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Hessen 443 Hessen
fische Prinzen im kaiserlichen Heere auf. In»
dem oben uon den hervorragendsten hessischen
Prinzen, welche seit einem Jahrhunderte im
österreichischen Heere ruhmvoll gedient haben,
ausfĂĽhrlichere Lebensskizzen mitgetheilt wur-
den, folgen hier in KĂĽrze diejenigen Prinzen
und Landgrafen der verschiedenen Linien des
hessischen FĂĽrstenhauses, welche in frĂĽherer
Zeit bereits in kaiserlichen Diensten gestan-
den und mit den Heeren desselben in Deutsch-
land, Italien und Spanien gekämpft haben.
ä. Von der HauptliuieOossen-Cassel. Maxi»
milian (geb. 28. Mai l0K9, gest. 4753),
ein Sohn des Landgrafen Kar l (geb.
3. August lss34. grst. 22. März 1750). cmö
seiner Che mit Mar ia Amal ia Prinzessin
von Kur land, die ihm 14 Kinder gebar.
M ar imi l ian war kaiserlicher und des hohen
römischen Reichs General-Foldzeugmeister und
Rcgimentöinhabcr und seit 1720 mit Fnri>l.'rilll.'
Charlotte Tochter Ernst Ludwig's Land»
grasen von Hessm > Dlirmjllldt vermalt. —
Von der Nebenlinie 1) Oessen-Philipps-
ihal. Kar l , Landgraf uun Hcsscn-Philipps»
thal (geb. 23. September 1682, gest. 1770).
Sohn Phil ipp's von H essen« Philippsihal.
aus dessen Ehe, mit Kathar ina Amal ia
Gräfin von Solms«Laub a ch. K a r l diente
anfänglich in der dänischen Armee, trat 172 l
als Gencral<Lieutcnant in französische Dienste,
aus denen er spater in österreichische übertrat
und zuletzt als österreichischer Fcldmarschall
starb. Er war mit Uuroline CljnjUuc Prm°
zessin von 5achl'm-(l.'iselmch verlnält. — Von
der Nebenlinie 2) Ocssen-Nhcillscls < auch
Oessen-Nothculnlrn-Nlitinfcls. Franz Ale»
xander (geb. !i. December 17l0), ein
Sohn des Landgrafen Ernst Leopold, aus
dessen Ehe mit Gleonora Mar ia Anna
Prinzessin von Löwenstein, diente alö
Neiter-Oberst in der kaiserlichen Armee; des
Landgrafen Ernst Leopold Schwester Er-
nestine Luise (geb. im October i681) war
(seit 172!) mit dem kaiserl. östcrr. Feldwacht'
mcister Grafen De la Ccrda uerheirathct. —
Constantin (geb. 21. Mai17l6, gest. 1778).
Arudcr des vorgenannten Landgrafen Franz
Alera nder Als nachgeborner Prinz war er
zuerst zum geistlichen Stande bestimmt und lebte
in Turin; später aber verließ er diesen ihm
wenig zusagenden Stand und trat zuerst in rus>
fische, dann in österreichische Dienste, in welch'
letzteren er als Feldmarsch all'Lieutenant im
Alter von 62 Jahren starb. Prinz Constantin
war mit Maria Gräfin von ölarhemberg ver» mält, welche als eifrige Katholikin und durch
ihr Wirken in dieser Richtung bekannt gewor-
den ist. — Kar l (geb. 174«, gest 1812),
Sohn des vorgenannten Landgrafen Cou-
stantin und vermalt (seit 1771) mit der
Prinzessin tichlenstmi, ist ein durch seine
Schicksale denkwĂĽrdiger Prinz, der zuletzt in
österreichische Dienste trat und in diesen als
Feldmarschall'3'ceutenant im Alter von 06 Iah»
ren starb.
L. Von der Sauptlinie Hessen >D arm stadt,
und zwar uon der 1) älteren Linie. Georg
(geb.23. April 1669. gest. l t . September 1703).
ein Sohn Ludwig's I I . Landgrafen von
HessM'Dcinnstadt (in der Reihe der Ludwige
des Hauscs Hessen ĂĽberhaupt Ludwig VI.),
aus dessen zweiter Ehe mit Elisabeth Do»
rothea Prinzessin von Sachsen'Gotha.
Georg trat zur römisch-katholischen Reli-
gion ĂĽber. Schon 169l war er Oberst eines
kaiserl. Kürassier»Regiments und focht in
Spanien zuerst fĂĽr die Sache Karl 's I I . ,
des letzten Habsburgers in Spanien, uno
dann fĂĽr Kar l I I I . nachlnaligen deutschen
Kaiser Kar l VI . Im Jahre 1697 verthei.
digte Georg Barcellona gegen Vendome,
war aber endlich, da d« versprochene Entsatz
nicht kam, gezwungen, es zu ĂĽbergeben. Am
4. August 1704 bemächtigte er sich Gibral<
tar's und vertheidigte heldcnmĂĽthig diesen
Posten im folgenden Jahre. Als König
Kar l I I I . von Spanien im Hafen von
Barcellona landete und unter Mitwirkung
der Bewohner das Fort Montjouy erstĂĽrmt
wurde, erhielt der tapfere Prinz, der sein
Leben der Sache Oesterreichs gewidmet hatte,
eine Wunde am rechten FuĂźe, welche durch
eingetretene Verblutung seinen Tod nach sich
zog. Bereits dem Tode nahe empfahl er dem
Lord Peterboruugh die gerechte Sache
des Hausrs Oesterreich in Spanien nicht zu
ucrlassm. ^ l6moiro8 ^ ^ ?orro. —
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2.) — Phil ipp (geb. 2l). Juli l671 gest.
12. August 17^6), auch ein Sohn des Land«
grasen Ludwig I I . aus dessm zweiter Ehe
und Bruder Georg's, trat auch 1693 zu
Brüssel zur römisch'katholischen Kirche über,
diente in der kaiserlichen Armee und st^rb
als kaiserl. General-Feldmarschall und Gene»
ral-Gouvcrneur von Mantua im Alter von
39 Jahren. Seine Gcmalin Muria Qjmjn,
Iosepljiiul Prinzessin von Cro^ gebar ihm zwei
Söhne, die Prinzen Joseph und Leopold.
Joseph (geb. 22. Jänner 1699, gest. 1768)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon