Page - 239 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Image of the Page - 239 -
Text of the Page - 239 -
Sallaschka 239 HallĂĽschktt
Hallaschktt, Franz Ignaz Cassian
(inful.Prop st von Alt-Bunzlau. Mathe»
matiker, gcb. zu Bautsch in Mahren
10. Juli 1780, gest. zu Prag 12. Juli
1847). Von frĂĽher Jugend auf sich selbst
angewiesen, erhielt er sich vom Unter-
richte in der Musik, deren Kenntnis; er
schon in den Normalschulen sich angeeig-
net hatte. Das Gymnasium besuchte er
in Altwasser, die Humanitätsclassen in
Kremsier. Am 20. October 1799 trat er
in den Orden der frommen Schulen ein.
Das Probejahr bestand er im Collegium
zu Leipnik, 1801 kam er in jenes zu
StraĂźnih, 1802 zu Nikolsburg, 1803 zu
Kremsier, wo er seine Studien fortsetzte,
zugleich aber selbst, den Zwecken seines
Drdcus gemäß, Unterricht ertheilte. Im
Jahre 4804 kam er an die theresianische
Nitterakademie nach Wien, welche damals
der böhmisch-mährischen Ordensprovinz
einverleibt wurde. Dort versah er 1803
und 1896 das Amt eines Präfecten,
unterzog sich den strengen PrĂĽfungen aus
der Mathematik und Physik, worauf er
1806 in's Collegium nach Nikolsburg ge-
sendet wurde, um dort den Clerikern Logik
und Mathematik, am Gymnasium aber die
Grammatik vorzutragen. Am 24. October
1807 erwarb er sich zu Wien die philo»
sophische DoctorwĂĽrde. Als im Jahre
5808 zu Nikolsburg und Brunn Lehr-
kanzeln der Mathematik und Physik errich«
tet wurden, kam er zuerst an jene von
Nikolsburg, dann an jene nach Brunn,
von letzterer 1814 einem Rufe nach Prag
als Professor der Physik folgend. Dort
wirkte er bis zum Jahre 1833, in wel-
chem Jahre er als Regierungsrath und
Referent bei der Studien Hofcommission
nach Wien berufen wurde. Als solcher
führte er das Referat über die sämmt-
lichen philosophischen Studien, die tech»
nischen, nautischen und Realschulen, Berg» und Forstakademien. Im Jahre 1838
wurde er Propst zu Alt«B unzlau und
Landesprälat von Böhmen und bekleidete
diese Aemter bis an seinen Tod, der im
Alter von 67 Jahren erfolgte, nachdem
er eben für seine physischen Leiden Gene»
sung in den Bädern von Karlsbad gesucht
hatte. Neben seinem Berufe als Lehrer
und später im Dienste des Staates,
betrieb H. bis an seinen Tod ununter-
brochen wissenschaftliche Studien. Schon
während seines Aufenthaltes in Mähren
brachte es sein Eifer dahin, daĂź in Brunn
em astronomischer Thurm erbaut wurde,
auch verdanken Brunn und Prag vor-
zugsweise seinen BemĂĽhungen ihre physi-
kalischen Cabinete', er selbst berechnete
18 l i alle Sonnenfinsternisse von 1813—
136l) und zeichnete sie orthographisch
sowohl fĂĽr die ganze Erde, als auch fĂĽr
den Brünner Horizont. Von seinen wis«
senschaftlichen Arbeiten gelangte durch
den Druck in die Oeffentlichkeit: „Olemente
der Natnrlchre" (Brunn 1813, TraĂźler,
mit 1 Taf., 8".); — „Anrjc Inkitimg znr
Kenntnis der Sternbilder" (Brunn l814,
1814); — „A
^Ive, mit 22 Taf., gr.4".);
— „Bn'llnH einer gräöjirhtliäM Narr,tcllung
dessen, wa2 an drr Narl Fn'öininld'Hen Ani-
urrZitiit zu Prag in der ^.rftcnmrntlllpliljĂĽik
ymrlmtet mnrde" (Prag 1818, 8".); —
1818); —
. 1819); — „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon