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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Page - 393 -
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Page - 393 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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Bartig 393 Artig Adelswelt — wie leider noch heut — nicht nur die herrschende, sondern im buch« stäblichen Verstände die einzige Umgangs» spräche. Den Unterricht in der Mathe« matik und Physik ertheilte ihm Arbuth- noi , Benedictiner-Abt zu Regensburg, wo Graf Franz Anton seit dem 9. Jahre mit seinem Vater lebte, der daselbst als churböhmischer Reichstags« gesandter fungirte. Mit reichen Kennt- nissen ausgestattet, sollte Graf Franz Anton durch eine Reise zum Eintritt in'S praktische Leben vorbereitet werden. Deutschland, Frankreich, England, Italien und die Schweiz waren die Länder, die er nach dem väterlichen Willen besuchen sollte, um die politischen Verhältnisse dieser Staaten, ihre Stärke und Schwäche, die Quellen ihrer Macht und ihrer Gebrechen, die Grundsatze der Regierungen, die Sit« ten und Denkungsart der Völker selbst kennen lernen. Höchst interessant ist betreffs dieser Reise der ausdrückliche Befehl der großen Kaiserin Mar ia Theresia: „Der junge Reisende sollte von jedem Orte seine politischen Bemerkungen und Entdeckungen unmittelbar Ihr selbst zuschicken." Fragmente dieser Briefe — im Alter von 20 Jahren geschrieben — erschienen später im Drucke ^siehe weiter unters. Auf dieser Reise gelangte er auch nach Mailand, wo er 6 Monate blieb und unter der Leitung des aus- gezeichneten Karl Ioseph Grafen von Firmian j M . IV, S. 232) sich für den Staatsdienst vorbereitete, in den der junge Graf auf den Wunsch des Kaisers Joseph treten sollte. Vor seiner Anstel- lung im Kaiserstaate wollte cr aber noch bei einem Iustizcollegium in Deutschland praktische Erfahrungen sammeln und wurde also als Hofrath im Iudmalfache zu Würzburg angestellt. I n Würzburg lernte Graf FranzAnton den Historiker Mich. Ign. Schmidt kennen und ver- anlaßte später vuch dessen Berufung nach Wien in das geh. kais. Haus», Hof« und Staatsarchiv. Nach zweijährigem Auf« enthalte in Würzburg wurde der Graf bei dem böhmischen Landrechte in Prag als Rath angestellt, zugleich aber auch zu den Gubernialcommissionen beige» zogen. Da unterbrach ein heftiger Blut- sturz, der den Grafen dem Tode nahe brachte, dessen dienstliche Laufbahn, und nachdem er sein Amt niedergelegt, unter- nahm er vorerst Reisen und suchte dann Stärkung in den Badern zu Spaa. I n diese Zeit fallen die meisten seiner poeti» schen Arbeiten, die 1788 zu Paris erschie- nen sind. Zu gleicher Zeit beschäftigte er sich mit wissenschaftlichen Forschungen, zu denen seine Betrachtungen über Auf- nahme und Verfall der Feldwirthschaft und seine Untersuchung über die Beschaf- fenheit der Lust zu zählen sind. Nachdem seine Gesundheit sich etwas befestiget hatte, nahm er 1787 den Gesandtschafts, posten am chursächsischen Hofe an und seine Thätigkeit auf dieser Stelle dürfte nur mit des Grafen eigenen Worten richtig gezeichnet werden: „Da oft Glück und Zufälle den Ruhm eines Menschen bestimmen, so traf dieß auch während meiner siebenjährigen Gesandtschaft bei mir ein. Sachsen war nicht nur durch seine geographische Lage, sondern noch vielmehr durch das Zutrauen, welches die Weisheit des Churfürsten Europa's Herr» schern einflößte, der Mittelpunct vieler Staatsverhandlungen, wodurch ich mir einigen Ruhm zu erwerben und meinem Vaterlande wirkliche Dienste zu leisten Gelegenheit fand. llnter die großen Begebenheiten, die während dieser sieben Jahre alle politischen Triebfedern in Bewegung gesetzt haben, kann man hauptsächlich folgende rechnen: „Den
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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