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Keyogenberg 414
österreichische Dienste über, kam mit
4. September 1801 in'S Infanterie-
Regiment Erzherzog Rainer Nr. 11, und
mit 1. September 1803 als Major in's
Infanterieregiment Reuß-Greitz Nr. 33.
Den Feldzug des genannten Jahres machte
er bei der Armee in Deutschland mit und
wurde bei Ulm kriegsgefangen. Am
18. Mai 1809 als Oberstlieutenant zum
Infanterie. Regimente Schröder Nr. 7
überseht, wurde er noch im Mai d. I .
überzähliger Oberst und gerieth als solcher
neuerdings in Kriegsgefangenschaft. Im
Jahre 1811, in welchem er auch seinen
französischen Namen mit dem deutschen,
Herzogenberg vertauschte, wurde er
zum wirklichen Oberst und Regiments-
commandanten und 1813 zum General-
Major ernannt. Bei Dresden und Culm
erfocht er
sich
das Commandeurkreuz des
Leopold» und das Großkreuz deS ruf«
fischen St. Annen-Ordens; wurde aber
schwer verwundet. Nach seiner Herstellung
erhielt er das Commando einer mobilen
Colonne; 1815 beobachtete er Schlett-
siadt, biS ihn im Juni der württem»
berg'sche General Stock alper ablöste.
Als im Jahre 1820 in der Ingenieur-
akademie zu Wien tumultuarische Auftritte
vorgekommen waren und es galt, einen
Mann zu finden, der mit männlichem
Ernste weise Mäßigung verbindend, der
Jugend nur Erfolg entgegenzutreten ver«
stand, war es H.. auf den die Wahl
fiel, und er wurde zum Localdirector
der Ingenieurakademie ernannt. Fran»
zöfische Ritterlichkeit, deutscher Ernst.—
man wollte H. nie lächeln gesehen haben
— parteilose Strenge, welche jedoch heiß.
blutige Jünglinge nicht reifen kaltblütigen
Männern gleichstellte, waren die Eigen«
schaften, welche H. besaß und ihn in
seiner schweren Sendung erfolgreich unter»
stützten. In einem halben Jahre war in der Ingenieurakademie wieder Alles
im alten Geleise und H. hatte sich die
Achtung, Liebe und das Vertrauen der
Zöglinge erworben. Im folgenden Jahre
wurde er nebstbei zum Curator der
Theresianischen Ritterakademie ernannt.
Im Jahre 1822 verlieh ihm der Kaiser
das Infanterie-Regiment Nr. 23, mit
18. Juni 1827 rückte er zum Feldmar-
schall'Lieutenant vor. Die Localdirection
der Ingenieur», sowie das Kuratorium der
Theresianischen Ritterakademie versah H.
bis an seinen Tod. der im Alter von
67 Jahren erfolgte. Das österreichische
Militär.Conversations'Lerikon sagt von
ihm: „Seine imposante kriegerische Ge-
stalt, seine militärische Haltung, der stete
Ernst, der ihm eigen war, endlich seine
gewaltige Stimme, die wie ferne rollen»
der Donner klang", verfehlten nicht ihren
Eindruck auf die Jugend.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar,
B. F. Voigt). XII. Jahrgang (1834). S. l202,
Nr. ä60. — Oesterrcichisches Militär«
Konversations < Lexikon, hcrausg. von
I. Hirrcnfeld (Wien i850, 8".) Vd. I I I ,
S. i?l. — partrat. Unterschrift: August
Freyherr von Herzogenberg, mit dem ganzen
Titel. Krieh über 1834 (lith.), gedruckt bei
Leykum u. Comp. (Wien, 4".).
ßcß, Albert Ritter von (Rechts-
gelehrter und Botaniker, geb. zu
Wien 1786, gest. zu Grinzing bei
Wien 12. Juni 1838). Nach vollendeten
rechtswijsenschaftlichm Studien erwarb
er sich die Doctorwürde und trat dann
in den Staatsdienst, in dem er in rascher
Folge die Stelle eines kais. Hofrathes
erreichte; zuletzt war er Referent der
Iustizsection im Staatsrathe und Kanzler
des goldenen Vließ'Ordens. Außer eini»
gen fachwiffenschaftlichen Kritiken in den
Jahrgängen 1812 bis 1816 der Wiener
Literaturzeitung und einigen kleineren
Abhandlungen, welche in der Wagner'.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon