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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Page - 282 -
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Page - 282 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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Zammer-PurZftall 282 Hammer-Purg stall das Interesse daran auch in weiteren Kreisen zu uerbreiten und zur Bearbeitung der von ihm eröffneten Fundgruben selbst Dichter und Künstler anzuregen. So wurde eine Frucht seiner Ucbersetzung des „Hasis" und seiner „Geschichte der schönen Redekünste Persiens" Goethe's „westöstlicher Divan" Er konnte mit vollem Rechte auf die ihm zu Ähren geprägte Medaille die Herodot'schen Worte setzen lassen: X2läN LN>QNM 2rNUNI6N; denn ein Alexander auf dem Felde der Wissen« schaft hat er gleich jenem voll leidenschaftlichen Ehrgeizes, voll Nimmersatten Thatendurstes den Orient für den Occident erobert, „Asien mit Europa geistig zu verbinden" gesucht Aber nicht blos durch seine eigenen Werke, nicht durch die immer mit der größten Bereit- willigkeit geleistete Unterstützung fremder und durch die Aufmunterung jüngerer Kräfte hat Hammer sich um die Wissenschaft hochver- dient gemacht; er hat auch durch seinen nicht abzukühlenden Feuereifer und seine unablässigen Bemühungen für die Errichtung und Bil< düng einer Akademie der Wissenschaf- ten in Oesterreich sich fürwahr ein großes Verdienst um die Wissenschaft und das Vater» land erworben. Es lag ja in der Natur seines encyklopädischen Geistes, seiner polyhistorischen Thätigkeit auch in seinem Vaterlande ein Pan« Athenäum zu errichten und aufbauen zu helfen. Daher war es auch sein Wunsch und sein Streben, der Idee, die schon Leibnitz ange» regt und ihre Nealisirung schon damals zeit- gemäß gefunden hatte, in den höchsten Kreisen Gönner und Förderer, unter seinen Genossen Anhänger und Werkleute zu gewinnen. Noch näher auf dieses Ziel, das ihm eine wahre Herzensangelegenheit geworden war, zusteuernd, verband er sich im Jahre 1833 mit den nam« haftesten Gelehrten des Vaterlandes, um durch vereinte Bitten und Vorschläge die Nothwew digkeit und Möglichkeit einer Akademie der Wissenschaften in Oesterreich geltend zu machen. Zehnjähriges Harren auf eine Entscheidung konnte ihm nicht den Muth benehmen; und so trat er von Neuem unter günstiger gewordenen Verhältnissen, nachdem mehrere Vereine für besondere Zweige und Fächer rasch nach ein. ander sich hatten gestalten können, im Jahre 1845 mit den gleichgesinnttn Repräsentanten der Wissenschaft aus den verschiedenen Fächern zusammen, um wenigstens durch das Band einer al lgemeinen wissenschaftlichen Gesell- schaft, sei es aus Privatmitteln, die Bildung einer Akademie vorzubereiten und den Weg dazu zu bahnen. Und in der That sollte dieß, mal sein Streben und Hoffen nicht fruchtlos bleiben, denn schon im darauf folgenden Jahre wurde die Errichtung einer kaiserlichen Akademie der Wissenschaften aus Staatsmitteln beschlossen, von dem Monarchen allergnadigst genehmigt und mit wahrhaft kaiserlicher Munisicenz in's Leben gerufen." — Fal lmerayer faßt seine Bewunderung für Hammer in folgenden Worten zusammen: „Was sonst im Laufe vieler Generationen und nur mit der geistigen Ge- sammtkraft ganzer Nationen verrichtet wird, bat Hammer - Purgstall innerhalb der engen Schranken eines Menschenlebens für sich allein zu Stande gebracht. Könnten sich die Sitten je so weit verfeinern, daß für die Größe der Menschen die geistige That und die sittliche Kraft, nicht die Summe des vergossenen Blutes und der aufgehäuften Ruinen, den Maßstab geben, so würde der Hingeschiedene in den Augen der spätesten Nachwelt ein Heros, einer der größten Eroberer und Wohlthäter des mensch« lichen Geschlechtes sein. Bleiben die Dinge aber wie sie jetzt sind und von jeher waren, oder sinken wir, wie die Dichter und Moralisten seit Homer und Hesiod unablässig klagen. Physisch und geistig noch tiefer zurück, so wird den Namen „Hammer«Purgstal l" schnell genug das mystische Halbdunkel jener Fabelwesen umhüllen, die einer Zeit und einer Ordnung der Dinge angehören, welche nicht mehr sind und nie mehr kommen werden. Wer sich aber sein Leben lang mit den Werken dieses Mannes beschäftigt hat und ihm freudig auf allen Pfaden nachgezogen ist, hat das Recht einen Gesammt» spruch zu thun, der dem unkundigen, gleich-' giltigen und für Geistiges unempfänglichen Manne unverdient, überschwenglich und maß» los scheinen mag" ^Allgemeine Zeitung 1357, Nr. 36 u. 37. — Oesterreichische Zeitung 1837, Nr. 07. Diese letztere bringt nur Auszüge aus Fallmerayer's von gerechter Bewunderung und heiliger Pietät überquellendem Nachrufes. — Julius Mo hl, Mitglied des Institutes und Secretär der asiatischen Societät in Paris, gedenkt in seinem jährlichen Berichte deS Frei» Herrn vonHammer'Purgstal l . Indem er nach der Darlegung seiner Hauptwerke, seine schöpferische Kraft, die den Orient eigentlich erst recht aufgeschlossen, auf's Rühmlichste her» vorhebt, obwohl auch den Fehlern, die er gemacht, Rechnung getragen wird^ schreibt Mo hl.- „Jedoch nicht allein nach seinen schwachen Seiten dürfen wir einen Mann beurtheilen, dessen immenses Wissen und origi-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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