia1740 den Thron
ihres Vaters bestieg, ernannte sie den
damals 28jährigen Bruder ihres Gemals
zum Feldmarschall. Im Jahre 1742
hatte er den Oberbefehl in Böhmen
übernommen; über diese Periode seines
Wirkens schreibt einer seiner Biographen:
„Das Treffen bei Czaslau, die Belagerung
von Prag, der Zug nach Bayern mit dem
Siege bei Braunau und der völligen
Unterwerfung des Churfürftenthums, der
im nämlichen Feldzuge (1743) versuchte
und im folgenden (1744) bewerkstelligte
Uebergang über den Rhein, der Rückzug
nach Böhmen mit allen seinen Folgen —
alles dieses verliert sich größtentheils in
die Geschichte der Königsegg, der
Khevenhüller, der Traun und der
Nädasdy, die ihm zur Seite waren.
Man muß nicht vergessen, daß die Welt
Männern von solchem Ruft, wenn sie
große Prinzen zu ihren ersten Unter«
nehmungen begleiten, oft mehr zueignet,
als ihnen wirklich angehört, und diesen
vieles abspricht, wo sie doch ganz aus
eigener Kraft wirkten. Karl war von
dieser Seite nicht eben der nachgiebigste.
Er mußte von ihren Gründen überzeugt
sein, wenn er die Vorschläge seiner Rath«
geber annehmen oder einen Entwurf auf-
geben sollte, für den er Vorliebe gefaßt
hatte". Im Jahre 1743 schlug er den
bayerischen General Minuzzi bei Sem«
pach, und drängte den Feind allmälig bis
an den Rhein, im folgenden Jahre aber
bereits über denselben. Nachdem sich so
das Heer Kaiser Karl's VII. und Mar-
schall Coigny, der das linke Rheinufer
bewachen sollte, zurückgezogen hatten,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon