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Hami» 339 Hanus
graphisch - literarisches Handwörterbuch zu
Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzi,
I8ä9. Ambr. Barth). Bd. I, Sp. toi6.
Hauus, hie und da auch Hllimsch
Ignaz Johann (Bibliothekar un
philosophischer Schriftsteller, geb. z
Prag 28. November 18i2). Besucht,
1818 bis -1820 die Pfarrschule zu St,
Gallus; 1821 bis 1823 die Hauptschuld
am Tein; 1824 bis 1829 das Altstädte
akademische Gymnasium, an welchem
Fr. Swoboda und Ios. Jung mann
lehrten; vollendete 1830 und 1831 das
philosophische Studium an der Prager
Universität unter Iac. Beer, I . von
Lichtenfels und Caff. Hallaschka
und trat Ende 1831 in das PrämoN'
stratenserstift Strachow in Prag ein. Der
Novizenmeister Dr. Stoppani, ein
Sachse, übte merklichen Einfluß auf H.,
welcher das Studium der hebräischen
und griechischen Sprache trieb und letz
teres auch fortsetzte, nachdem er 1832
aus dem Orden getreten war. Nun begab
sich H. nach Wien, wo er l832 bis 1833
an der dortigen Universität Pädagogik
unter Iac. Beer, Aesthetik unter Mül-
ler, Geschichte der Philosophie unter
Exn er, classische Philologie und Lite-
raturgeschichte unter Müller und öster-
reichische Staatsgeschichte unter Knoll
hörte, und dann das juridische Studium
begann, dessen vierten Jahrgang er aber
erst spaler als Professor in Lemberg been«
dete. 1835 bis 1838 war er Adjunct d»
philosophischen Lehrkanzel unter Professor
von Lichtenfels, und am 10.April 1837
erhielt er die philosophische Doctorwürde
zu Prag. Nach drei für die philosophischen
Lehrkanzeln nach Tarnow, Innsbruck und
Lemberg geschriebenen Concursm, wurde er
1838 Professor der Philosophie und deren
Geschichte an der Universität in Lemberg,
welche Stelle er bis 1847 bekleidete und mittlerweile (1843) als supplirender Pro«
fefsor der Weltgeschichte und Diplomatik
fungirte. 1847 kam er als Professor der
Philosophie und deren Geschichte nach
Olmütz; 1849 im October in gleicher
Eigenschaft nach Prag, von welcher Stelle
er am 29. Februar 1832, jedoch mit
dem Fortbezuge des vollen Gehaltes,
enthoben wurde. Das Ministerium äußerte
sich gegen den akademischen Senat
darüber unter Anderem so: „Die Beibe-
haltung seines Gehaltes, ohne ihm vor
der Hand eine andere Bestimmung zu
geben, soll als Beweis dienen, daß die
Nothwendigkeit seiner Enthebung ihm
nicht zum Vorwürfe gemacht wird."
Bereits im Jahre 1830 zum außerordeni>
lichen Mitgliede der kön. böhmischen
Gesellschaft der Wissenschaften in Prag
erwählt, wurde er im April 1832 ordent«
liches Mitglied und 1883 Bibliothekar
derselben, als welcher er in die seit 1848
mit der Uebersiedeluug in das neue
Locale ganz verwahrloste Büchersamm-
lung Ordnung brachte und Wissenschaft«
liche Cataloge dieser, so wie der Werke
und Abhandlungen der Gesellschaft ver-
faßte. Im Jahre 1869 wurde H. an
safarik's (gest. im Juni 1861) Stelle,
welcher seines Amtes enthoben wurde, um
sich ganz seinen wissenschaftlichen For»
'chungen widmen zu können, Bibliothekar
an der Universität in Prag. Hanns hat
bereits eine reiche literarische Thätigkeit
ntfaltet und aus den Gebieten derPhilo»
'ophie, Archäologie, Cultur» und Literatur«
zeschichte theils selbstständige Werke, theils
n wissenschaftlichen Sammelwerken abge-
rückte Abhandlungen veröffentlicht und
w^ar aus dem Gebiete der Philosovhie:
Handbuch der M35en5chMiöM OrtnhrnngZ-
ehrr in plM5llphische5 M55rn rinleitend"
Lemberg 1842, Stockmann, 2. Auflage
l846, 3. Aufl. Brunn 1849, Winniker);
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon