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Häusler 185 Häusler
also Häßler aus der Reihe denkwür-
diger Oesterreicher, in die er, wenn die
Angabe von Dlabacz begründet wäre,
gehörte, gestrichen werden.
Hiillfler, Joseph Vincenz (Topo-
graph, Geschichtsforscher, Ethno-
graph, geb. zu Wien 3. April 4810,
gest. ebenda 46. Jänner 1832). Sohn
eines später erblindeten verdienten Staats-
beamten von mehrseitiger Bildung, wurde
mit seinem Freunde Joseph Fei l s^s. d.
Bd. IV, S. 162^ unter einem Dache
geboren, und machte denselben Studien-
gang, wie dieser. 1833 vollendete er an
der Wiener Universität die juridisch-poli-
tischen Studien, begann hierauf seine
Conceptspraxis bei der Cameral-Landes»
behörde in Wien, trat 1834 zu jener beim
Hofkriegsrathe (Marine - Departement)
über, wurde mit Vorbehalt seines Vor»
rĂĽckungsrechtes, im September 1849 als
Erzieher des Erzherzogs Joseph, jĂĽng-
sten Sohnes des gleichnamigen Erzher'
zogs Palatin in Ungarn,« angestellt. I n
dieser Eigenschaft bei dem Uebertritte
des jungen Erzherzogs in die militärische
Erziehung,, Juli 1847, pensionirt, unter»
richtete er gleichwohl noch fernerhin den
Erzherzog und dessen Schwester, Erzher-
zogin Mar ia Henriette Anna in
der Geschichte, wurde November 1847
zum Ofsicial im k. k. Haus». Hof» und
Staatsarchiv und November 1849 zum
Ministerial.Secretär im k. k. Handels«
Ministerium ernannt und der statistischen
Section desselben, unter der Leitung des
Sectionschefs Freiherrn von Czörnig
j^ s. d. Bd. I I I , S. 117), zugetheilt. Neben
seinen Berufsstudien bildete sich H. auch in
anderen Wifsenschafts fächern und erlernte
fĂĽnf lebende Sprachen, betrieb Musik,
erwarb sich eine achtbare Zeichnenfertig-
keit, zumal im landschaftlichen Gebiete, und trat auch mit mehreren gelungenen
poetischen Versuchen in die Oeffentlich-
keit-, mehrere seiner Lieder wurden in
Musik gesetzt, so seine „Nananlirder" vom
ungarischen Tonsetzer Karl Tra jmann
von Kochlow als Singquartett, und
sein „Mm'e35öMr" vom Hofcapellmeister
Randhart inger fĂĽr eine Singstimme.
H. hatte ursprĂĽnglich beabsichtiget, sich
dem Lehrfache, und zwar jenem der
Philosophie an einer Hochschule zu wid-
men, war auch 1883—1838 öfter in
Bewerbung um solche Kanzeln getreten,
und hatte gelungene Concursarbeiten
geliefert. Nebstdem hatte er sich auch
eifrigst dem Studium der Geschichte und
Alterthumskunde zugewendet, und supp«
lirte an der Wiener Hochschule 1836—
1837 mehrere Male die Vorträge über
allgemeine und österreichische Geschickte
statt des Professors Titze, 1836 und
1839 auch jene ĂĽber Alterthumskunde
und Numismatik statt des Professors von
SteinbĂĽchel. Vielfache Reisen durch
die meisten österreichischen Kronländer,
durch Deutschland, die Schweiz und
Italien hatten ihn reichlich mit topo«
graphischen und ethnographischen Erfah-
rungen ausgerĂĽstet, welche er, in Ver-
bindung mit seinen wissenschaftlichen Vor-
studien , auch sehr bald fruchtbar zu
machen Gelegenheit fand, sowie auch
seine Portefeuilles einen wahren Schatz
von Handzeichnungen landschaftlicher und
alterthümlicher Gegenstände aufnahmen.
Wie zu Anfang topographische und histo»
rische Schilderungen, so waren es zuletzt
insbesondere ethnographische Arbeiten,
welche er, gefördert durch seine mehr-
fachen wissenschaftlichen und sprachlichen
Kenntnisse, durch seine auf vielen Reisen
an Ort und Stelle gesammelten Ersah»
rungen, insbesondere aber fĂĽr Ungarn
durch die Gunst der Verhältnisse als
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon