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Heuster 481 Seufler
Director der botanischen, Stotter zu
jenenl der mineralogischen Abtheilung
gewählt. Ein Ausflug im September
4839 in den Hauptftock der Oetzthaler
Gletscher gab Veranlassung zu den mit
Stotter, welcher den geognostischen
Theil bearbeitete, gemeinschaftlich veo
faßten „Geognostisch'botanischm Bemer-
kungen auf einer Reise durch Oetzthal
und Schnals" , in deren Anhang eine
ausführliche und quellenmäßige Ver
gleichung hinsichtlich des Unterschiedes
von Süd- und Nordtirol in der Ver-
breitung gewisser Pflanzenarten enthalten
ist. Der frühere Aufenthalt H.'s in Wien
wurde auch für das tirolische National-
museum von Nutzen. Das Herbar des
Museums, welches bisher nur aus einzel»
nen kleineren Sammlungen bestanden
hatte, wurde nach dem Muster deS Wie-
ner Hofcabinets angelegt, in zwei Haupt«
theile, ein tirolisches und ein allgemeines
Herbar, getheilt und binnen den drei Jah-
ren 1839—4342 von 4000 auf 48.000
Nummern gebracht. Gleichzeitig wurde
durch das freundliche Zusammenwirken
mehrerer Botaniker Tirols von Seite des
Ferdinandeums angefangen, von der
LandeSflora dreizehn gleiche Sammlungen
zu machen, von denen zwölf zur tausch»
weisen Versendung an die hervorragend»
sten botanischen Sammlungen Europa's
verwendet wurden. Vom Frühlinge 4842
bis in den Sommer 4843 hielt Heuf»
ler, der nach beendeten Studien in den
Staatsdienst getreten war, sich in Trient
auf und benutzte die Muße zu botanischen
Reisen in die umliegenden Gebirge,
insbesondere (1842) auf den Monte
Baldo. Als Franz Graf Stadion
Gouverneur im österreichisch. illyrischen
Küstenlande wurde, bat H. (4843) um
seine Uebersetzung dahin, und anläßlich
der Bewilligung dieses Gesuches faßte H. den Entschluß, dem Naturforscher
Franz Freiherrn Hausmann in Botzen,
welcher Muße, Liebe und Fähigkeiten
zur Verfassung einer Flora Tirols in
hohem Grade in sich vereinigte, die
sämmtlichen schriftlichen Materialien, die
H. in der Absicht, selbst eine solche Flora
zu schreiben, gesammelt hatte, mit Aus-
schluß der kryptogamischen Abtheilung,
zur Verfügung zu stellen, sein tirolisches
Herbar mit Ausschluß der Zellenpflanzen
dem Ferdinandeum als Geschenk zu wid«
men und Hausmann zur Verfassung
einer tirolischen Phanerogamenstora auf-
zufordern. Hausmann, welcher selbst
schon bedeutende Vorstudien und Samm-
lungen in dieser Richtung gemacht hatte,
brachte Heufler's Idee in der ihm
gewidmeten, 4834—4834 in Innsbruck
erschienenen, über hundert Druckbogen
starken „Flora von Tirol" , welche
die Gefäßpflanzen des Landes enthält,
zur Ausführung. Hausmann's Flora
ist eine treue Darstellung dieses wichtigen
Theiles der Naturschätze Tirols, vorzüg-
lich in geographischer Richtung, und kein
anderes Land des Kaiserthums Oester-
reich, Niederösterreich ausgenommen, des-
sen Flora Neilreich musterhaft beschrie-
ben, besitzt gegenwärtig ein solches Werk.
Im Jahre 4846 wurde H. zum k.k. Kreis,
commiffär in Istrien ernannt und versah
diese Stelle bis zum Frühlinge 4849. Die
in dieser Stellung erworbenen Landes»
kenntniffe setzten H. in die Lage, im Jahre
4848 und den darauffolgenden Jahren die
Interessen Istnens, welche mit dem inni-
gen Anschlüsse an Oesterreich zusammen
fallen, in mehreren publizistischen Auf-
sätzen zu erörtern, welche später mit
anderen ähnlichen Aufsätzen über Tirol
gesammelt im Drucke erschienen sind (die
Titel der wichtigeren Schriften H.'s fol«
gen weiter unten). Diese publizistischen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon