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Habsburg — Leopold 418 Hadsburg — Leopold
schon sechs Tage nach der furchtbaren
Sempacher Schlacht, Fehde angekĂĽndet.
Der Kampf wurde mit wechselndem
GlĂĽcke aber mit furchtbarer Erbitterung
auf beiden Seiten geführt; zuerst erober»
ten die Eidgenossen die Städte Wesen
(1386), Buren (1388), darauf bemäch-
tigten
sich wieder die Herzoglichen ersterer
Stadt; dann wurde bei Näfels eine
blutige Schlacht geschlagen, in welcher
bei 1800 Herzogliche niedergemacht, an
600 in den Walensee gesprengt wurden,
Wesen neuerdings in die Hände der
Schweizer siel, und ganz niedergebrannt
wurde. Die Belagerung von Rappers-
wyl (18. April 4388) durch die Eid-
genossen scheiterte an der Standhaftig-
keit des Obersten Petervon Torberg,
und auch in mehreren späteren Kämpfen
erlitten die Eidgenossen Niederlagen.
Indessen herrschte in Oesterreich Leo-
pold's Onkel, Albrecht I I I . mit dem
Zopfe ^s. d. Nr. 9 j^, mit weiser Klugheit.
Sein Tod (1395) rief neue Erbstreitig-
keiten betreffs des Länderbesitzes hervor.
Albrecht's II I . Sohn, Albrecht IV.,
genannt das Weltwunder, war mit der
Ländertheilung, welche zwischen seinem
Vater und Oheim Albrecht II I . und
Leopold I I I . Statt gehabt, nicht
zufrieden und es muĂźte sein Vetter W i l-
helm, Sohn Leopold's I I I . , ihm
das Land Kram abtreten. Wilhelm
erhielt nunmehr noch Steiermark und
Kärnthen, Leopold IV., sein Bruder,
Tirol und die Herrschaften in Schwaben
und Helvetien (1393). Als aber Al-
brecht IV. bereits 1404 starb und einen
minderjährigen Sohn — Albrecht V.,
nachmals Kaiser Albrecht II . ^s. d.
Nr. 11^> — im Alter von 7 Jahren
zurĂĽcklieĂź, begann nun der Streit um die
Vormundschaft. Bald nach AlbrechtlV.
war auch sein Vetter Wilhelm gestor- ben, es fand also eine neue Erbtheilung
Statt, in welcher Albrecht V. Oester-
reich, und von seinen drei leb end'en
Vettern Leopold IV. die Länder in
Schwaben, ElsaĂź und Helvetien, Herzog
Ernst »'. Nr. 78) Steiermark. Kärn-
then und Kram, und Herzog Friedrich
s^iehe Nr. 103^> Tirol erhielt. Da aber
Albrecht V. minderjährig war, wollte
jeder von den drei BrĂĽdern Vormund
sein. Wohl hatten die österreichischen
Landstände den Herzog Leopold dazu
erwählt, aber Herzog Ernst machte seine
Ansprüche auch geltend und die Stände
ernannten ihn, um den Frieden zu erhal-
ten, zum Mitvormunde. Leopold's IV.
Regierung war nicht glücklich; die Stände
waren mit derselben wenig zufrieden und
bald kam die Kunde davon zu Herzog
Ernst in Steiermark, dem die Stände
nunmehr allein die Vormundschaft ĂĽber-
tragen wollten. Die Wirren begannen
von Neuem und auch Wien nahm an
denselben Theil. I n Wien bildeten sich
zwei Parteien, die eine stand zu Ernst,
nämlich der Rath der Stadt Wien und
die wohlhabenden BĂĽrger; die andere
zu Leopold, dazu gehörte das gemeine
Volk und die Handwerksleute. Diese
Unruhen, in welchen mehrere Raths-
herren Wiens auf Leopold 's IV.
Befehl hingerichtet wurden, währten zwei
Jahre (1407 und 1408). Erst dem
Bischöfe von Trient und Dompropste
von Wien, Georg von Liechtenstein,
gelang es, die beiden BrĂĽder Ernst und
Leopold IV. zu versöhnen. Nachdem
die Eintracht hergestellt war, hielten
Beide in Wien den Einzug. Die Stände
in Wien aber leisteten dem Herzoge
Albrecht V., als ihrem rechtmäßigen
Herrn, und den BrĂĽdern Leopold IV.
und Ernst, als dessen bestellten Vor-
mĂĽndern, den Eid der Treue. In der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon