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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8
Page - 167 -
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Page - 167 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8

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l67 verzeichnet, auf welche hiermit gewiesen wird. Von Paris begab sich H. nach I ta lim, und zwar zuerst nach Rom, dann nach Neapel, und nur kurze Zeit lebte er in Palermo. Es muß hier ausdrücklich bemerkt werden, daß H. mit seinen Reisen und mehrjährigem Aufenthalte in Frank- reich und Italien durchaus nicht litera- rische Zwecke verband; H. wollte genie- ßen, und wenn ihm eben einmal dieMuse lächelte, wendete er ihr nicht den Rücken, aber verfolgte sie auch nicht, sondern zog es vor, sie bei sich zu erwarten. Ueber« Haupt ist es mit dem Dichten bei Hebbel nicht so bestellt wie bei jenen Poeten, die alle Tage ihre Portion Verse fertig haben muffen, wie der Schufter Schuhe, der Schneider Kleidungsstücke. Hebbel dichtet, wenn er Lust hat; hat ihn aber die Schaffenslust ergriffen, dann dichtet er rasch und viel. Von seinen Arbeiten in Italien ist mit Ausnahme seiner Poesien, darunter mehrere epigrammatischen In- haltes, welche zwei Jahre nach seiner Rückkehr (1848) gedruckt erschienen, nur der Torso eines Drama'S bekannt, über dessen Beendung noch heut' — also 17 Jahre später — nichts bekannt ist. Es ist der in der Presse oft genannte „Moloch", ein Drama aus der germanischen Urzeit, wovon er den ersten Act vollendet hat. In Rom verkehrte H. viel mit Malern, wie Gur l i t t sBd. VI, S. 38). Koch, Rahl , dann mit den damals dort wei- lenden geistvollen Forschern und Aesthe. tikern Momsen, Hettner und Adolph Stahr. Als er im Frühling 1846 Ita- lien verließ, beabsichtigte er die akade» mische Laufbahn einzuschlagen und nach Kopenhagen zurückzukehren, wo sein Mäcen, der König, es wohl an neuen Beweisen der Huld nicht hätte fehlen lassen. Hebbel reiste über Wien, wo er im Mai 1846 eintraf. Daselbst machte er Halt und die Liebe fesselte ihn bleibend an diese Stadt. Hebbel hatte im Hof. burgtheater das Fräulein Christine Eng» haus ^siehe die Folgendes in der Rolle der Chrimhild in Raup ach's Nibelun« genhort gesehen. Von ihrer Darstellung im hohen Grade ergriffen, suchte er ihre Bekanntschaft zu machen, und schon am 26. Mai 1846 fand Hebbel's Vermä- lung mit der Künstlerin Statt. I n die Zeit seines 16jährig?n Aufenthaltes in Wien, das er seit einigen Jahren nur während der Sommermonate verläßt, um ein kleines Landhaus am reizenden Gmundner See zu beziehen, oder aber wenn er an fremde Hofbühnen reist, um die Aufführung seiner Stücke persönlich zu leiten, fällt eine Reihe dramatischer Arbeiten, von denen nur einige zur Auf« führung gelangten, die meisten aber durch den Druck veröffentlicht und verschieden beurtheilt wurden. Eü erschienen (die mit einem '" bezeichneten wurden auch, doch meistens außerhalb Wim, aufgeführt): „Hemdes und Marinnme" (1830), „Inlill", Ner Anbin" und „NaZ Oranerspirl in Sici- lieil" (alle drei 1831), ^„Michel Jugrlo" (1834), "„ZM5 Nrrnlillmn" (1835), WZ nnd sein King" (1836), und in jüngster Zeit die noch ungedruckte Trilogie „NKAibelnngrn", zu deren Aufführung der Dichter persönlich nach Weimar gereist ist, wo diese jüngste dramatische Dichtung Hebbel's mit gro ßem Beifall aufgenom- men wurde, und deren Aufführung an den Hoftheatern zu Dresden und Berlin (für den Winter 1861/62) vorbereitet wird. In den letzteren Jahren (1839) rschim auch sein episches Gedicht „Mnwr und Kind", ein Seitenstück zu Göthe's „Hermann und Dorothea", welchem von er Tiedge. Stiftung in Dresden der Preis zuerkannt wurde. I n neuester Zeit 'Sommer 1861) hielt sich H. mehrere
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Volume 8
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hartmann-Heyser
Volume
8
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1862
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
514
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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