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in das Gespräch mengt, herzlich mitlacht und
— sodann wieder in seiner ernsten Beschäfti'
gung fortfährt". — Das Andenken, welches
des F. M. Radetzky Sohn, Generalmajor
Graf Radehky, dem Freiherrn von Heß
zur Erinnerung an den Sieger von Novara
verehrte, ist das Commandeurkreuz des Maria
Theresien'Ordens, welches Radetzky bis zum
Jahre 1848 trug, in welchem Jahre an dessen
Stelle das Großkreuz desselben trat. Vor
Radetzky trugen dasselbe Kreuz zuerst F. M.
Loudon durch 34 Jahre, nach diesem seit
1806 Karl Fürst S ch warzenberg, der Sieger
von Leipzig, und als dieser auf dem Schlacht«
felde von Leipzig das Großkreuz dieses Ordens
erhielt, übergab er dieses Commandeurkreuz
dem damaligen F. M. L. Grafen Radehky.
Nach vielen Jahren hatte Radetzky das Miß.
gcschick. es bei einem Cavalleriemanöver zu
verlieren; seine Betrübniß über diesen Verlust,
da alles Suchen vergeblich gewesen, war
groß; aber unaussprechlich seine Freude, als
es nach drei Jahren ein Bauer bei der Feld-
arbeit fand. erkannte und überbrachte. Werg!,
darüber den „Wanderer" 1838, Nr. 66.)
V. Genealogie, Familieustand und Wappen des
Freiherrn von Seß. Die Familie des Frei-
Herrn von Heß läßt sich in ihrer Abstam»
mung in den Anfang deS 15. Jahrhunderts
zurückführen. Im Jahre 1416 erhielt ein
Ahnherr dieses Geschlechts von Kaiser Sig»
mund ein Wappen. Dessen Nachkommen
Johann und Albert wurde von Kaiser
Ru d olph laut Diplom ääo. Prag 21. Octo«
ber 1384 unter gleichzeitiger Verbesserung des
Wappens der Reichsadelstand verliehen. Franz
Joachim von Heß. fürstlich würzburgischer
geheimer Rath und Kammerdirector, erhielt
von Kaiser Franz I. Stephan mit Diplom
ääo. Wien 2. Mai 1764 den Reichsritterstand,
welchem mit 25. April 1770 die Aufnahme
in's böhmische Consortium folgte, und dessen
Sohn Joachim Albert (gest. 9. April 1301),
k. k. Reichshofrath, von Kaiser Leopold I I .
mit Diplom ääo. Wien 9. October 1790
den Reichsfreiherrn-, und mit Diplom ääo.
Wien 16. Februar 179! den erbländisch öfter«
reichischen Freiherrnstand. Dessen Sohn Her»
mann Franz Joachim (geb. 2. Jänner
1773, gest. 21. November 1833). Präsident
des bestandenen Appellations» und Criminal-
Obergerichtes in Wien. war zweimal vermalt:
1) seit 26. Mai 1803 mit N.Iulie gebornen von
Üuerwald (gest. 19. Mai 1808); 2) seit 4. Mai
1829 mit Anna gebornen von Rronenfels (geb. 14. September 1780, gest. 8. April 1853).
verwitweten von Hacker zu Hart. Aus erster
Ehe stammte Mar ia Katharina (geb.
24. Mai 1804. gest. 30. September 1828),
welche seit 23. November 1826 mit unserm
Helden und F.M. Heinrich Freiherrn von
Heß vermalt war; dieser aber ist ein Sohn
des k. k. Regierungsrathes Franz Joseph
Ritter von Heß aus dessen Ehe mit Theresia
gebornen von Qporini. Aus dem von seinem
Vater ererbten Ritterstande wurde H. erst
durch das Freiherrndiplom vom 5. November
1849 in den Freiherrnstand erhoben. F.M.
Freiherr von Heß hatte in erster Ehe die
Tochter seines Vetters zur Frau; die zwei
Kinder aus dieser ersten Ehe starben im zar-
testen Alter. Seit 12. April 4841 ist F.M.
Freiherr von Heß zum zweiten Male mit
Maria Anna gebornen Freiin von Oiller (geb.
15. November 1819), Tochter seiner Schrve»
ster, somit seiner Nichte, vermalt. Auch diese
Ehe ist mit drei Kindern, zwei Knaben und
einem Mädchen, gesegnet worden, aber Alle
gingen vor dem Vater dahin. Um also den
in Oesterreichs Kriegsgeschichte so berühmt
gewordenen Namen nicht untergehen zu lassen,
gestatteten Se. Majestät der Kaiser dem Hel'
den, den damals achtjährigen Sohn Fried»
rich (geb. 184?) des k. k. Majors Georg
Freiherrn von Di l ler (seines Neffen) an
Kindesstatt anzunehmen, und seither führt
das Freiherrngeschlecht der Heß den Doppel«
namen Heß-Di l l er. Ebenso wurde die
Uebertragung des Standesgrades des Frei«
Herrn Hermann Franz Joachim, des ersten
Schwiegervaters des Feldmarschalls, auf des«
Stief'Enkelin und Adoptivtochter Hermanie
Bonn et Edle von Bayard, nachmals ver»
malte von Henneberg, in Vollzug ge»
bracht und dadurch dem Aufhören des Na»
mens deS im Mannsstamme erloschenen alte»
ren Hauses der Freiherren Heß, welches nun
Heß'Bayard heißt, vorgebeugt. Ueberoieß
wurde von Sr. Majestät der Gemalin des
Feldmarschalls der Titel nebst den Vorrechten
einer Hofdame verliehen. ^Vergl. Näheres im
Gothaischen genealogischen Taschenbuch der
freiherrlichen Häuser im Jahrg. 1849, S. 197;
Jahrg. 1833, S. 260, u. Jahrg. 1861. S. 296.
— Kneschke (E. Dr.), Die Wappen der
deutschen freiherrlichen und adeligen Familien
(Leipzig 1855, I . O. Weigel, 8".) Bd. I,
S. 197.^ j — Wappen. Im rothen Schilde ein
silberner Querbalken, welcher oben von 3 (1
und 2) goldenen Kugeln begleitet ist. Den
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon