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Sabsburg — Karl Joseph 389 Habsburg — Karl Joseph
Kaiser ergeben zu erhalten, aber es wollte
ihm nicht gelingen, selbst dann nicht, als er
sich zu seinem Schwager S igmund HI.
von Polen, welcher mit zwei seiner
Schwestern, Anna und Constantia,
nacheinander vermalt war, nach War-
schau verfĂĽgte, um mit deffen Hilfe die
Schlesier von ferneren Schritten, die
mit seinen Ansichten nicht ĂĽbereinstimmten,
abzuhalten. Im Gegentheile wurde der
Lehre Luther's freier Einlaß gewährt
und ihrer Verbreitung kein HinderniĂź
geseht. Nun erlieĂź Sigismund wohl
eine Erinnerung, daĂź das Bisthum
Breslau unter das Erzbisthum Gnesen
gehöre und also der König von Polen
Schuhherr darĂĽber fei; aber auch dieĂź
fruchtete wenig, erst nach Kaiser Ferdi-
nand's II . Sieg in der Schlacht am
weißen Berge gestalteten sich die Ange«
legenheiten für ihn besser. In den Erb«
schaftsangelegenheiten seiner Familie, nach
seines Vaters Tode, ĂĽbertrug er das
Verfügungsrecht auf feinen Bruder Fer»
dinand, entsagte allen AnsprĂĽchen auf
Oesterreich und nahm als Entschädigung
die Markgrafschaft Burgau und einige
Gefalle in Schlesien an. Am 2. März
4621 wurde er zum Chorbischof von
Cöln erwählt. Im Jahre 1624 berief
ihn Philipp III. von Spanien zu sich,
um ihm die Stelle eines Vicekönigs von
Portugal zu ĂĽbertragen. Karl reiste
nach Spanien ab, kam am 44. Novem-
ber zu Madrid an, wurde aber schon
fünf Tage später von einem heftigen
Fieber befallen, dem er in drei Wochen
— erst 34 Jahre alt — erlag.
Relat ion des gottseligen Endes und Begrab,
nisscs Carl 's, Erzherzogs von Oesterreich,
Bischofs zu Brixen und Breslau u. s. w. (Wien
162!;, 4".). — Bergmann (Joseph). Mdail '
len auf berühmte und ausgezeichnete Männer
des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis
zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844, Tendlrr und Comp.. kl. 4o.) Bd. I I , S. 33 ^in der
Anmerkung). 57, 64, 384, 3s5, 392 ^in der
Anmerkung). — Allgem. historisches Lexikon
(Leipzig 1730, Thom. Fritschens sel. Erben,
Fol.) Bd. I, S. 832. — Neö^e?-, Notas ad
NsusUi 8i1S5ic>Fra,xK. rsuov. o. 8. F. 54. —
Lucae, Schles. Chron. — Hls^sT», N3tar.
8aU5b., I. 3, o. 23. - Schickfus. Echtes.
Chronik, 1. I I I , o. 13 st s. — Porträte.
1) W. Ki l ian 20. (4».); — 2) von demselben
GĂĽrtelbild (4<>.).
143. Karl Joseph, Erzherzog von
Oesterreich (geb. 7. August 4649, gest.
27. Jänner 1664). Sohn des Kaisers
Ferdinand III. aus deffen zweiter Ehe
mit Maria Leopoldine, Tochter des
Erzherzogs Leopold von Tirol. Sem
Erzieher war Gottfried Alois Kinner
von Löwenthurn. Im Alter von
13 Jahren — am 14. Mai 1662 —
ernannte ihn sein Oheim, Erzherzog Leo»
pold Wilhelm, GroĂźdeutschmeister,
zum Ritter und Coadjutor des GroĂź-
meisterthums dieses Ordens. Als noch
im nämlichen Jahre (20. November) Erz«
herzog Leopold Wilhelm starb, wurde
Karl Joseph sein Nachfolger in der
GroĂźdeutschmeisterwĂĽrde und dann auch
Bischof von Paffau und Breslau. Aber
nicht lange bekleidete er diese WĂĽrden,
da er schon zwei Jahre später, im Alter
von 15 Jahren, zu Linz starb.
Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730,
Thom. Fritschens Erben. Fol.) Bd. I, S. 832.
— Hs62L<3?', lliLtor. äalisdurA. — Lucae,
Schlesische Chronicke, x. 444 u. f. — Porträte.
1) I . G. Wal dtreich 20. (Fol.); — 2) I.
U.Maier?.. M. Küsell8o. (Fol.); —3) aus
Aub ry's Verlag (kl. 4«.).
144. Karl Joseph, Erzherzog von
Oesterreich (geb. 1. Februar 1743, gest.
18. Jänner 1761). Zweitaltester Sohn
des Kaisers Franz I. Stephan und
Maria Theresia's, Bruder der Kaiser
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon