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Hammer-Purgstall 271 Hammer-Purg stall
Momenten gedacht werden soll. Als er
im Jahre 4819 den persischen Botschaf,
ter Mirza Abul Hassan in Wien,
kraft seines Amtes als Hofdolmetsch, im
feierlichen Aufzuge zur Audienz nach Hofe
geleitete, wurde er^dafür mit dem Ritter»
kreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet.
Der Botschafter verehrte ihm ein edles
Pferd, dessen Erlös von 100 Ducaten
Hammer, wie er früher das Honorar für
seine Dichtung: „Der Sturz der Barmeki«
den" (Nr. 64), als Beitrag zum Denkmale
fürHeinrich vonColl in gewidmet,nun
zur Bestreitung für die Auslagen seines
eigenen Grabsteines bestimmte. Diesen
aber ließ er sich damals schon, 37 Jahre
vor seinem Tode, aus dem ihm von
seinem Freunde Sinzendorf aus dem
Steinbruche bei Gföll gespendeten grauen
Marmor in seinem ihm von seiner Jugend«
zeit theuren Weidlmg von dem Bildhauer
Kiesl ing auf dem Grabe aufstellen,
in welchem seit 1812 seine Jugend freun«
din Elise Tein er ruhte. I n die Zeit
von 1816 bis 1821 fallen seine „Geschichte
der Assassinen" (Nr. 1), das Ihrer Maje-
stät der Kaiserin von Oesterreich zugeeia/
nete Werk, die „Reise nach Bruffa"
(Nr. 28), ferner „Constantinopel und
der Bosporus" (Nr. 30), und die Vor-
arbeiten zu seiner Geschichte des osma»
Nischen Reiches, für welche er im Jahre
1821 eine amtliche Reise nach Dresden
und Berlin unternahm, um die Schätze
der dortigen Bibliotheken kennen zu ler»
nen und für dieses colossale und verdienst-
lichste seiner zahlreichen Werke zu benutzen.
Gleichfalls zu literarischen Zwecken unter«
nahm er 1828 eine Reise nach Italien.
Im nämlichen Jahre wurde er auch mit
kais. Diplom vom 14. Februar 1828 in
den erblichen Ritterstand erhoben Whe
S. 288: XII . Wappens Die Frucht die-
ser italienischen Reife waren die in der „Vidii0t6o3.it3.ii2.n2." abgedruckten neun
bibliographischen Briefe, worin er seine
Forschungen über die in den Bibliotheken
Italiens, namentlich Turins und Mai»
lands, aufbewahrten orientalischen Hand-
schriftenschätze niederlegte; ferner das poe-
tische Reisetagebuch „Italia" (Nr. 68),
welches er der damals bestehenden Cen>
surrücksichten wegen anonym herausgab;
auch trat er mit mehreren bedeutenden
Persönlichkeiten in wissenschaftlichen Ver-
kehr, so während seines sechswochentlichen
Aufenthaltes in Mailand mit dem kunst-
sinnigen Grafen Viscont i , mit dem
Archäologen und Orientalisten Grafen
Castiglione, und erneuerte in Rom
seine schon im Orient geschlossene Freund»
schaft mit dem russischen Gesandten,
Ritter von I ta l insk i , dessen reiche
Sammlung orientalischer Handschriften
ihm zur unbeschränkten Benützung offen
stand. Im Jahre 1833 erhielt H. den
von der Berliner Akademie der Wissen-
schaften für die Beantwortung der Frage
„Neber die innere Verwaltung des Chali-
fats" (Nr. 8) ausgesetzten Preis von
100 Ducaten, den er zur Drucklegung
seiner Uebersetzung des türkischen Gedichtes
„Gül und Bülbül" (Nr. 48) 'verwen-
dete; bei welchem Anlasse insbesondere
die schöne Sitte Hammer's hervor»
gehoben werden muß. daß er die für
seine literarischen Arbeiten erhaltenen
Honorare und Preise gewöhnlich wieder
literarischen Zwecken zuwendete. Auch ließ
er zur Herausgabe dieses Werkes, wie
auch später anderer orientalischer Bücher,
auf seine Kosten die Typen schneiden.
Uebrigens fällt in das Decennium 1823
bis 1833 außer der in zwei verschiedenen
Ausgaben erschienenen „Geschichte des öS«
manischen Reiches" (Nr. 2), unterAnderen
noch das Erscheinen der Uebersetzung
in's Persische der dem Schah gewidmeten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon