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Heyser 465 Ampel
unter seinen ihm mit aufrichtiger Liebe
ergebenen Zuhörern. Auch in Kronstadt
erinnerte man sich gerne seiner Kanzel»
vorträge, welche dcinn manche Kronstädter
auch in den entfernten Gemeinden Wol-
kendorf und Manenburg anzuhören und
sich in dieser Absicht dahin zu begeben
Gelegenheit suchten. So geschah es, daß
sein guter Ruf sich immer weiter verbreitete
und sogar bis in die Mauern der Residenz,
stadt Wien drang. I m Jahre 1828 wurde
er von der Wiener evangelischen Gemeinde
A. C. zu ihrem ersten Prediger gewählt
und, nachdem er diesem Berufe gefolgt
war und durch Gewissenhaftigkeit in Er-
füllung seiner Berufspstichten sich das
allgemeine Vertrauen erworben hatte,
von Allerhöchst Sr. Majestät Kaiser
Franz I. zum Superintendenten der
Augsburgischen Confessionsverwandten in
Inner» und Niederösterreich ernannt. Ein
gediegener Charakter, verbunden mit
dem humansten Benehmen, erwarb ihm
auch in dieser Stellung die Anerkennung,
welche überdieß auch de,r durch ihn be-
thätigte Amtseifer verdiente. Im Drucke
hat H. bei Lebzeiten herausgegeben:
„Panorama uun NmMlnnd", im 3. Bande
der siebenbürgischen Provinzialblatter,
herausgegeben vonI.F iltsch (Hermann-
stadt, 80.); — „Nie Kirchennerfasänng der
tnrsterchnm Siebenbürgen" (Wien 1836, 8".),
sehr günstig beurtheilt von Röhr, Brei»
schneider u. m. A. Nach seinem Tode
gab Joseph Trausch, ein gewesener
Schüler Heyser's. zum Vortheile der
durch einen großen Brand verunglückten
ehemaligen Kirchengemeinde Wolken»
dorf, in welcher H. vordem als Pfar«
rer gewirkt. mit einem, des Ver«
fassers Biographie enthaltenden Vor«
worte heraus: „Hans Nenkmr nnd die A>
.bendigbegrabene. Schauspiel in tunk Acten"
v. Wurzbach, biogr. Lerikon. VI I I . (Kronstadt, bei Johann Gott, kl. 8".),
mehrmals auf den Bühnen von Krön»
stadt, Hermannstadt und Pesth aufge»
führt. Seinem dichterischen Talente ver«
dankt man noch mehrere bisher wenig
bekannt gewordene Werke, welche noch
in Handschrift liegen, als: „Bathori und
Weiß. Ein Heldengedicht" (nach dem
Muster von3ucan'S„Pharsalia" verfaßt),
die Geschichte des
siebenbürgischen
Fürsten
Gabriel Ba thor i und des Kronstadter
Stadtrichters Michael Weiß behandelnd;
— „Memhard oder die Kreuzritter in
Burzenland. Schauspiel in 8Aufzügen";
— „Bela der Blinde. Trauerspiel"; —
„Die Schlacht auf dem Brodfelde (1479).
Schauspiel". H. starb in der oben ange»
führten Eigenschaft als Superintendent
zu Wien, im Alter von 63 Jahren.
Das Vorwort, welches I . Trausch dem fünf»
actigen Schauspiele: „Hanns Benkner und die
Lebmdigbegrabene" vorausgeschickt hat, ent»
hält Heysers Biographie. — Handschrift«
liche Mittheilungen von Ios. Trausch.
Nachtrag zu Seite 299.
Hempel, Joseph Ritter von (Maler,
geb. zu W ien 9. Februar 1800). Sohn
wohlhabender Eltern protestantischer Reli-
gion. Sein Vater, aus Stuttgart inWürt'
temberg, bekleidete am Hofe des Kaisers
Paul I. in Petersburg die Stelle, eines
Hoffouriers mit Oberstenrange und dem
russischen Erbadel. 1800 siedelte er mit
seiner zweiten Frau nach Wien über,
1803 erhob ihn Kaiser Franz, als deut»
scher Kaiser, in den Reichsritterstand.
Er starb 1811. Joseph, von drei Kin-
dern der einzige Sohn, wurde von seinem
9. bis 18. Jahre im Privatinstitute des
Gianastasio delRio in Wien erzogen.
Ein Besuch der kais. Bildergalerie im
, 23. April 1862.) 30
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon