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Hanthaler 336 Banthaler
'der Wissenschaften sein Hauptwerk: Die
„Geschichte nnü Veschreibung der Präger Nmuer-
sitätzliiblilltlilk", eine Frucht des andauern»
sten Fleißes und seltener Gründlichkeit,
an der er über 30 Jahre arbeitete. Das
Werk erschien nur in 20l) Exemplaren,
ohne des Verfassers in der Vorrede aus-
gesprochene ironische Belorgniß wahr zu
machen, daß sie nur einen Zeser, näm-
lich den Autor selbst finden werde. Das-
selbe erwarb vielmehr dem gelehrten
Verfasser einen ehrenvollen Namen im
In« und Auslande und hat als einzige,
dem Forscher unentbehrliche authentische
Beschreibung der Prager Bibliothek bereits
das Verdienst gehabt, manchen vergrabe-
nen Schatz dem Lichte zugeführt zu haben;
ist aber leider durch den Mangel eines
Materien- und Namen-Index, der einem
Werke dieser Art nie fehlen sollte, nur sehr
schwer benutzbar. Andauernde Kränklich-
keit veranlaßten H., im Jahre 1836 sein
Amt aufzugeben. Von da an lebte er voll-
ständig seinen sgrößtentheils philosophi»
schen) Studien und der Erziehung seiner
Kinder. Er starb nach langem Leiden, mit
stoischem Gleichmuthe dem Tode so ruhig
in's Auge sehend, daß er wenige Tage
vor seinem Hinscheiden seine Todesanzeige
selbst aufgesetzt hatte. Er hinterließ drei
Söhne und zwei Töchter, unter ersteren
den von Fachmännern als Autorität
anerkannten Musikschriftsteller Eduard
Hans tick j^ s. d. Vorigen^
Bohrmia (Präger Untcrhaltungsblatt. 4".)
1869, Nr. 31. — I l lust r i r tc Zeitung
(Leipzig. I , I . Weber) 1839. Nr. 813, m der
„Todtenschau". — Krakauer Zeitung
1839. Nr. 29. in der Rubrik „Kunst und
Wissenschaft".
Hanstadt, siehe: Lang Edler von
Hanstadt, Johann Nepomuk.
Hanthaler, Chrysostomus (Ge-
schichts forsch er, Arch ivar und Bibl iothekar des Cisterzienserstiftes
Lilienfeld, geb. zu Marenbach bei Ried
in Oberösterreich 44. Jänner 1690, gest.
zu Li l ienfeld 2. September 1734).
Er hieß nach seinem Taufnamen Johann
und war der Sohn armer Eltern, der
unter drückenden Verhältnissen zu Salz«
bürg die Philosophie beendete und dann
in das dortige Stift St. Peter eintreten
wollte. Nachdem ihm die Aufnahme ver»
weigert worden, studirte er die Rechte
und erwarb sich als Corrector einer
Druckerei und durch Unterrichtgebm in
Mathematik und Physik mühsam seinen
Lebensunterhalt. Nach beendeten Rechts«
studien begab er sich
nach Wien, um dort
die Theologie zu studirm. 1746 gelang
es ihm durch eine Empfehlung an den
Abt Chrysostomus Wiser in das Cister-
zienserstift Lilienfeld einzutreten, wo er
am 15. August 1717 sein Gelübde
ablegte, seines Abtes Namen Chrysostomus
annahm und am 2. April 1713 die erste
Messe las. Seine Kenntnisse und priester-
lichen Eigenschaften machten ihn zu
verschiedenen Klosterämtern verwendbar;
14 Jahre hindurch versah er das Amt
eines Novizenmeisters, als Bibliothekar
ordnete er die reiche Bibliothek, über
welche er einen Katalog verfaßte, wurde
dann Subprior, Administrator am Anna-
berge und erhielt nach seiner Rückkehr
in's Kloster von seinem Abte volle Muße.
sich dem Studium der Geschichte zu wid-
men, wozu ihm das Klosterarchiv reiche
Quellen darbot. Seine gedruckten Werke
sind in
chronologischer
Folge:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon