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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6
Page - 422 -
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Page - 422 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6

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Habsburg — Leopold 422 Habsburg — Leopold kämpfe, welche Forderung der tapfere Franzose mit der Antwort: „er schlage sich nur auf Kanonen l" erledigte. Das kaiserliche Heer in der Pfalz, von Kar l Leopold von Lothringen geführt, war nicht glücklich. Im Treffen bei Sinsheim (16. Juni 1674) wurde es von Tu renne zurückgedrängt' das Treffen bei Holz- heim (12. Juli) blieb unentschieden;, ein drittes bei Sen ef inBrabant(11.August) wurde von Cond6 gewonnen. Dazu gesellte sich noch der Einfall der Schweden unter Wrangel. in die Mark Branden- bürg (im December 1674), während der „große Churfürst" am Rheine in den Winterquartieren stand. Dieser brach nun plötzlich in aller Stille auf, übersiel die keines Feindes gewärtigen Schweden bei Rathencut, schnitt, dieser Grenzfeste versi- chert, die zwei Hauptcorps bei Havelberg und Brandenburg von einander ab und lieferte den Schweden bei Fehrbellin (i9. Juni 1673) jene Schlacht, in welcher das ganze schwedische Heer vernichtet und der bisherige Wahn der Unbesiegbarkeit der Schweden zerstört wurde. Am Rhein dauerte der Kampf fort; die Franzosen, deren General Tu renne bei Saßbach (27. Juli 1673) bei einer Necognoscirung durch eine Kanonenkugel das Leben ver- lor, machten ansehnliche Fortschritte in Flandern und Hennegau. Im Uebrigen wurde der Krieg lässig geführt, und end» lich zu Nymwegen — nach monatlangen Rangstreitigkeiten und anderen Lächer- lichkeiten — der Friede geschloffen, am 10. August 1678 zwischen Frankreich und Holland, am 17. September mit Spanien, am 3. Februar 1679 mit Kaiser und Reich, in welchen Friedensschlüssen die Sachen beiläufig auf dm Fuß zurückgesetzt wur- den, wie sie nach dem Abschlüsse des westphälischen Friedens gewesen waren. Aber ungeachtet dieses Friedensschlusses spielte Frankreich seine alte anmaßende Rolle fort. Der Gedanke des Parlaments« rathes Ravaur, Alles zu revindicken, was in der Vorzeit unter irgend einem veralteten Titel als Dependenz oder zu« gehörig zum Wsaß und zu den drei Bis' thümern Metz, Toul und Verdun gehört hatte, fand Anklang, und Deutschland zum Höhne errichtete Ludwig XIV. zu Metz und Breisach die berüchtigten Reunions- kammern, vor welche er die deutschen Fürsten lud, sich über die Besitztitel ein- zelner Gebiete auszuweisen. Gleichsam als praktische Ausführung jener alles Völker- recht vernichtenden Theorie besetzte L o u- vois am 30. September 1681 mit einem französischen Corps die Stadt Straßburg, welche in 21 Jahren die zweite Säcular- feier der Einverleibung in's französische Reich feiern wird. Mitten im tiefsten Frieden gingen obige Dinge vor sich. Das auf solche Art bedrohte Reich schloß nun das Bündniß zu Luxemburg (am 18. Juni 1682), welchem der Kaiser, Sachsen, Bayern, Hessen, Braunschweig' Lüneburg, der frankische und schwäbische Kreis beitraten. I n Ungarn, wo fran> zösische Emissäre einen günstigen Boden fanden, regte es sich wieder. Der 29jäh- rige Waffenstillstand von Mschar nahte seinem Ende; aber MuhamedIV. hielt ihn garnicht ein, sondern ihn brechend, rückte er im Frühlinge 1683 die Donau herauf und ging schon am 12. Juni 1683 über die Brücke von Ejsegg. Unaufgehal« ten drangen die Türken vor und ehe man in Wien an eine eigentliche Vertheidigung gedacht, standen sie vor demselben. Nur mit genauer Noth entkam der Kaiser mit seiner Familie. Als die Tataren bereits das Kloster und die Kirche auf dem Kahlen» und Leopoldsberge in Brand gesteckt hatten, befand sich Leopold mit den Seinigen noch in Korneuburg. Nun
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Volume 6
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Guadagni-Habsburg
Volume
6
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1860
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
502
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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