Page - 422 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8
Image of the Page - 422 -
Text of the Page - 422 -
422
ll. FünftWähriges DienstesMiläum des F. I !
vau HeĂź. Diese Feier, welche Se. Majest,'
der Kaiser mit einem Allerhöchsten Hand
schreiben eröffnete, fand am 24. December
1833 Statt. Se. Majestät verliehen an diesem
Tage dem Heldenveteran das GroĂźkreuz de
St. Stephan-Ordens und die Ofsiciere sämmi
licher Corps der k. k. österr. Armee verehrte
ihm das von Albrecht Ritter von Adan'
vollendete Bild, vorstellend den Entscheidungs
kämpf bei der Bicocca am Schlachttage voi
Novara, worauf neben dem Porträte de
Jubilars auch jenes des F. M. Radetzkt
und der Generale Erzherzog Albrecht
Appel, d'Aspre, Kolowrat, Schaf«
gotsche, Graf Thurn, Wrat is law und
Wimpffen angebracht sind. Mittags um
12 Uhr wurde dem Helden eine Auszeichnung
zu Theil, welche durch eine marmorne
dächtnißtafel am Eingänge des von dem
Jubilar bewohnten Quartiers verewigt wurde.
Die Inschrift dieser Gedächtnißtafel lautem
aber: Beglückt > durch die Allerhöchste Anwe-
senheit l Sr. k. k. avostol. Majestät > Fran
Joseph I. l aus Anlaß l des 30jährigen Dienst-
jubiläums I des k. k. Feldzeugmeisters > Hein-
rich Freiherrn von Heß > des Inhaberä dieser
Wohnung I am 24. December 1853 > Mittags
12 Uhr. I Das Haus, in welchem diese Aller«
höchste Auszeichnung dem Freiherrn zu Theil
wurde, ist das sogenannte „Hasenhaus"
auch „Dreilöwenhaus" genannt und zählt zu
den merkwürdigeren Gebäuden der Stadt
Wien; HeĂź wurde darin geboren, und es
war frĂĽher Eigenthum seiner Eltern. ^Vergl.
über die Jubelfeier die „Kronstädter Zei-
tung" 1855. Nr. 203. S. 844; — über die
zum Gedächtniß des Allerhöchsten Besuches
Sr. Majestät aufgestellte Gedächtnißtafel
den „Wiener Courier" 1836, Nr. 175;
— über das Bild von Adam „die Schlacht
von Novarra" das „Wiener Conversa-
t ionsblatt" (Theater-Zeitung) von Adolph
Bäuerle, 1853, S. 1130 — und die
Presse 1856, Nr. l. Die auf diesem Ehren,
geschenke befindliche Inschrift lautet:
24. December 1853.
Es bekennt des geretteten Oestern'ich's Ge-
schichte
Heut' vor dem unparteiischen Weltgerichte:
Dieses Feldherrn That
Dieses Staatsmannes Rath
Bildeten unsere Siege
Im Frieden wie im Kri>'ge^ III. Porträte. 1) Nach Skalitzky, lithogr. von
Haala (Wien, Joseph Bermann. kl. Fol.).
2) Gez. und lithogr. von Kriehub er (Wien,
Neumann, gr. Fol.). — 3) Nach Richter
lithogr. von A. Kaiser (Wien, F. Paterno,
Fol. und auch 4°.). — 4) Nach der Natur
lithogr. Prinzhofer (Wien 1835, Paterno,
Fol.). — 3) Kriehuber nach der Natur
gez., von E. Mahlknecht gest. (Wien, 8".).
IV. Einzelheiten: Des Mdmarschalls Person-
Uchkeit. Das Andenken Nadehky's an ihn.
Hackländer in seinen „Bildern aus dem
Soldatenleben im Kriege 1848" entwirft fol-
gendes Bild von Heß: „F. Z. M. Heß ist ein
kleiner, magerer Mann mit sprechendem geist«
reichen Auge, hellblonden Haaren und frischer
Gesichtsfarbe, schr lebendig in Bewegung und
Nede. Er ist von seinen ausgedehnten Ge-
schäften außerordentlich in Anspruch genom»
men, dadurch sehr beschäftigt und daher mei-
stens schweigsam, aber durch kurze herzliche
Worte die liebenswĂĽrdigste Freundlichkeit be-
zeugend. Ist man so glĂĽcklich in eine Unter-
haltung mit ihm zu kommen, so spricht er
lebhaft, ĂĽberzeugend, mit groĂźem Geist und
man gewinnt in einer solchen Unterredung
In einer Stunde mehr
Als in des Jahres Einerlei."
Sein Biograph*) schreibt über ihn.- „Seinen
Untergebenen ist F. Z. M. HeĂź ein gĂĽtiger
Vater. Jeder ist seines Nathes, seiner Hilfe
gewiĂź, sobald er zu rathen, zu helfen ver-
mag und Keiner hat sich noch an seine auf-
richtige Theilnahme fruchtlos gewendet. Der
Arme weiĂź dieĂź. Hunderte von Bittenden
klopfen an seine ThĂĽre und Keiner geht un-
gehört von ihm. Im Stiegenhause seiner Woh-
nung kann man stets DĂĽrftige seiner Ankunft
harren sehen. Er übt diese Nächstenliebe im
Stillen, ja größtentheils seiner eigenen Fa-
milie unbekannt; Er fĂĽhrt ein einfaches ge-
räuschloses Hauswesen und stete Uebereinstim-
mung und Eintracht herrschen darin. I n den
langen Winterabenden kann man ihn stets
in Gesellschaft seiner Angehörigen im trauli-
chem Gespräche um den runden Tisch sitzen
finden. Was aber das Interesse einer solchen
Ansicht erhöht — ist, daß F. Z. M. Heß
während einer solchen oft recht heitern Unter-
haltung Papier und Schreibzeug vor sich
liegen hat — ohne sich beirren zu lassen,
arbeitet — zeitweise aufblickt, einige Worte
graphie
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon