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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Page - 233 -
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Page - 233 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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Halirsch 233 Oalirsch Halirsch, Friedrich Ludwig (Dichter, geb. in Wien 7. MĂ€rz 4802, gest. in Verona 49. MĂ€rz 1832). Sein Vater warDoctor der Rechte, Hof-und Gerichts- advocat in Wien, als juristischer -Schrift- steller und Mitredacteur der von ihm und Schuttes gegrĂŒndeten „Annalen der österreichischen Monarchie" auch in wissen« schaftlichen Kreisen bekannt. Die Mutter verlor H. in seiner Jugend und er kam nun zu einer Tante vĂ€terlicher Seits nach Brunn, wo er bis 1813 blieb, dann aber zur Fortsetzung der Studien nach Wien zurĂŒckkehrte. Bald fand sich ein kleiner Kreis von strebenden JĂŒnglingen zusam- men, welcher den schönen Wissenschaften oblag, und 'H alirsch gehörte dazu. Nach beendeten philosophischen Studien (1823) nicht geneigt, einUniversitĂ€ts-Fachftudium zu wĂ€hlen, trat H. gleich in den Staats- dienst, und zwar bei der administrativen Branche des Hofkriegsrathes, in welcher er bis an seinen Tod verblieb. Bis zum Jahre 1831 diente er in seiner Vater- stadt, im genannten Jahre wurde er aber nach Italien, u. z. zuerst nach Mailand, verseht und kam nach Auflösung des in Mailand bestandenenGeneralcommando's im JĂ€nner 1832 nach Verona. In letz- terer Stadt ereilte ihn nach einem nur zweitĂ€gigen Unwohlsein, welches gar keine Gefahr ahnen ließ, im Alter von 30 Jahren der Tod. Indem er sich um 2 Nhr Mor- gens des 19. MĂ€rz in so weit wohl fĂŒhlte, daß er seinem Diener bedeutete, er möge zu Bette gehen, da er ihn nicht brauche, fand ihn dieser zwei Stunden spĂ€ter, als er Morgens 4 Uhr in's Zimmer trat, um bei seinem Herrn nachzusehen, todt im Bette liegen. Dieß sind die einfachen Umrisse eines Dichterlebens, in welchem die Trennung von der Heimat, als H. nach Italien ging, und die ihm sehr schwer fiel, einen Wendepunct bildet. Was ĂŒbrigens von den Motiven dieser Ver- setzung, welche in den deutschen Journalen verschieden erzĂ€hlt worden, verlautete, gehört in's Bereich der Fabel. Einfach in Folge seiner Beförderung fĂŒgte es sich, daß H. zum Dienste der in Italien auf« gestellten Armee kam. Die Liebe zu geisti- ger BeschĂ€ftigung, zur Dichtkunst, war in H. frĂŒhzeitig erwacht. Es wurde schon bemerkt, daß sich noch wĂ€hrend den Studienjahren ein kleiner Kreis von strebenden JĂŒnglingen gebildet— Eduard von Badenfeld (Ed. Silesius) M . I, S. 114^ Eduard von Bauernfeld thal; Wilhelm Freiherr vonPuteani; Eugen W e ssely u. A. gehorten dazu — welcher eine Zeitschrift, betitelt: „Die Cicade" (Wien 1819 und 1820), heraus- gab. Ein zu strenger Maßstab darf von Seire der Kritik an dieses Journal nicht gelegt werden, aber es erfĂŒllte seinen Zweck, nĂ€mlich es befriedigtedas injungen DichtergemĂŒthern stĂŒrmische Verlangen, sich gedruckt zu sehen, und warder Knoten, welcher die strebenden JĂŒnglinge zusam« menhielt. Nach der „Cicade" folgte die in Form und Inhalt gediegenere Viertel- jahresschrift: „ElchenblĂ€tter". An beiden arbeitete H. theils mit ganzem Namen, theils als K. E. Waller mit. In letzterer erschien auch von ihm die dramatische Caprize: „Ner Mensch nnd die I.'ente", welche als eine philosophisch'poetische Lebens« anschauung des Dichters gelten kann. Die belletristischen Journale und Taschen» bĂŒcher, in welchen Halirsch steißig Gedichte und ErzĂ€hlungen veröffentlichte, machten seinen Namen zu einer Zeit bekannt, in der jener Seidl's in die Oeffentlichkeit trat, daher auch H alirsch und Seidl gewöhnlich mit einander genannt wurden. Saphir hatte zu jener Zeit seine kritische Senkgrube in der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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