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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8
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Page - 400 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8

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Herring 400 zerring als bereits von den Franzosen der Ver- kauf sämmtlicher Schafereien, Woll» und Getreidevorrathe auf den k. k. Familien- Herrschaften anbefohlen war, unterblieb derselbe, da sich H. im entscheidenden Momente als deren Eigenthümer aus» wies und die ausgeschriebenen Contri- butionen leistete. Weder Drohungen, noch Arrest und das Abführen durch 46 Mann Wache mit dem ausgesprengten Gerüchte, er werde erschossen, vermochten ihn in seinem Entschlüsse, mit Gefahr seines Lebens an seiner Pflicht als Staats« bürger und Unterthan treu zu halten, wankend zu machen. Für seine treuen Dienste erhielt H. im Jahre 4810 den Leopold'Orden. Mit diesen wesentlichen Verdiensten um die Emporbringung der Industrie und des Handels in Brunn nach verschiedenen Richtungen verband H. noch andere. So verdankt ihm die k.k.mährisch.schlesischeAckerbaugesellschaft, die er überhaupt mehrseitig unterstützte, die Schenkung eines reichen, mit physi» kalischen Maschinen und Apparaten völlig ausgestatteten Cabinetes, welches eine derHauptzierden des Franzensmuseums in Brünnbildet. Als erfterVorstand der pro» testantischen Gemeinde in Brunn wandte er ihrer Kirche und Schule eine jahrliche Unterstützung von mehr denn 1300 ft. zu, vieler anderer milder Gaben, die er heimlich spendete, nicht zu gedenken. Wenn er am Abend seines Lebens, dasselbe überblickend, oft staunend gedachte, wie er sich vom armen Waisenknaben selbst auf jene Höhe geschwungen, auf der er ein Greis von nahezu 80 Jahren stand, so rief er aus: „Unbekanntschaft mit der Größe der Gefahr, unermüdeter Fleiß, lautere Zwecke und ein gutes Gewissen haben mir überall durchgeholfen". Seit 4. October 1793 mit Franziska, verwitwete Mül ler , geborne Unger, verheirathet, war seine Ehe kinderlos geblieben. Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar 1838, Bernh. Friedr. Voigt, 8°.) XIV. Jahr« gang (l836), S. 59—64. — Oesterreich!» sche National-Encyklopädie, herausg. von G räffer und Czikann (Wien 1833). Bd. V I , Suppl. S. 479. — d'Elvert (Christian), Geschichte des Bücher- und Stein- druckeS, des Buchhandels, der Büchercensur und der periodischen Literatur. .. in Mähren und Oesterreichisch'Schlesien (Brünn 1834, Rohrer's Erben. Ler. 8«.) S. 173 u. f. hu bedauern ist, daß diese mit so viel Fleiß gear< beitete Monographie der vielen Druckfehler wegen, vornehmlich in eigenen Namen nur mit Vorsicht zu benutzen ist; so heißt z. B. um nur ein Beispiel anzuführen, auf drei Seiten der Mitunternehmer Herrings auf S. 173 Grei f inger, und auf S. 175 Greisinger; so erscheint der überall als Herring (mit zwei r) geschriebene in diesem Werke immer als Hering (mit Einem r), u. m. a.). — Nitterstands« Dip lom vom 3. August 1815. — Wappen. Ein von Silber, rother und blauer Farbe, halb in die 3änge und quergetheilter Schild. Im obern silbernen Felde ein pfahlweise ge- stellter Häring in natürlicher Gestalt und ein« wärts gekehrt; im obern linken und rothen Felde ein silberner Anker mit seinem Quer» holze in aufrechter Stellung. I n der untern blauen Schildeshälfte schreitet auf einem am Fußrande sich verbreitenden grünen Grunde ein Widder. Auf dem Schilde stehen zwei zu einander gekehrte gekrönte Turnierhelme. Aus der Krone des rechten steigt der Widder der untern Schildeshälfte hervor, aus jener des linken ragen zwei rothe mit den Mundlöchern auswärts gekehrte Büffelhörner hervor, zwi« schen welchen ein dem im obern rothen Felde ähnlicher Ankrr erscheint. Die Helmdecken sind rechts Eilber und blau. links Silber und roth. — Johann Ritter von Herring schied, wie oben bemerkt worden, kinderlos aus dem Leben. Kurz vor seinem Tode hatte er seinen Neffen, Ernst Johann und seine Nichte Franzisca, beide Kinder seines Bru- ders Andreas, adoptirt. Der Adoptions- act konnte aber erst nach seinem Tode (Her- ring starb am 15. Jänner 1836) am 10. März desselben Jahres vollzogen werden. Die Uebertragung des Ritterstandes von dem Adovtivvater auf den Aooptivsohn fand nicht
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Volume 8
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hartmann-Heyser
Volume
8
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1862
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
514
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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