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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
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Page - 152 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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Habsburg — Stephan Habsburg — Stephan Theuerung und Mißwachs, die bekämpft sein wollten, und auch hier sorgte der durchlauchtigste Landeschef für das Niesen- und Erzgebirge durch Straßenbauten, für die Hauptstadt Prag und ihre ärmeren Bewohnerclaffen aber durch wohlfeileres Holz. billiges Brot und Arbeitgeben, Diese Erfolge der Regierung des Erzher- zogs in Böhmen bezeichneten ihn nach seines erlauchten Vaters Tode (13. Jän- ner 4847) als Nachfolger in Ungarn. Der Erzherzog stand damals in seinem dreißigsten Jahre. Nun eröffnete sich ihm der Verfassung des Landes zufolge ein umfassenderer Wirkungskreis, der edle Prinz ahnte es nicht, welchen trüben Verhältnissen er entgegenging. Der Jubel, mit welchem der Erzherzog empfangen wurde, war ungeheuer. Man begrüßte in ihm nicht nur den Prinzen, der bereits in schwierigen Verhältnissen sich bewährt und eine allgemeine Beliebt» heit erworben hatte, sondern auch den Sohn des Vaters, dessen Andenken die Nation als das eines seiner größten und edelsten Männer mit Begeisterung bewahrt. Der Erzherzog bereiste Ungarn und diese Reise glich einem Triumphzuge. Nach vollendeter Rundreise im Lande ver« fügte sich der Erzherzog nach Wien, schil« derte die Zustände, und die hochherzigen Zugeständnisse, welche von Seiten der Krone dem Reichstage in Preßburg ent- gegengetragen wurden, waren die Früchte seines Einstuffes; das Großkreuz des St. Stephan-Ordens die Anerkennung seines erlauchten Monarchen. Am 16. October 4847 wurde der Erzherzog durch seinen jugendlichen Vetter Franz Joseph, den gegenwärtigen Kaiser, als Obergespan der Pesther Gespanschaft feierlich einge- führt. Am 11. November 1847 wurde der ungarische Reichstag zu Preßburg durch den Kaiser in Person eröffnet. Die erste That des Reichstages war die Palatins- wähl. Einstimmig fieldieselbe auf den Erz. herzog Stephan. Dieser Vorgang erin« nerte an den ähnlichen, der vor einem hal« ben Säculum stattgefunden hatte, als sein 'Vater in gleicher Weise gewählt worden. Ein Sturm des Entzückens begrüßte diese Wahl, mit welcher aber der Erzherzog einen schwierigen Posten übernahm. Der Palatin Ungarns bildet das Mittelglied zwischen dem Hofe und der Nation und die Tendenzen dieser zwei Elemente gehen oft nach den entgegengesetzten Richtungen auseinander. Die freiheitlichen Beftrebun« gen des Reichstages fördernd, wollte er in demselben auch dann noch nichts Bedenk» liches erblicken, als ersterer nach den Pari« ser Februar»Ereigniffen gegen die Regie, rung Front zu machen schien. Als jedoch Kossuth nicht mehr reformirend, sondern umstürzend zu Werke zu gehen begann, und seine Partei die Lostrennung Ungarns aus dem Gesammtverbande der Monar- chie kaum mehr verhüllte, da wendete der Erzherzog alle Macht seines Einflusses an, um die Parteien zu vermitteln, und zu einem gesetzlichen Ausgleiche zu brin« gen. Mitte März begab sich eine Depu« tation nach Wien, um in einer feier« lichen Audienz die Gewährung wichtiger Forderungen, und zwar Vertretung der unteren Stände auf dem Reichstage, Volksbewaffnung, Gleichheit vor dem Gesetze in bürgerlicher und religiöser Hin» ficht. Beeidigung des Heeres auf die Ver» faffung, Entfernung fremder Truppen aus dem Lande mit der Erklärung, daß die ungarischen Regimenter nicht außer» halb der Grenzen Ungarns verwendet werden dürften, zu erbitten. Diese Bit- ten wurden jedoch nur mit Vorbehalt einer nähern Erwägung gewährt und Erzher» zog Stephan zum außerordentlichen kaiserlichen Bevollmächtigten ernannt,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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