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Zalirsch 235 Halirsch
Fchnle des MenZ", Novelle im Taschen-
buch „Vesta", 1831 — und „Nas Ved
der alten Mnhme, ein Nild ans dem Nichtrrlrben",
ebd. 1832. I n seinem Nachlasse befanden
sich und wurden von dem Herausgeber
desselben, I . Gabriel Se id l , auch ver>
öffcntlicht: „Belladonna", welche den Titel
hatte: „Die Venus der Medicaer", und
„Nie jnngen Herzen", 1831, beide in Italien
geschrieben. Das Bedeutendste aber hat
H. als lyrischer Dichter geleistet. Eine
große Anzahl seiner Gedickte, Balladen
und Romanzen ist in Journalen und
Taschenbüchern zerstreut. Er veranstaltete
eine Auswahl davon und gab sie unter
dem Titel: „Nalladen und lyrische Gedichte"
(Leipzig 1829. Karl Focke) heraus; sie
umfaßt die bis 1828 erschienenen Dich-
tungen. Die Herausgabe einer zweiten
Sammlung, welche die seit 1828 ent-
standenen Poesien hätte enthalten sollen,
vereitelte des Dichters plötzlicher Tod.
Mehrere seiner Balladen sind von Bel»
lat i , dem Nebersetzer der Balladen Bür-
ger's, in's Italienische übertragen wor«
den. Ein anderes poetisches Werk des
zu früh Dahingeschiedenen und wohl sein
schönstes sind aber die „Grinnernngen an den
Schnreuerg" Wien 1831, Franz Ludwig),
eine Folge von vierzig poetischen Reise-
bildern, geschrieben mit der ganzenUnmit»
telbarkeit eines reichen poetischen Gemü-
thes, welches sich aus den beengenden
Räumen der Straßenzeilen einer großen
Stadt plötzlich mitten in den Tempel
von Gottes herrlicher Natur verseht sieht.
Was sonst noch an bedeutenderen dich-
terischen Arbeiten H. fertig hatte, kam
in seinen Nachlaß, dessen erster Band
die Dichtungen enthält, u. z.: „Meister
Eod" , ein poetisches Nachtstück in vier
Gesängen (vollendet 31. März 1330),
und die „Flühll'ngsrcise dnrch Italien", ein
Cyclus von Gedichten, unter denen und „Grinnrrnngen
an Venedig" besonders bemerkenswerth sind.
Neben diesen rein poetischen Arbeiten
führte H. auch die kritische Feder. Eine
Reihe von Jahren besorgte er in der
„Theater-Zeitung" die Beurtheilung der
Darstellungen des Bnrgtheaters. Er gab
sie dann gesammelt unter dem Titel:
„Dramaturgische Skizzen", 2 Bde. (Leipzig
1829. Karl Focke), heraus. Sie enthal-
ten Beurtheilungen über Gr i l lparze r's
„König Ottocar's Glück und Ende",
und „Ein treuer Diener seines Herrn",'
mehrerer Rollen der berühmten Stich»
Crelinger (1826); eine Abhandlung,
„Dramatische Ungeheuer", in welcher die
seltsamen Verirrungen mehrerer neuerer
dramatischer Dichter erbarmungslos gegei-
ßclt wurden; ferner Beurtheilungen von
Schenk's „Belisar" und Uhland's
„Ernst von Schwaben"; kritische Bemer»
kungen über mehrere Darstellungen Lud«
wig Devr ient 's ; über Raup ach's
„Die Tochter der Luft", „Der.Nibelun«
genhort", „Vormund und Mündel", und
„Vater und Tochter"; endlich über Rai-
mund's „Mädchen aus der Feenwelt"
und „Moisasurs Zauberfluch". Diese
ästhetisch-kritischen Aufsatze sind das Ergeb-
niß reifen Nachdenkens, geläuterter Künste
anschauung, und sind mit rückhaltsloser
Wahrheit geschrieben. Sonst gelangten
von H. noch mehrere prosaische Auf-
sätze in Zeitschriften zum Drucke, darunter
seine „Vildn anZ Mailand" in der ^Theater-
Zeitung", und eines im „Morgenblatte"
abgedruckt, deren Fortsetzung der Tod
unterbrach; und die „Wiener Zeitschrift
für Kunst und Literatur" u. dgl. m., vom
Juni 1831 bis März 1832, fo wie meh.
rere auswärtige Blätter enthalten seine
Korrespondenzen über Italien und das
dortige Leben. Wie aus vorstehender
kizze erhellt, brach der Tod in H. früh»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon