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Harrach 373 Harrach
erst 27 Jahre alt, Erzbischof von Prag. Ani
9.April 1626 ernannte ihn Papst Urban V I I I
zum Cardinal und setzte ihm selbst mit den
Worten: In Nrnosto Principe urda
siino ooronamug i^Lain nrdlmitktsni den
Cardinalshut auf. 1637 war er auĂźerordent
licher Botschafter am päpstlichen Hofe; als
1643 die Schweden Prag ĂĽbersielen, wurde er
gefangen, aber dann gegen 15.000 Thaler frei-
gelassen Nach der Resignation des Erzherzogs
Sigisinund Franz von dem Bisthume
Trient 1663 wurde Ernst Albrecht auch
FĂĽrstbischof von Trient. Er hat drei Conclaven
zur Wahl der Päpste Innocenz X., Aleran
der VI I . und Clemens IX. beigewohnt;
drei Könige und zwei Königinen von Böhmen,
Ferdinand I I I . , den IV-, Leopold I.,
Eleonora und Mar ia , gekrönt; und wäh-
rend 42 Jahren seiner erzbischöflichen Würde
609 Kirchen und 10.000 Priester geweiht. Er
war ein großer Wohlthäter der Armen, so daß
ein lateinischer Poet seiner Zeit an ihn das
lateinische Distichon dichtete:
Täglich wurde eine ansehnliche Zahl derselben
in seinem Palaste an mehreren Tischen gespeist.
Ernst Albrecht trat auch energisch auf, als
die Gesellschaft Jesu zur Behauptung ihres
gewaltigen Einflusses auf die Karolinische
Akademie in Prag alle Mittel in Bewegung
setzte; er wird auch fĂĽr den Autor der
Schrift: „^uäioium, eouäuraL Luliks a. I'I'.
sooiotatis ^oäu (^ a,232,ri ohikkao", welche
Caspar S cioppius seinen „ .^raa,ug> soeio-
tatis ^o8u" einverleibt, gehalten, welche Ansicht
jedoch der Jesuit Alphons Haylenbrouq in
seinen: „VincUoationos altorao a
i Uboilos" zu widerlegen sucht.
Us 12. ooinitig al) llarrHod. (t'raFF 1667,
I?oi.). — Blahouest (Prager Blatt) 1836
( l l . Jahrg.) Vd. I , S. 263. — Toniek
(Wenzel Wladiwoy), Geschichte der Prager Uni-
versität (Prag 1849, Haase Söhne. 8») S. 235
U.257—277. — Allgemeines historisches Lexikon
(Leipzig 1730, Thom. FritschmS Erben, Fol.)
Bd. I I , S. 786 ^nach diesem geb. zu Wien 25.
Oct. 1398. gest. 15. Oct. 1667^. — W iß gr i l l
(Franz Karl), Schauplatz u. s. w., Bd. IV,
S. 138. — Iöcher (Christian Gottl.), Allge.
meines GelehrteN'Lerikon (Leipzig 1750, Gle-
ditsch, 4".) Bd. I I , S. 1373 ^nach diesem geb.
25. October 1298 und gest. 24. October 1667.^ — 6. Ferdinand Vonaventura (I.), Ritter
des goldenen VlieĂźes (Diplomat, geb. 14. Juli
1637, gest. 13. Juni 1706 zu Karlsbad), ein»
ziger Sohn des Grafen Otto Friedrich,
des Stifters der jĂĽngeren Linie des noch
blĂĽhenden Geschlechtes, aus dessen Ehe mit
Lavin ia Gräfin oon Novellara. Ferdi»
nand Bonaventura trat in den Staats«
dienst, war 1669 kais. Reichshofrath, seit 1668
Gesandter in Frankreich und Spanien, wo er
die Verhandlungen wegen der spanischen Erb»
folge leitete, ohne dem schändlichen Verrathe der
zur Förderung österreichischer Interessen in Ma-
drid Bestellten und den französischen Intriguen
einen erfolgreichen Widerstand entgegenstellen zu
können, wie er dieß in seinen Memoiren ss. d.
Quellen) ausfĂĽhrlich schildert. Der Kaiser,
dessen ältester Minister der Graf war, zeichnete
denselben durch sein ganzes Vertrauen aus; er
war des Kaisers Obersthofmeister, Director
des geheim. Staats-Conferenzrathes und Ritter
des golomm VlieĂźes. Auch fĂĽr seine Familie
war der Graf sehr thätig: das sehr verschuldete
Majorat der Grafschaft Rohrau befreite er von
den Schulden und stiftete aus den neu erkauf»
ten Herrschaften Stauss. Aschach, BrĂĽck an der
Ieitha. Branna, Starkenbach und mehreren
anderen in Böhmen, ferner aus dem neuerbauten
Hause auf dem SchottenhĂĽgel an der Freiung
in Wien ein von Kaiser Leopold I. am
14. März 169? bestätigtes Majorat ^vergleiche
über dieses Haus: Realis , Curiositäten» und
Memorabilien«Lerikon von Wien (Wien 1846),
Bd. I I , S. 3 .^ Aus seiner Ehe mit Johanna
Theresia Gräsin von üanchrrg hatte er vier
Söhne und zwei Töchter; letztere.- Maria
Iosevha, umnält mitüuyaml Iosepy Grafen
von VyĂĽenburg, und Maria Rosa, vermalt
mit Rarl Einanues Grafen von Bou«ulolj. Von
ersteren wurde Kar l (geb. 1. Nov. 1662, gest.
4686) als Hauptmann bei der Belagerung von
Ofen in den Laufgraben erschossen; Franz
Anton l^s. d. S. 374, Nr. 11) widmete sich
dem geistlichen Stande; Johann Joseph
Phi l ipp 15 d. S. 381^ nahm Kriegsdienste,
und Alois Thomas Raymond ^s. d. S.
371, Nr. 2) betrat die diplomatische Laufbahn.
Der Graf starb im Alter von 69 Jahren,
während er in Karlsbad die Brunnencur
gebrauchte. ^Hl^moirsg st nsFooiatiouL
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon