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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Page - 147 -
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Page - 147 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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Habsbnrg — Stgisnmnd 147 Habsburg — Sigismund er seinem Vater in der Regierung unte! Vormundschaft seines Vetters, des Kai fers Friedrich III. lM . VI, Nr. 104^ Mannbar geworden, nahm er an den Fehden gegen die Schweizer Theil. Au seinem Zuge gegen Schaffhausen gerieth der Bürgermeister dieser Stadt in seim Gefangenschaft; aber Ludwig, Pfalz graf bei Rhein, und Rudolph, Gra von Hochberg, traten vermittelnd ein und legten die Fehde bei. Als Schutzherr des Bisthums Brixen entzweite er sich mit dem Bischöfe daselbst, dem Cardinale Nikolaus Cusanus, belagerte ihn in Brunegk und nahm ihn gefangen. Dafür that Papst Pius II . den Erzherzog in Bann. Sigismund aber, um diesen Bannstuch unbekümmert, appellirte an ein allgemeines. Concil und ließ durch seinen Rath Gregor von Heimburg seine Appellation in Rom öffentlich anschlagen, was nun auch den Bannstuch über Gregor von Heim bürg zur Folge hatte. Gregor ließ nun Vertheidigungs- reden gegen dieses Breve und gegen den Cardinal drucken, welche zu Anfang des 17. Jahrhunderts unter dem Titel: „H. II. et HroZorii H ot OontraäiotianoL" zu» sammen im Drucke erschienen. Endlich legte Kaiser Friedrich 1463 diesen Streit bei. S ig ismund 's Vater, Friedrich mit der leeren Tasche, war von Kaiser Sigismund in die Reichs» acht erklärt und bei dieser Gelegenheit von den Schweizern um mehrere Ort- schaften und Gebietstheile beraubt wor« den. Sigismund begann nun zur Wie« dererlangung derselben den Kampf mit den Schweizern, konnte aber nichts errei- chen. 1469 verpfändete er seine am Rhein gelegenen Erbländer an Karl, Herzog von Burgund, um die Summe von 80.000 Goldgulden. Als er nun 1474 diese Summe zur Einlösung der verpfän» d eten Länder in Basel niederlegte, weigerte sich der Herzog zu der Annahme des Geldes und der Herausgabe des Pfand« gutes. Aber die verpfändeten Länder, der burgundischen Herrschaft müde, fielen selbst dem Erzherzoge zu, worüber sich nunmehr ein heftiger Kampf zwischen Burgund und Oesterreich entspann. Mit seinem Vetter, dem Kaiser Friedrich, lebte Sigismund nicht in sonderlicher Eintracht, erst nach längerer Zeit kam eine Aussöhnung zu Stande. Sigis« mund, keiner Leibeserben gewärtig, adoptirte nun Friedrich's Sohn Maxi- milian und schloß mit dem Kaiser, wie mit den Schweizern am 30. März 1474 einen immerwährenden Bund, der noch im nämlichen Jahre zu Salms in Bur- gund bestätigt wurde. Aus den übrigen Momenten seines Lebens sind noch zu bemerken: 1487 sein Kampf mit den Venetianern, in welchem er den Vene- tianer-General Robert Sanseverino auf's Haupt schlug; ferner seine Mitwir- kung bei der Vermälung Kunigun» dens, Tochter des Kaisers Fried» ri ch III., mit Albrecht von Bayern, welche ohne Wissen des Vaters erfolgte und der er Tirol zum Heirathsgut ver- prach: diese Schenkung mußte Sigis« mund später zurücknehmen. Im hohen Alter, nach Ruhe sich sehnend, der Strei- tigkeiten müde, die ihm das Leben von allen Seiten vergällten, lieh er den Rath» schlagen, die ihm von mehreren Seiten wurden, die Regierung Tirols niederzu» legen, ein williges Ohr. Am 16. März 1490 trat er sie zu Innsbruck an Mari« milian ab und behielt sich nur jährliche 32.000 st., freie Jagd und Wohnung im ganzen Lande und sieben Schlösser vor, ^ 10 5
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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