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verbindend. So lebte er 1833 und
1836 zu Waitzen und ging 1837 nach
Neutra, wo er die Theologie hörte. Dori
wurde er mit dem Apotheker und Natur>
forscher Adam 36. ng bekannt, stellte ml
ihm systematische Forschungen in den
Naturwissenschaften an und brachte bin-
nen zwei Jahren eine schöne Sammlung
aus dem Thier» und Pflanzenreiche zu
Stande. Er und Paul Sümeghi waren
die Begründer des ungarischen Vereines
von Zobor, aus dem spater die „Dugomcs-
geftllschaft" entstand. 1840 wurde er zum
Priester geweiht und als Lehrer nachMär-
maros-Sziget geschickt, wo er seine For>
schungen, mit reicheren Hilfsmitteln ver-
sehen, in ausgedehnterem Maßstabe fort-
setzte. 1841 wurde er zum wirklichen Mit>
gliede des ungarischen naturwifsenschaft»
lichen Vereines ernannt. Von Mä.rmaros>
Sziget kam er 1844 nach Waitzm, wurde
aber von dort, um ihm die Vollendung
eines bereits begonnenen großartigen
naturgeschichtlichen Werkes zu erleichtern,
von seinem Vorgesetzten 1843 nach Pesth
übersetzt. 1348 wurde er vom Ministerium
für Cultus und Unterricht zum Custos
der Universitätsbibliothek und zum Pro«
fefsor der Naturwissenschaften in Ofen
ernannt. Als ihm aber keine Besoldung
verabfolgt wurde, entsagte er diesem
Amte. Nach der russischen Intervention
schloß er sich
an die Revolutionspartei an,
wurde aber bald darauf im Alter von
39 Jahren ein Opfer. der damals in
Ungarn herrschenden Cholera. Kurz zuvor
noch, von dem allgemeinen Geiste des
Umsturzes mitgerissen, war ihm auch sein
Priestergewand unbehaglich geworden,
und als Ausdruck seiner Stimmung und
Sinnesänderung in jener Zeit muß seine
Broschüre über die Kirchenreform gelten.
Außer einigen Zeitungsartikeln veröffent-
lichte er folgende Werke: „ , d. i.
Die Elemente der Naturgeschichte zum
Gebrauche für die Jugend (Pesth 1845);
^ , d. i.
Naturgeschichte oder systematische, mit
naturgetreuen Abbildungen versehene
Beschreibung des Thier«, Pflanzen« und
Mineralreiches, zum Privat« und zum
öffentlichen Unterrichte (Pesth 1845).
Letzteres Werk und mehrere andere bereits
begonnene wissenschaftliche Arbeiten sind
unvollendet geblieben. Seine Geschichte des
Thierreiches in Ungarn hat Dr. Pölya
1849 drucken lassen. Das „^tkOnaeuui«
und die „Ha32n<)8 mnIatsÄTok", d. i.
Nützliche Unterhaltungen, enthalten meh-
rere seiner naturwissenschaftlichen Aufsätze.
d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von
Lebensbeschreibungen. Von Jakob Ferenczy
und Ios. Daniel ik (Pesth 1856, Gust. Emich,
8«.) S. 180.
Handel, Max, siehe: Hiinuel, Maxi-
milian, S. 181.
Handel, Paul Anton Freiherr (k. k.
Hofrath und Minister-Resident zu
Frankfurt, geb. zu Mergentheim
23. Juli 1776, gest. zu Hagenau
12. Mai 1847). Entstammt einer ober-
'ränkischen, im Stadtchen Weißmain seß-
haften und früher begüterten Familie,
von welcher die Brüder Paul Anton,
Heinrich und Joseph, die ersten den
deutsch«erbländischen Adel erhalten haben.
Paul Anton studirte in Erlangen,
wurde 1797 Legationssecretär, 1799 Lega«
lonsrath, diente seit 1800 als Hof« und
)iegierungsrath bei der obersten und poli»
isch-administrativen und Iustizstelle des
Hoch- und Deutschmeisterthumes zu Mer»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon