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Habsöurg — Leopold 417 Sabsburg — Leopold
Am Hofe des Kaisers Rudolph I I .
lebend, gewann er dessen Zuneigung in
so hohem Grade, daß der Kaiser sich
mit
dem Gedanken herumtrug, ihm zur böh-
mischen und dann zur deutschen Königs-
krone zu verhelfen. Als Johann Wil-
helm, Herzog zu Iülich, Cleve und
Berg, starb und Verwickelungen wegen
der Erbfolge eintraten, begab
sich
Leo
pold im Auftrage des Kaisers dahin,
bemächtigte sich der Festung Iülich, ver
lor sie aber schon im folgenden Jahre
wieder. Indem er sich nun mit seinen
Truppen im Stifte Straßburg festsetzte,
rückte ihm Joachim Ernst, Markgraf
von Brandenburg, mit mehreren prote-
stantischen Fürsten dahin entgegen. Da
er dem überlegenen Gegner nicht die
Spitze bieten konnte, kam es zu einem
Vergleiche, welchem zu Folge beide Theile
das Stift zu räumen gehalten waren.
Er zog sich nun in das Paffauische,
warb dort neue Truppen, überfiel 1611
plötzlich Prag und bemächtigte sich auch
schon der Kleinseite, um dem Kaiser
Rudolph gegen Erzherzog Mathias
Hilfe zu leisten, der an der Spitze der pro«
testantischen Bewegung in Böhmen stand
und bereits (160?) auch der ungarischen
Krone sich bemächtiget hatte. Als aber
Mathias mit seinen Truppen anrückte,
zog Leopold sich zurück und es kam
wieder zu einem Vergleiche. Schon früher
waren drei geistliche Churfürsten, der
Herzog Maximilian von Bayern und
andere Fürsten der katholischen Liga bei-
getreten. Als sein Vetter, Erzherzog
Maximilian, 1618 starb, übernahm
Leopold die Regierung in Tirol, wozu
1627 noch Burgau kam. Im Jahre 1619
berief ihn sein Bruder, Kaiser Ferdi>
nand I I . , als Statthalter nach Wien,
wo er wahrend des Kaisers Abwesenheit
die Stadt gegen Matthäus Graf Th u rn
v. Wurzbach, biogr. Lc,rikon. VI. und seine Truppen vertheidigte. Im
Jahre 1621 unternahm er einen Zug
gegen die graubündtner Eidgenossen, um
sie zur Annahme der katholischen Religion
zu zwingen; auch hatte er bereits Nnter<
Engadeins und desPrettigaus
sich bewach«
tiget; aber Frankreich, Savoyen, Vene-
dig und die Eidgenossenschaft hinderten
ihn an weiteren Fortschritten, und ersteres
nöthigte ihn. das bereits Gewonnene
abzutreten. Im folgenden Jahre stand
er gegen Ernst, Grafen von Mansfeld,
im Elsaß im Felde; belagerte Hagenau
und nahm diese Stadt, wie auch Speyer,
Germersheim und Worms. Nun ließ er
seine Truppen zum Heere der Liga stoßen,
welches Heidelberg belagerte. Im Jahre
1626 begab er sich nach Rom, wo er
auf seine zwei Bisthümer Pafsau und
Straßburg zu Gunsten feines Vetters
Leopold Wilhelm s^. d. Nr. 173^
verzichtete und sich mit Claudia von
Medicis vermalte. Das Beilager,
welches er zu Innsbruck im April 1626
hielt, gehörte zu den prächtigsten Festen
deiner Zeit.
Na i l ilth (Ioh. Graf), Geschichte des österreichi-
schen Kaiserstaateü (Hamburg 1830, Perthes,
8") Bd. I I , S. 323, 323, 531—336, 34ü;
Bd. I I I , S. 269, 273. — Eos, Zeitschrift aus
Bayern (München, 4".) 1824, Nr. 63—67: ,Me
die Hochzeit des Erzherzogs Leopold von
Oesterreich mit der Prinzessinn Claudia von
Florenz im April 1626 zu Innsbruck begangen
worden". — Thaten und Charakterzüge be«
rübmtcr österreichischer Feldherren (Wien 1808,
Degen. kl. 8«.) Bd. I, erste Abthlg. S. 249. —
Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730,
Fritschcns Erben. Fol.) Dritte Aufl. Bd. I I I ,
S. 153 snach diesem geboren am 9. October
1386 und gestorben am 3. September 1622). —
1'Iioatrum Nul-a^nni,^ oin. I, II, III stIV.
— Bel lus, Oesterreichischcr Lorbeerkranz. —
Porträte. 1) F. Nrun Lo. (8".); — 2) I .
Franck sc. (Fol.); — 3) P. de Jode luo.
1630 (8«.); — 4) L. K i l l an Le. (8«.), von
Demselben 1629 (4".), Seitenstück zu dem Por«
träte seiner Gemalin Claudia von Mcdicis,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon