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Conversations-Lerikon von I . Hirten^
feld, Bd. I I I , S. äft.) — 9. Johann (I.)
(gest. im November 1389) Burggraf zu Mägde«
bürg, Graf zu Hardegg, ein Sproß des
zweiten Geschlechtes d'er Grafen Hardegg,
Burggrafen zu Magdeburg; um das Jahr 1363
Obersthofrichter Kaiser Karl's IV., Königs
in Böhmen, der ihm besondere Gunst erwies
und ihm ansehnliche Schlösser und Güter in
Böhmen schenkte. Johann's erste Gemalin
war Helena von Sachsen (gest. 2. April 1367),
Tochter des Churfürsten Rudolph, welche
ihm keine Kinder gebar; seine zweite war Nana
Gräfin von hals aus Bayern, und aus dieser
zweiten Ehe stammen zwei Söhne: Berthold
und Johann, und zwei Töchter: Katha-
rina, Gemalin Bernhard's uon petlau, und
Wilburgis, in erster Ehe mit Rudolpy von
Walsee, in zweiter mit Albero von Boscowiz
vermalt. Nach dem Tode H elen a's, der ersten
Gemalin Iohann's, kam dasBurggrafenthum
Magdeburg an das Churhaus Sachsen, in
Folge der Ansprüche, welche dieses darauf
hatte. M i ß gri l l , am bez. Orte, IV, S.108.)
— 10. Johann (HL), Burggraf zu Mägde»
bürg, Graf von Hardegg (gest. 142V). Sohn
Johann's (H.), auch ein Sproß des zweiten
Geschlechtes der Hardegg, war 1407 und
1408 Landmarschall in Niederösterreich, und als
1408 die Fehde zwischen den Herzogen Leo<
pold IV. und Ernst von Oesterreich ob der
Vormundschaft über ihren Neffen Alb rechtV.
ausbrach, stand Johann (III.) auf des Her»
zogs Leopold IV. Seite und befehdete viele
Stände und Edelleute, die für den Herzog
Er nst Partei nahmen. Johann (lil.) brfand
sich auch unter den Schiedsrichtern, als 1418
der Streit zwischen Herzog Albrecht von
Oesterreich und Herzog Heinrich von Bayern
geschlichtet wurde. Im Jahre 1425 überfielen
die Hussiten die Stadt Netz zur Nachtzeit,
bemächtigten sich, nachdem sie grausam gegen
Volk und Geistlichkeit verfuhren, des Schlosses
und nahmen den Grafen Johann (IH.)
gefangen, der dann im Gefängnisse zu Prag
einen schmerzlichen Tod erleiden mußte, ^an -
^a/e?-, I'asti 02inMiIi6N863, II , I'ol. 100.
— ?s2 s'Z".^, 8orii>tors8 rsr. ^U8triaoa,r.
?ow.. I, i». 258, 256, 733.) — 11. Johann
(gest. 27. Juli 1538), mit diesem Namen der Erste
des jüngsten Geschlechtes der Grafen Hardegg
(Prueschenk), erstgeborner Sohn des Grafen
Heinrich, des Stifters der heutigen Grafen
von H. Als am 17. Juli 1613 die Zusammen'
kunft der Könige L adislau s von Ungarn und
y. Wurzbach, biogr. Lexikon. VI I . Böhmen und Sigismund, König von Polen,
mit Kaiser Max I. zu Wien Statt hatte,
glänzte Graf Johann durch die Pracht und
den Reichthum seiner Rüstung. Bei der ersten
Belagerung Wiens durch die Türken, im Jahre
1629 führte er mehrere hundert Mann wohlge«
rüsteter Truppen in den Kampf und leistete gute
Dienste, insbesondere durch sein aus eigenen
Mitteln im Viertel ober dem Manhcirtsberge
unterhaltenes Aufgebot, mit dem er das
ganze Gebiet vor dem Einfalle der Türken
schützte. Er focht auch 1326 in der unglück-
lichen Schlacht bei Mohärs, in welcher er
seine 200 Reiter verlor. Aus seiner zwei-
maligen, zuerst mit Ntarganlhe Gräfin von
Ichaumßerg, dann mit Barbara Freiin Lraig
geschlossenen Ehe besaß er' mehrere Kin«
der; aber schon in seinem Enkel Johann (II.)
Albert, dem Sohne Hanns Friedrich's,
erlosch dieser Zweig s^iehe die Genealogie).
Dieser letzte Johann (H.) dürfte wohl der«
selbe sein, welcher im Jahre 1573 Nsotor Naz-
niüouL zu Wittenberg war und „Orationsa
6.UK3 1) äs IsFidus 2) äs oomsta" (^Vittsul).,
8".) im Drucke herausgab (Joch er's Gelehr-
ten-Lexikon. Bd. I I , S. 1358). lWißgr i l l .
am bez. Orte, Bd. IV, S. 127. — Oester-
reich isch es Mi l i tä r« Konversations-
Ierikon oon.Hirtenfeld, Bd.I I I , S. 31,
mit der Angabe des falschen Todesjahres 1736
statt 1535.) — 12. Johann Anton Leon-
hard lsiehe den besonderen Artikel S. 345). —
13. Johann Heinrich s^iehe den besonderen
Artikel S. 353). — 14. Johann Ignaz
lsiehe den besonderen Artikel S. 359). —
15. Julius (I.). der Ahnherr aller jetzt leben,
denHardegg (gest. 1557), Sohn des Grafen
Heinrich s^s. d. Nr. 6), war Landeöhaupt'
mann"in Oberösterreich und ein tapferer Kriegs-
mann. Bei der ersten Belagerung Wiens durch
die Türken 1529 vertheidigte er nnt seinem
Bmder Johann s^- d. Nr. 11) das Viertel
ober dem Manhartsberge gegen die Einfälle der
türkischen Horden, focht auch 1532 und die
folgenden Jahre für König Ferdinand I.
gegen die Türken und wohnte 1537 der unglück»
lichen Schlacht von Esseg bei; 1539—1543 war
er Landeshauptmann in Oberösterreich und
hielt zu Heinrichsburg, jetzt Greinburg, an der
Donau fürstlichen Hofhalt. Im Jahre 1547
wurde er oberster Hofmarschall des Königs
Ferdinand, wohnte aber auch in dieser
Eigenschaft und schon im hohen Alter stehend,
den Kämpfen gegen die Ungarn bei und focht
noch 1652 in der Schlacht bei Erlau. Ueber
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon