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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Page - 173 -
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Page - 173 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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Hafner l73 Hafner Maler aus Krakau, der ftch in Rom gebildet hat und im Jahre l639 Professor an der Kunstakademie in Moskau war. I n der Schloßkathedrale zu Krakau befindet sich von ihm ein Altarlild. „Der h. Joachim", und in Starzawa im Przemysler Kreise Galiziens hat er die Kirche auf Kosten des bekannten Kunstfreundes und Kunstsammlers Gualbert Pawl ikowski ssemalt. Hilfuer, Leopold (Redacteur des Journals „Die Konstitution" im Jahre 1848. geb. in Wien im Jahre 1820) Der Sohn eines Wiener VictualieN'Klein Händlers, in der Volkssprache..Greisler' genannt. nach Anderen eines Haus meisters, beides Typen, wie sie in seiner Vollendung nur das Wiener Volksleben hervorbringt. H. studirte die Nechte in Wien, "trat dann nach Einigen als Prakticant in ein Amt, nach Anderen in die Praxis bei einem Advocaten. Diese Beschäftigung sagte ihm aber wenig zu< H. wurde Sä'riftsteller, schrieb anonym für den Leipziger Bücher» markt, der vor 1848 stark in Artikeln machte, welche die Uebelstände O^erreichs schonungslos enthüllten. Wären derglei- chen Schriften mehr gewürdigt und mit Beseitigung des darin enthaltenen Scan» dals, das Wahre und Gute, das sie ent- hielten, benützt worden, das große Oester- reich stünde jetzt nicht da, bedroht von außen, zerrissen von Parteien und Bür< gerkriegen im Innern. I n Wien schrieb H., wie es damals Mode war. Theater- kritiken und belletristische Bagatellen, welche unbeachtet blieben. In den März- tagen des Jahres 1848 trat er aber mit einem Male sehr bemerkbar hervor. Mit dem ersten Tage der Preßfreiheit erschien auch das erste Blatt der von H. heraus» gegebenen politischen Zeitung, „Die Con» stitution". Die Wirkungen dieses Blattes in der kürzesten Zeit waren ungeheuer und ungeheuerlich. Aus einem kleinen Octav« blättchen entpuppte sich in einem Viertel» jähre ein auf dem größten Foliofor« mat engbedrucktes Parteiblatt der ent- schiedenften Fassung und grellsten Farbe, das 40.0N0 Auflage hatte. Anläßlich der Flucht des Kaisers aus Wien am 18. Mai wäre H. bald dem Tode der Lynchjustiz verfallen; denn als er mit der Nachricht von der Flucht in einem Wagen zu den Arbeitergruppen in den Vorstädten eilte und überall von der Noth- wendigkeil einer provisorischen Regierung sprach, hieß es allgemein, er wolle die „Republik" proclamiren. Die getreue, wenngleich aufgeregte Bevölkerung, war über ein solches Ansinnen entseht; von allen Seiten schrie man: „Aufhängen! auf- hängen!" Nur durch seine Verhaftung, welche von Seite des Nationalgaroe-Lieu« tenants A.Maye r in Gumpendorf bei der Hornbostel'schen Fabrik in dem Augen» blicke erfolgte, als er eben wieder die Massm vom Wagen aus mit einem Genossen aufwiegelte, entging er einem grauenhaften Geschicke, da die Elbit« terung gegen den Agitator eine unbe> schreiblich große war, und die thätlichen Mißhandllingen, die er erfuhr, es noth- wendig machten, ihn der Volköwuth zu entreißen. (5r kam in das Criminal« gebäude, wuvde daselbst in Gewahrsam gehalten, und am 23. Mai wegen Hoch» verrathes gegen ihn das Criminalver« fahren eingeleitet. Als aber in der wei- teren Entwicklung der Wiener Revolution eine Durchführung seines Processes, wie auch seine längere Haft unmöglich ge- worden waren, gab man ihn frei. Sein Journal wurde indessen ohne Unterbre» chung fortgesetzt und gestaltete sich als Macht, gegen die es keine Appellation gab. Während der October-Revolution verließ er auf einem Dampfschiffe Wien, wurde aber erkannt, verhaftet und kam sodann
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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