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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6
Page - 405 -
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Page - 405 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6

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Habsburg — Aunigunde 49 8 Msburg — Kunigunde bereits ziemlich weit gediehen zu sein, als ein unerwartetes Ereigniß den Plan ver- eitelte. Kunigunde hatte sich nämlich mit Erzherzog Sigmund's und ihres Bruders Maximilian's, jedoch ohne ihres Vaters Wissen und Einwilligung, mit dem schönen, geistvollen, tapfern und liebenswürdigen Albrecht IV., Herzog von Bayern, vermalt. Am Neujahrstage 4487 hatte sich Albrecht zu Innsbruck die schöne Erzherzogin durch den Bischof Wilhelm von Eichstädt antrauen lassen, und am Sonntage nach Dreikönig verließ er mit ihr Innsbruck. In München hielt das fürstliche Ehepaar, begleitet von Georg ;u Landshut, Bischof Sir- tus zu Freisingen und BischofFried- rich zu Passau, mit aller Pracht seinen Einzug. Kaiser Friedrich, als Vater, Kaiser und Erzherzog von Oesterreich, war über diesen Vorfall äußerst aufge« bracht und drohte den erlittenen Schimpf mit den Waffen zu rächen. Da wendete sich Kunigunde an ihren Bruder Max, ihn bittend, die Vermittlerrolle in dieser Angelegenheit zu übernehmen. Aber Friedrich war nicht leicht zu versöhnen. Erst nach mehreren Jahren gelang es, und zwar mußte Albrecht vorerst Regenüburg dem Kaiser zurückgeben, wel» ches er wenige Wochen vor seiner Heirath ohne Wissen des Kaisers genommen und Bayern einverleibt hatte. Auch die Schen» kung Si gm und's, zufolge welcher Tirol an Albrecht von Bayern fallen sollte, wurde widerrufen. Mit ihrem Gemale Albrecht lebte Kunigunde in glück» licher Ehe. Albrecht IV. starb am i0. März 5508. Kunigunde hatte ihm sieben Kinder geboren, drei Söhne und vier Töchter; die ersteren: Wilhelm IV. (geb. 4493, gest. 6. März 1330); Lud- wig (geb. 1493. gest. 1343) und Ernst (geb. 1300, gest. 1340). Bischof zu Passau; die letzteren: Sidonie (gest. 1303), Braut Ludwig's V. von der Pfalz; S ib yll a (gest. 1319), vermalt mit dem frühern Bräutigam ihrer Schwester Sidonie, Ludwig V.; Sabine (gest. 1364), vermalt mit Ulrich, Herzog zu Württemberg, und Susanna (gest. 1343), vermalt zuerst mit Kasimir, Markgraf von Brandenburg (gest. 1327). zum andern Male mit Otto Heinrich, Pfalzgraf. Ohne Vorwifsen Kunigun» dens hatte Alb recht, einer der größten Fürsten Bayerns, eine letztwillige Anord- nung hinterlassen, in welcher die Untheil» barkeit des Landes festgesetzt war und nur Einer nach dem Rechte der Erstgeburt herrschen sollte. Mit dieser Anordnung gab sich aber Kunigunde nicht zufrie« den. Es wurden hin und wieder aus diesem Anlasse von Kunigunde an Mar und von diesem an seine Schwester Gesandtschaften abgeschickt und Entschei» düngen ausgesprochen, aber nie kam es zu einer Ausgleichung. Hieronymus von Staus, Hofmeister des Herzogs Wilhelm, der nach Albrecht's An- ordnung regieren sollte, fand es in seinem Interesse, die beiden Brüder Wilhelm und Ludwig in feindlicher Stimmung gegenseitig zu erhalten. Kunigunde wendete nun ihren ganzen mütterlichen Ginftuß an, um dieBrüder zu vergleichen. Ohne Stauf's Wissen kamen am 2l), November 4314 zu München Ludwig und Wilhelm über gleiche Vertheilung der Hoheit und Einkünfte und über ge» meinschaftliche Regierung überein. Dieser Vertrag lautete zuerst nur auf drei Jahre, am 12. Februar 1516 wurde er auf fünf Jahre erstreckt. Die Brüder lebten und regierten in ungestörter Eintracht, denn Stauf's Ränke kamen alsbald an's Ta» geslickt; er verlor sein Hofmeisteramt und wurde später zu Ingolstadt enthauptet.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Volume 6
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Guadagni-Habsburg
Volume
6
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1860
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
502
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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