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HartelmüÜer 389 Hartenkeil,
über, mit welchem er den Feldzügen
in den Niederlanden beiwohnte. I n der
Schlacht bei Neerwinden (18. März
1793) wurde er mit der Oberstlieutenant«
Division auf den rechten Flügel der
Avantgarde gegenüber dem Dorfe Ors-
mael aufgestellt. Bereits hatte der Feind
unsere Geschütze zum Schweigen gebracht
und machte Anstalten, unsere rechte
Flanke zu umgehen. Ein Hohlweg, in
welchem eine Cavallerie-Attaque unserer-
seits unmöglich war, deckte seine Front.
Major Hartelmü l l e r manövrirte nun
mit jener Division so lange, bis der Feind
von dem erwähnten Hohlwege abgezogen
und dadurch einem Cavallerieangriffe
preisgegeben wurde. Nun warf sich H ar»
telmüller an der Spitze feiner Division
auf den Feind, zwang ihn die vor dem
DorfeOrsmael aufgestellten vier Geschütze,
welche den Unsrigen so viel Schaden
zugefügt, zu verlassen, und sich
in's Dorf
zu flüchten. H. mit seinen Kürassieren
verfolgte ihn, warf ihn aus dem Dorfe,
nahm ihm 8 Kanonen ab, und setzte seine
Verfolgung noch auf der Heerstraße fort,
daselbst einige andere Geschütze erbeutend.
Dieser glücklich ausgeführte Angriff trug
wesentlich zum Siege bei. H. wurde für
seine schöne Waffenthat in der 34. Pro-
motion (7. Juli 1794) mit dem Ritter-
kreuze des Maria Theresien«Ordens aus»
gezeichnet. Er wohnte noch dem ersten
Entsatze von Charleroy, den Treffen bei
Tournay und Fleurus und mehreren
anderen Gefechten bei, wurde Oberst-
lieutenant, mußte aber schon 1793 seiner
schweren Wunden wegen in den Ruhe-
stand treten; 4797 erhielt er den Ober»
stenscharakter, 4803 den Ereiherrnstand.
Hirtenfeld (I.), Der Militär-Maria Thercsien«
Orden und seine Mitglieder (Wien 1837, Staats«
drulterei, 4«.) S. 4l6 und 1737. — Oesterr.
Mi l i tär-Kon versations-Lerikon (Wien
i83ft, gr.«°.) Bd. 117, S.7l. — Freiherrn- stands-Diplom vom 30. Juni 1803. —
Wappen. Ein aufrecht stehender Schild; im
blauen Felde ein silbernes Mühlrad' dessen
Umfang bis an die Seiten des Schildes reicht.
Den Schild deckt die Freiherrnkrone, auf welcher
ein in's Visir gestellter gekrönter Helm ruht,
aus dessen Krone ein aufwärts gebogener
geharnischter Arm, ein entblößtes Schwert mit
goldenem Gefäße zum Hiebe ausholend, her»
vormachst.
HlUtenkcil, Johann Jacob (Arzt,
geb. zu Mainz 28. Jänner 1761, gest.
zu Salzburg 7. Juni 1808). Der
Sohn desHofkürschners zu Mainz, besuchte
die Jesuiten schulen daselbst und sollte
aus den Wunsch seiner Eltern auch in
den Orden treten, als dieser Plan durch
die 177" erfolgte Aufhebung des Ordens
vereitelt wurde. H. entschloß
sich nun die
Medicin zu studiren und begab stch 1779
nach Würzburg, wo er unter Karl Caspar
von Siebold die Chirurgie hörte und
auf dessen Rath nach Straßburg sich
begab, um sich noch mehr im chirurgischen
Studium auszubilden. Bis 1782 blieb
H. in Straßburg und kehrte dann nach
Würzburg zurück. Siebold empfahl H.
nun dem damaligen Erzbischofe von
Salzburg, der gerade einen talentvollen
jungen Mann suchte, den er nach Paris
und London zur gänzlichen Ausbildung
auf eigene Kosten schicken, dann aber
zu seinem Leibchirurgen ernennen wollte.
Im Jahre 1784 erhielt H. in Würzburg
die Doctorwürde und trat im Frühling
!78ii die Reise nach Paris an, wo er für
seine Ausbildung alle Heilinstitute und
die Vorträge der Professoren seines'Faches
etwas über ein Jahr besuchte. Plötzlich
ward er nach Spaa zu seinem daselbst sehr
schwer erkrankten Gönner, dem Erzbischofe,
berufen; Hartenkeil verließ seine medi-
cinischen Studien, und behandelte den
ehrwürdigen .Oberhirten mit solchem
Geschick, daß dieser, aus Dankbarkeit für
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon