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Halloy 288
Hülllll) , Friedrich Freiherr von
(Oberst des Kaiser-Jäger«Regiments,
geb. zu Gratz 1802. gest. zu Innsbruck
13. December 1838). Am 28. November
1818 trat Hal loy freiwillig als Cadet in
die österreichischen Kriegsdienste. Bereits
im Jahre 1831 hat er als Unterlieutenant
und Bataillonsadjutant den Feldzug
gegen die italienische Insurrektion mit-
gemacht und war bei der Einnahme
von Rimini gegenwärtig. Im Jahre
1848 als Hauptmann und Commandant
der 8. Compagnie zur Tiroler Landes-
vertheidigung beigezogen und speciell
beauftragt, das bedrohte Vinschgau vor
feindlicher Invasion zu schuhen, hat er
durch seine umsichtigen Dispositionen mit
unermüdlicher Thätigkeit und unter großen
Anstrengungen — wohin vornehmlich die
Transportirung einer ?pfündigen Haubitze
auf die 10.000 Fuß hohe, fast unerfteig.
liche Korspitze als ein besonders kühnes
Unternehmen gehört, welches seinen Zweck,
den Feind in seiner Höhenstellung zu
prädominiren und einzuschüchtern, voll-
kommen erreichte — seine Aufgabe auf
das ehrenvollste gelöst, und die sehr
gefährdeten Positionen bei Trafoi und
Taufers fortwährend glücklich behauptet,
auch dem Feinde in fast täglichen Schar«
mützeln und ihn selbst mehrere Male muth»
voll angreifend, bedeutenden Abbruch
gethan, und ihm schließlich eine namhafte
Kriegsbeute abgenommen. Für diese muth»
voll und erfolgreich bewirkte Verthei»
digung des Vinsch'gau wurde er mit dem
Orden der eisernen Krone 3. Classe
belohnt. Im Jahre 1849 bestand er als
Major und Commandant des 1. Kaiser-
Iäger.Bataillons den Sommerfeldzug
gegen die ungarische Insurrection. Bei
dem Angriffe auf Raab am 28. Juli
wirkte er bei Einleitung des Kampfes
mit Erfolg. Am 2. Juli, als von Comom die Ungarn aus der Festung hervor-
brachen und sich unversehens des Acser
Waldes bemächtigten, drang Halloy
mit der disponiblen Division seines
Bataillons in das Centrum des Waldes,
warf den Feind zurück, sah sich jedoch
in Folge seines allzukühnen Vordringens
plötzlich von allen Seiten umrungen,
rettete aber seine Division durch Tapfer-
keit und Geistesgegenwart, indem er sich
mittelst eines raschen Vajonnetangriffes
den Weg zu seiner Brigade eröffnete.
In der Schlacht vor Comom am 11. Juli
erhielt er den Befehl, mit seinem verein-
ten, durch Gefecht und Cholera aber
auf 68 Rotten herabgeschmolzenen Ba-
taillone diesen wichtigen Theil des
Waldes, dessen sich der Feind bemäch-
tigt hatte, um jeden Preis zu nehmen.
H. schritt alsogleich zum Angriffe und
warf den weit überlegenen Feind mit
dem Bajonnete aus dem Walde, hielt vor
demselben mit seiner kleinen Schaar,
ungeachtet die Verbindungstruppm in
beiden Flanken wiederholt zum Weichen
gebracht wurden, und trotz der ungeheuren
Uebermacht des Feindes, der gegen das
Bataillon mehrere ungestüme Bajonnet«
angriffe versuchte und es mit zwei Bat«
terien in Front und Flanke beschoß, durch
mehrere Stunden und zwar so lange
Stand, bis der Sieg unserer Armee ent-
schieden und der Kampf beendet war.
H. erhielt für seine That später das
Militär'Verdienstkreuz. Am 10. August
vor Arad befehligt, einen Wald bei Drei»
spitz zu stürmen, hat er diesen Auftrag
an der Spitze seiner Jäger mit so glück-
lichem Erfolge ausgeführt, daß er nur mit
dem geringen Verluste von sechs Jägern
den Feind in kurzer Zeit aus dem Walde
vertrieb und bis unter die Mauern von
Arad drängte. Von den Vorposten vor
Arad nach Villagos entsendet, um die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon