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Hartiuger 404 Hartinger
dem Gedanken sich
tragend, das mühsame,
kostspielige und zuletzt doch wenig künst
lerische Coloriren durch ein rascheres,
aber nichts desto weniger den Ansprüchen
der Kunstfreunde vollkommen genügendes
Verfahren zu ersetzen, gewann er 1843
den Lithographen Rauh für seine Idee,
welcher sich herbeiließ, Hart inger's
ersten Versuch, den er selbst auf zwölf Stei-
nen lithographirt, abzudrucken, wodurch
der Beweis geliefert ward, daß es möglich
ist, durch diese Methode Außerordentliches
zu leisten, wenn auf der eröffneten Bahn
fortgeschritten wird. Die Erlaubniß, die
Versuche in der k. k. Hof« und Staats-
druckerei fortsetzen zu dürfen, brachte H.
seinem Ziele naher, und seine vier in
Farbendruck ausgeführten Lieferungen
des „^«i-aclisus" erhielten den allge»
meinen Beifall. Von dem ganzen Werke
sind bisher der vollständige erste Band
(100 Thlr.) und 4 Hefte des 2. Bandes
sä. 2 Thlr. 20 Gr.) erschienen. Vom
Jahre 1849 bis 1831 war H. als
Factor der von ihm eingerichteten chromo»
lithographischen Abtheilung in der k. k.
Hof- und Ztaatsdruckerei angestellt und
wurde für die große Londoner Industrie»
ausstellung beauftragt, die Ausstellungs-
stücke aus seiner Abtheilung vorzube-
reiten', es waren sämmtlich seine eigenen
Arbeiten und zwar ein Studienkopf nach
Amerl ing ss. d. Bd. I, S. 29), ein
Stillleben, zwei Blumen- und ein Frucht-
stück eigener Composition, KaiserI o sep h
als Arzt, mehrere Tafeln aus den Denk-
schriften derkais.Akademieder Wifsenschaf-
ren, dier Lieferungen seines Blumenwerkes
„I>Hr5l.ä55U3", wobei ihn jedoch die reichen
Mittel des unter des Directors Ritter
von Auer Leitung stehenden, groß-
artigen und von keinem zweiten über>
troffenen Institutes wesentlich förderten.
Es wurde dem Farbendrucke und speciell dem Blumenwerke .,I>2.raäi8UL" eine
Medaille zuerkannt. Unmittelbar nach
Gründung der Akademie der Wissen»
schaften wurde H. mit der Ausführung
der chromolithographischen Illustrationen
der „Denkschriften" betraut, und führte
er auch dieselben bis zu seinem Austritte
aus der Staatsdruckerei aus. Als im
April 1831, in Folge der Reformen an
der kais. Akademie der bildenden Künste,
die Blumenmalerschule aufgehoben wurde,
wurde auch H. in den zeitlichen Ruhestand
versetzt. Schon im Juli W31 erhielt er
das Befugniß zur Errichtung einer Stein»
druckerei, aber erst im August 1837 trat
er in geschäftliche Verbindung mit den
spater unter der Firma „Typographisch-
literarisch - artistische Anstalt" bekannt
gewordenen Buchhändlern Zamarski
und Diitmarsch, trat aber schon 1839
wieder aus, alsbald eine eigene arti-
stisch-lithographische Anstalt (Mariahilfer
Hauptstraße Nr. 71) begründend. Von
Hart inger's bedeutenderen künstleri«
schenArbeiten sind nunmehr noch anzufüh-
ren : Die Fortsetzung seines Blumenwerkes
arHäisu.?";— sein 1834 begonnenes
Werk „Nent2ch<l!i!ü5 FllrZtcnltlirpßan^n", mit
Text von F. Fiscal i und Einleitung
in das Studium der Forstbotanik von
3. Grabner, bisher 3 Hefte, jedes
mit drei nach der Natur in Farbendruck
ausgeführten Tafeln von Hart inger
bei Holzel in Olmi'ch, einer Provinzial«
Verlagshandlung, welche durch die
Schönheit, ja die Pracht ihrer Werke den
Buchhändlern der Residenz, die ähnliches
aum aufzuweisen haben, den Rang
abläuft', — ferner: „Nie eßbaren und
Missen Ailze in ihren wichtigsten Farmen,
^nr Färtlernng des Schulunterrichtes tierans-
rgeben MN N!. I . Nrcker" (Olinütz 1833,
und neue Ausgabe Wien 1838, typ. lit.
arrist. Anstalt, 6 Tafeln, gr. Fol.); —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon