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Harrach 369 Harrach
liegt. Von Przi bis laus' löhnen, welche
bereits in Oesterreich lebten, pflanzte Dietrich
(gest. 4336) das Geschlecht fort. Von Dieb
rich's Söhnen, acht an Zahl, war Paul
1359 Bischof in Freising, als welcher er 23. Juli
1377 starb; mit Ulrich (gest. 14ttl). Dieb
rich's jüngstem Sohne, setzt sich der Stamm
fort. Ulrich's jüngster Sohn Bernhard (gest.
4433). war Rath des Kaisers Albrecht I I .
und Stammvater der zwei Hauptlinien, von
denen die eine im 16. Jahrhunderte erlosch, die
andere in zwei Zweigen noch heute fortblüht.
Vernhard hatte aus zwei Ehen 7 Söhne und
eine Tochter; der jüngste Sohn aus Bern«
h ard's erster Ehe, Leonhard (I.), und der
ältere aus seiner zweiten Ehe, Hanns (I.),
sind die Stammväter der zwei Hauptlinicn.
.4. Erloschene Hauptlinie der Harrach )n
Goggitsch. Deren Stifter ist Johann,
gemeiniglich genannt Hanns (l.) ssiehe.-
I I . Hervorragende Glieder der Familie Har-
rach, Nr. 14). Johann (gest. 1480) ver-
malte sich mit Aalyarilia Alanzpeckl), die ihm
16 Kinder, u. z. 3 Söhne und 13 Töchter, ge-
bar. Von den Söhnen starb Alexander in
jungen Jahren; Hanns (II.) hinterließ aus
seiner Ehe mit Ursula von Almgen nur 3 Töch'
ter; der dritte, Friedrich, von seinem Sprich«
worte der Gotzgotsch genannt, besaß aus seiner
Ehe mit Amul von binzeudorf einen Sohn
Johann und zwei Töchter. Mit Johann's,
aus seiner Ehe mit Apossonia Marhclt entspros-
senem Sohne Leopold, welcher unvermält
geblieben zu sein scheint, erlosch diese Haupt«
linie. Schloß und Herrschaft Goggatsch (oder
Goggitsch) kam an Lcopold's Schwester
Anna, welche sich 1524 mit ceunyard oon 5in-
zenborf vermalt hatte.
L. Noch dlüheltdeHauptlinie der VraftnHarrnch.
Des Hanns von Harrach Stiefbruder Leon-
hard (I.) ist der Stifter derselben. Leon-
hard (I.) (gest. 1461), war 1436 mit Herzog
Friedrich von Oesterreich nach Palästina
gezogen; er war dreimal vermalt und erhielt
aus seiner letzten Ehe mit Ursula jiollaul großes
Vermögen und drei Söhne, von denen der
älteste, Theobald, des Kaisers Maximi«
lian I. Regimcntsrath war; der zweite,
Bernhard, 1473 zu Stein in Kärnthcn von
den Türken erschlagen wurde, der dritte, Leon-
hard (II.) (gest. 1513), Landesverweser in
Steiermark war und mit seiner Gemalin Nar»
gcnttya fterncr von Aaltchenschach vier Söhne
erzeugte: Wolfgang, Christoph, Michael,
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. V I I . Leonhard (III.). Christoph trat in den
Orden der Paulaner und starb (1514) im Rufe
großer Frömmigkeit; Wolfgang und Mi
ch
ael
starben in der Jugend; Leonhard (III.) sehte
die Linie fort. Leonhard (III.) (gest. 2. De.
ccmber 1327) war des Königs FerdinandI.
Obersthofkanzler, erkaufte 1524 uon Georg Gra»
fen von Montfort die Herrschaft Rohrau
in Niederösterreich, in deren Besitz die Familie
noch gegenwärtig ist. Aus seiner Ehe mit
Varöara von Gleiniz hatte er 11 Kinder, u. z.
3 Söhne, 8 Töchter. Zwei der Söhne starben
unvermält; der jüngste, Leonhard (IV.),
pflanzte das Geschlecht fort s,s. d. S. 376, Nr. 49).
Aus seiner Ehe mit Baröara Freiin von Win»
dischgrätz besaß er 14Kinder, darunter 4Söhne,
von denen der jüngste. Leonhard (V.), die
Linie fortsetzte. Leonhard (V.) (geb. 1342,
gest. 5. Febr. 1597) war von 1577—1381 Landes-
hauptmann in Oesterreich ob der Enns, dann
mehrere Jahre Botschafter in Nom und zuletzt
Obersthofmcister der Erzherzoge Mathias und
Ernst. Zweimal vermalt. 1) 1563 mit Naria
Ictroßecl Reichsgräsin von Zossern zu Hohenzossmi
(gest. 1578), 2) mit Anna Gräsin von ^ttenöma,
erzeugte er in beiden Ehen 20 Kinder, u. z. in
erster 2 Söhne und 7 Töchter, in zweiter 4 Söhne
und 7 Töchter. Von den Söhnen starb Leon-
hard (VI.) (geb. 1368, gest. 1608), kais. Hof'
kammerrath, ohne Descendenz; Karl, der erste
Graf s.s. d. S. 375, Nr. 17), pflanzte mit Naria
Elisabeth Frciin von bcymltenl'ach das Geschlecht
fort. Von seinen 9 Kindern, u. z. 6 Söhnen
und 3 Töchtern, stifteten Leonhard (V7I.)
und Otto Friedrich die zwei noch jetzt blü<
henden Linien; Ernst Albert ss. d. Nr. 5)
war Erzbischof von Prag; Franz Albert
l^s. d. S.374, Nr. 1l)^ war Diplomat; Johann
Kar l und Maximil ian, Veide in kaiserlichen
Kriegsdiensten, starben unvermält.
v. I) Aeltere Linie der Grasen Oarrach. Leon-
hard (VII.), Karl's (I.) dritter Sohn, ist der
Stifter dieser Linie. Leonhard (geb. 1601,
gest. 1645) war des Kaisers Ferdinand I I .
Rcichshofrath; mit Maria Franzisra Fürstin von
Eggrl>b!.'rg hatte er einen Sohn, Leonhard
Ulrich, und drei Töchter. Leonhard Ulrich
oder auch Leonhard (VIII.) war zweimal
vermalt, 1) mit Anna Euftbia von ölhwannbcrg,
2) mit Nmia NlNgcnelya Gräfin vonVellingcn;
während die erste Ehe kinderlos blieb, stammen
aus der zweiten drei Töchter und Ein Sohn,
Grnst Anton (geb. 13. Februar 1665, gest.
<1. März 1718). welcher das Geschlecht fort.
pflanzte. Ernst Anton war zweimal vermalt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon