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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8
Page - 397 -
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Page - 397 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8

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Hermann 397 Hermann Finanzfache ein, war um daS Jahr 1830 Secretär bei der Cameral.Gefällen.Udmi- nistration in Laibach, kam dann als Ministerial'Secretär in'S Finanzministe- rium nach Wien, wo er zur Zeit als Sectionsrath in Thätigkeit ist. Früh- zeitig zur Poesie sich hinneigend, erschie» nen seine gesammelten poetischen Arbei» ten unter dem Titel „Gedichte" (Wien 4830. Gerold, 8".); einige Jahre spater folgte dieser freundlich aufgenommenen eine zweite Sammlung, betitelt: „Min Abrnslllnt in der Fremde" (Freiburg im Breisgau -1837, Fr. Wagner, 8".). Un» mittelbar nach den Gedichten erschien sein erstes Drama: „Nie Blutrache" (1831), 16 Jahre spater sein zweites „Anni nni> zrinr Nmit" (l847), welches auch auf dem Wiener Hofburgtheater aufgeführt wurde, und wieder 13 Jahre später. 1860, gelangte das fünfactige Trauer» spiel: „Ncr letzte AalllilSlNllod" nach Walter Scott's „Braut von Lamermoor". zur Darstellung, das ohne durchzugreifen, einen ehrenvollen Erfolg erlebte. H. war verheirathet und zwar seit 1834 mit einem Fraulein Amalie Oblak, einer Advoca- tentochter aus Laibach, die durch ihre künstlerische Bildung hervorragte. Sie spielte ebenso meisterhaft den Flügel, als sie zeichnete und malte. I n der Malerei war sie eine Schülerin des akademischen MalerS Langus, ihre höhere Ausbil» düng aber hatte sie in Wien erhalten und in der That weisen ihr ihre Oelgemälde. theils Portrate, theils Copien von Wer- ken großer Meister, eine ehrenvolle Stelle in der Kunst an. EineS ihrer schönsten Werke ist die Copie der heil. Iustina, von Aleffandro Buovic ino, genannt i lMo» retto, ehemals dem Giovanni Antonio Lic in io, genannt daPordenone, zu- geschrieben. Sie starb vor einigen Jahren in Wien. Als lyrischer Dichter zählt H. zu der Schule Platen's und war einer der ersten in Oesterreich, welcher eine mög« lichst reine Form anstrebte. Im Drama gibt sich eben dasselbe feine Formtalent kllnd, aber es ist daS lyrische Element in der Schönheit und im Gedankenreich» thum der Sprache mehr vorherrschend, als das dramatische, welches in Gestaltung von Charakteren und in der lebensvollen Ab» Wickelung von Geschehnissen sich kundgibt. Freunde des Dichters sprechen von meh» reren Arbeiten, welche er im Pulte ver» schloffen hält. TruSka (Heliodor), Oesterreichisches Frühlings' Album 1834 (Wien, Braumüller, 4".) ^in we« nigen — etwa 4 Eremplaren — sind biogra- phische Daten über die österreichischen Dichter mitgetheilt, einem solchen entlehnt der Heraus» geber das Geburtsdatum.)— Oesterreich!» scher Zuschauer, herausgegeben von S. Ebersberg. 4837, S. 1226. — Wiener Zeitung 1860. Nr. 18.S. 272. —Schmidt (Adolph), Oesterrcichische Blätter für Litera< tur und Kunst (Wien, 4".) IV. Jahrgang (1847), Nr. l22. — OesterreichischeZei. tung 1860, Nr. 16. — Presse, herausge« geben oon Zang 1860, Nr. 19. — I r i s (Gratzer Muster, und Modeblatt, schm. 4«.) 1831. Eine der Mainummern dieses Blattes enthält die geschriebene Silhouette Herrmanns, thals von Cajetan Cerri, die den Dich» ter mit Worten treffend zeichnend, lautet: „Kleines artiges Männchen aus der alten guten Zeit, aber noch voll Lebhaftigkeit und Feuer, ovaler Kopf, spitze Adlernase, spärli» ches kurzes Haar, kleine funkelnde Augen, unruhiger Blick, rascher Gang, ausdrucks» volle Mimik, ungesuchte Kleidung, im Gan- zen eine eigenthümliche angenehme Erschei« nung; spricht wenig, aber mit Geist und Nitz. und macht gerne einen Spaß mit; durch und durch Poet und namentlich Meister in der Form und in der Diction seiner orienta« lisch gehaltenen Lyrik; weniger Dramatiker, obwohl sein „Ziam und seine Braut" (Löwe's bekanntes Steckenpferd), herrliche Einzelnhcv ten bietet; ist nicht sehr productio, wozu auch sein wichtiges und anstrengendes Amt im Finanzministerium beitragen mag, schwärmt für Hebbel, lebt zurückgezogen und glücklich und gehört zu jenen, Schriftstellern, die wie
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Volume 8
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hartmann-Heyser
Volume
8
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1862
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
514
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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