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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6
Page - 432 -
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Page - 432 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Volume 6

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Leopold 432 Habsburg — Leopold des Gemals der großen Mar ia The» resia, und einer jener merkwürdigen Charaktere, in welchen die strenge Sitt« lichkeit und Weisheit mit der echten Regentenwürde um die Palme streiten. Als Vater jenes Lothringers, der mit dem Hause Habsburg sich verband und so der Stammvater des Hauses Habsburg'Lothr ingen wurde, ge- bührt ihm in diesem Werke auch eine Etclle. Von seiner Regentengeschichte absehend, die uns als Oesterreicher weni< ger interesfiren kann, fassen wir vielmehr den edlen Fürsten ms Auge. Durch den Nyswicker Frieden 1637 wieder in den Besitz seiner von französischen Truppen verheerten Staaten gelangt, unterzog er sich aus Liebe zu seinem Volke sehr harten Bedingungen. Was seinem Vater der Fürstenstoh und der gesteigerte Begriff von Ebre zu thun verboten, gestattete ihm die Liebe zu seinem Volke, in dessen Glücke er seine Ehre suchte. Da er, in der Güte seines Herzens unermüdlich, sich die Bemerkung des Einen seiner Minister zuzog: „Herzog, Sie sind zu gütig, Ihre Unterthanen nuniren Sie," erwiederte er gelassen seinem Mahner: „Besser sie rui» niren mich, als ich sie; sind sie glücklich, so bin ich reich." Jene Scheindiencr und Heuchler verabscheuend, welche sich durch Plackereien der Unterthanen und subtile Spitzfindigkeiten Verdienste zu sammeln glaubten, umgab er sich vielmehr mit gediegenen talentvollen Männern, welche Einsicht, Gewissenhaftigkeit und guten Willen zu ihren Aemtern mitbrachten. Die Gerechtigkeitspflege unter seiner Regie» rung war musterhaft und er unterhielt mit den bewährtesten und ausgezeich- netsten Advocatcn von Paris ununter« brochenen Verkehr, um bei wichtigen Rechtsfragen ihre Ansicht zu vernehmen und sich von derselben leiten zu lassen. Er nahm von Allem Einsicht; was er unterschrieb, las er genau und unter» zeichnete es dann immer selbst. Wie Titus den Tag bedauerte, an dem er nichts Gutes vollbracht, so riefLeopold oft: »Ich gäbe morgen meine Fürsten- hoheit weg, wenn ich nicht ein Schärf« lein zum Glücke der Menschheit beitragen könnte." Die zahlreichen Züge seines Zartgefühles und der unvergleichlichen Herzensgüte hier aufzuzählen, ist leider nicht unsere Aufgabe, aber eines Momen- tes, der ihn vollends charakterisirt, sei hier nunmehr gedacht. Einst spielte er mit einem armen Edelmanne und verlor beständig. „Sie spielen heute unglück- lich," sagte der Edelmann. — „Nmge» kehrt," erwiederte Leopold „das Glück hat mich niemals besser bedient." nsdrs äs I^opolä I. (Xanoi 1730, 4".). — Leben Leopold's I., Herzogs von LothriN' gen (Wien 1753, 4<>.). — F<^a«i ^«<lA«umü I^oi-rains (Nano? 1729, 4".). — Porträt. H. Nigaud i»., Cl. Kohl Lc. (8".). 172. Leopold II., deutscher Kaiser, als Großherzog von Toscana Leopold I. (geb. 3. Mai 1747, gest. 1. März 1792). Sohn des Kaisers Franz I. Stephan s^. d. Nr. 94^ j und der Kaiserin Maria Theresia. Gl'mal'ili.- Maria Louisa, kön. Prinzessin von Spanien, Tochter Karl's III., Königs von Spanien, ihm vermalt durch Procuration zu Madrid 16. Februar 1764, in Person zu Innsbruck 3.August 1763; überlebte ihren Gemal nur um 1 l/> Monat. Rindn'.- Maria The- resia (geb. 14. Jänner 1767, gest. 7. No« vember 1827), vermalt durch Promration zu Florenz 8. September, in Person zu Dresden 18. October 1787 mit Anton, kön. Prinzen, nachmaligem Könige von Sachsen (gest. 6. Juni 1836); Franz I..
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Volume 6
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Guadagni-Habsburg
Volume
6
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1860
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
502
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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