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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8
Page - 469 -
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Page - 469 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Volume 8

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Hcmpel. 469 Hempel. Croatien; — „Ner h. Florian" (9' H — „Ner h. I°2rph" (7^ 'H . ) ; — „Nie h. Anna" (7l/I 'H.); — „Ner h. Anwins lilln Pndna" (4^ H.), alle vier Altarbilder für dieselbe Kirche; — „Himmelfahrt Mariens", Hochaltarbild für Manenbad (20' H.)'. — „,Frchlilrichnam5bM" für Ma- riahilf (3' H.). Dieses Verzeichniß kann zwar nicht auf Vollständigkeit Anspruch machen, aber von den bedeutenderen Arbeiten dürste keine übersehen worden sein. Der Herausgeber dieses Lexikons hat sich durch dritte Personen brieflich an den Künstler gewen« dct und um Nachrichten über seinen Bildungs- gang und seine Werke gebeten. Der Künstler erfüllte leider etwas zu spät — daher dieser Nachtrag — die Bitte, wofür ihm freundlichst gedankt sei. Es ist seit den bisher erschiene« ncn acht Bänden seines Lerikon6, welche über ein halbes Tausend Maler und Kupferstecher und viele darunter zum ersten Male enthal. tm, dieß der sechste Fall, daß er ein werthuolleö Materiale erhielt, durch welches ihm möglich wurde, eine kurzgefaßte und doch vollständige Künstlcrskizze zu verfassen. In allen anderen Fällen war er auf seine eigenen Aufzeichnun- gen angewiesen. Mit diesem Nachtrage berich' tigt sich somit von selbst die kurze Notiz in den Quellen zur Biographie von Hempel» Kürs inger.S 299^Nagler, Tschischka). — Hcmpcl als Proteftant spielte in der preu» ßischen Gesandtschaftöcapelle in Rom die Orgel. Im Jahre 1823 besuchte Konig W i l . Helm uon Preußen Rom. Er hatte in seinen Ländern bei dem Gottesdienste eine Liturgie eingeführt, welche sich dem katholischen Nitus nähert, deßhalb fand er unter der protestan« tischen Geistlichkeit hie und da Widerstand. Der damalige preußische Gesandte uon Nie« buhr war eben uon Nom abwesend und Le« gationssecretar Bunsen vertrat seine Stelle. Dieser kam mit Pastor Schmied er und Iul. Schnorr zu Hempel und ersuchte ihn, die Gesänge und Responsorien der neuen Liturgie einzustudiren, da sie den König im sonntäglichen Gottesdienste damit überraschen wollten. Dcr Konig, hocherfreut, ertheilte Bunsen Auszeichnungen und Hempel wurde gefragt ob er wohl gründlichen Un» terricht in der Kirchenmusik nehmen wolle. Als Lehrer sollte Ba in i gewonnen werden. Ba in i aber war kein Mann, welcher für Lectioneri bezahlt werden konnte; Monsignore, geheimer Archivar des Papstes, Director der Sirtinischen Capelle und im Rufe eines heilig» mäßigen Lebens erwarb er sich als Kirchen- musiker durch die Ergänzung der Char« Wochengesänge uonAllegri, Bai und Palästrina und durch seine eigene Composition eines Miserere, welches noch heutzutage neben denen der alicn Meister in der Sirtinischen Capelle aufgeführt wird, große Verdienste. Als man ihn frug, ob er einen Protestanten als Schüler annehmen wolle, gab er zur Antwort: „Guten Samen zu streuen ist meine größte Freude; liegt in ihm lebensfähiger Keim, so wird er gute Früchte bringen, wo er immer gedeihe". Der Unterricht begann, der bejahrt? ehrwürdige Priester entfaltete dem jungen Maler die wunderbaren Tiefen der Palästrinischen Musik, und es wurde ihm klar, daß sie aus Einer Quelle, wie die alte Malerei entsprang. Nie hatte Ba in i ein einziges polemisches Wort über Reli- gionsansichten gesprochen, nie den entfern- testen Bekehrungsversuch gemacht. Allzugroße geistige Anstrengung führte bei dem zu sehr erregten Jünglinge eine Abspannung her- bei, und man befürchtete eine Gehimkrank» heit. Sein Freund Kupelwiefer hatte be- reits Nom verlassen, da befiel ihn ein unbe» siegbares Heimweh und er kehrte ls23 auf einem Umweg über Deutschland nach Wien zurück. Noch immer Protestant, glaubte er, daß durch die Reformation die Wissenschaften gewonnen, daß sie aber keineswegs der Kunst Dienste geleistet hätte. Ec las, was er an philosophischen Werken auftreiben konnte, hörte die Vorlesungen Friedrich von Schle- gel's, besuchte viele Vortrage an der Univer' sität, machte den physikalischen und botani« schen Curs mit, und zugleich versäumte er keine Predigt des geistreichen Paters Veith. Im Jahre l«27 legte er in dessen Hände das katholische Glaubensuekenntnih ab. Von nun an war sein Ledensberuf als Maler biblischer Geschichten festgestellt, welchen er treulich noch in seinen alten Tagen übt. Ende des achtelt Bandes.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Volume 8
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hartmann-Heyser
Volume
8
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1862
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
514
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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