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Hesscn-Homburg 439 Hessen-Homburg
zweite Schwadron kam der ersten zu
Hilfe und befreite sie von den Kosaken,
die jedoch mit großer Verstärkung als«
bald heranrückten, den Angriff erneuerten,
so daß die beiden Schwadronen mit
großem Verluste zu weichen begannen.
Der in der Nähe bei Lichosielze stationirte
Prinz hatte kaum in Erfahrung gebracht,
in welcher Bedrängniß sich seine beiden
Schwadronen befanden, als er, ungeachtet
des bestimmtesten Befehls, sich mit dem
Gegner in kein Gefecht einzulassen, auf
eigene Verantwortung beschloß, feinen
Leuten gegm den überlegenen Feind zu
Hilfe zu eilen, aufsitzen und zum Angriff
blasen ließ. Bereits fünf Attaquen hatte
er mit seinen Hnszaren unternommen,
ohne die bei weitem an Zahl überlegenen
Kosaken zum Weichen zu bringen. Von
einem Lanzenstiche verwundet und vom
Pferde geworfen, umringten ihn seine
Leute, ihn so lange schützend, bis es ihm
gelang sich aufzuraffen und auf das ihm
von dem HuSzaren Martin Laszlo dar«
gebotene Pferd zn schwingen, mit welchem
er, seine Wunde nicht beachtend, neuer»
dings seine Leute zum Angriffe führte und
den achtmal überlegenen Feind mit einem
Verluste von 330 Todten und Gefangenen,
während die Nnseren kaum ein Drlttheil
deren hatten, zum Weichen brachte. Für
diese mit aller Entschlossenheit und zur
Rettung der vom Feinde hart bedrängten
Waffengefahrten ausgeführte und von
glänzendem Erfolge gekrönte Waffen«
that wurde H. mit dem Orden belohnt.
Nach beendigtem Kriege kam der Prin;
mit seinem Negimente nach Saaz in
Böhmen, wo er am 21. Juli 1843 zum
General'Major und Brigadier befördert
wurde und als letzterer das Huszaren»
Regiment, dessen Oberst er gewesen, und
das Dragoner-Regirnent Riesch in der
Völkerschlacht bei Leipzig befehligte. Nachdem unsere Armeen den Rhein über-
schritten hatten, war er es, der Mitte
Jänner 1814 mit dem 2. Iäger-Batail-
lon und dem Chevaurlegers-Regiment
O'Reilly die Einschließung des Forts
San Andräe bei Salms ausführte;
worauf er sich mit der Division Fürst
Moriz Lichtenstein vereinigte, bei welcher
er bis zum erfolgten Friedensschlüsse
eingetheilt verblieb und dann als Bri»
gadier nach Siebenbürgen kam. Am
4. August 1826 zum Feldmarschall-
Lieutenant ernannt, wurde der Prinz
Divisionär in Brünn, trat aber schon im
folgenden Jahre mit Urlaub, und also
mit der kais. Armee' im Dienstverbande
verbleibend, aus der Activität. Als sein
Bruder der Landgraf Phi l ipp kinder-
los (am 13. December 1846) starb, über-
nahm Prinz Gustav die Regierung der
Landgrafschaft, deren kaum zweijährige
Dauer dadurch bernerkcnswerth ist, daß
auch das in die Bahnen der Bewegung
hineingedrängte Homburg das Ver«
langen nach einer Verfassung und einem
constituirenden Landtag stellte, welchem
Verlangen jedoch erst Gustav's Nach'
folger. sein Bruder der Landgraf Fer>
din and >^f. d. S. 434^, der ihm am
8. September 1848 folgte, nachkommen
konnte. Landgraf Gustav starb im Alter
von 67 Jahren.
Hirtenfeld ( I . ) , Der Militär.Maria There'
ficn-Orden und seine Mitglieder (Wien 1837,
Slaatödruckcrei, 4".) S. 1084 und 1745. —
OesteneichischeS Mi l i tä r < Konuersation 6<
Lexikon (Wien 1850, 8") Bd. I I I , S. 173.
— Neuer Nekrolog der Deutschen (Wei'
mar 1630. 8«.) XXVI. Jahrg. (1848). S. 103t.
Hessen-Homburg, Phi l ipp August
Friedrich Landgraf (k. k. Feldmarschall
und Ritter des Maria TheresiewOrdens,
geb. 11. März 1779. gest. 13. December
1846). Auch ein Sohn des Landgrafen
Friedrich I I I . und Bruder der drei
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon