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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9
Page - 389 -
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Page - 389 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9

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Huebmer 389 Huebmer den Holzlieferungsvertrag ab, kraft wel- chem Huebmer in der Eigenschaft eines aräflich Hoyos'schen Schwemmmeisters installirt wurde. Laut dieses Vertrages übemahm Huebmer die Verpflichtung, alljährlich 14.000 Klafter Scheiter nach Wien zu stellen. Sofort trat Huebmer aus dem Dienste der Hauptgewerkschaft; der Unverstand freute sich, den Mann los geworden zu sein. in welchem das Amt eine Kapacität ohne Gleichen besaß. Aber was soll das arabische Pferd im Eselstalle? Mit dem Jahre 1803 beginnt nun jene gewaltige Thätigkeit Hueb» mer's, die ihm ein bleibendes Andenken seines Namens sichert. Hier übrigens kann nur des wichtigsten, was H. schuf und selbst dessen nur in aller Kürze gedacht werden, und zwar vor Allem des sogenannten Huebmer'schen Durch» schlags am Gschaid. Zum Verstand« nift in Kürze daS Folgende: Hat man von Reichenau aus das Höllenthal, die Naß und die wilde Prein durchwandert, so gelangt man in das Thal des Wald« bauers. Im Westen dieses Hochthales ragen nach rechts und links zwei machtige Kalkalpen in die Lüfte, der eine der 3ahnberg — 4734 Fuß hoch — der andere der Giupel — 3274 Fuß hoch — genannt. Dießseits dieses Geschaides — Wasserscheide — wurde das Holz von jeher gefallt, da der Preinbach die Gele- genheit zum Flößen bot' jenseits aber liegt der Urwald, welcher wegen der Steilheit der Einsattelung fast ganz unbe- nutzbar blieb. Befindet man sich auf dem Wege vom Waldbauer aufwärts noch ungefähr 200 Fuß unter dem Gschaide, so erblickt man im Näherkommen eine anscheinend unbedeutende künstliche Oeff. nung in dem Berge. Di.'fe ist gebaut und gestützt wie ein Stollen und aus ihr dringt eine Wasserriese, welche sich rasch in die Tiefe des dießseitigen Thales hinabsenkt. Neben der Riese zieht sich ^er Fußpfad in das Dunkel des Ganges, dessen fernes Ende wie ein kleiner Lich» punct erscheint. Das ist Hueb mer's Durchschlag, ein Felsenstollen von 227 Klaftern Länge, durch welchen er die jenseitigen Gewässer mit den dießseitigen vereinigte und somit seine Wasserriese genügend füllte, um das im Urwalde geschlagene Holz in jene Bäche zu leiten, mittelst welcken es dann, 20 Stunden weit und 3000 Fuß tiefer, nach Wiener Neustadt geschwemmt werden kann, von wo es in Schiffe geladen und auf dem Neustädtec Canale nach Wien geschafft wird. Vom Jahre 1811 bis zum Jahre 1527 bestand er den Kampf mit der Natur, den Elementen und den Verhält« nissen. Im Jahre 1813 hatten ungeheure Wassergüsse die ganze Schwemme, die er an der Schwarza errichten half, zu Grunde gerichtet und H. an den Bettel- stab gebracht. Die Holzknechte mit ihren Weibern und Kindern, die in seinem Dienste standen, waren daran, brotlos zu werden. Aber er, den sie ihren Vater nannten, verließ sie nicht. „Ihr bleibt Alle in meinem Dienste und euer Stück Brot soll nicht verkürzt werden, welche Entbehrungen ich mir auch selbst auf- erlegen muß". So aber, wie er gegen die Arbeiter es hielt, ebenso hielt es der Graf Hoyos gegen ihn. In den Stunden der Noth war der Graf für ihn der Helfer; mit adeligem Rittersinne. Hochherzigkeit und ungemessener Frei» gebigkeit stellte er dem in seinen Mitteln plötzlich so beschränkten Huebmer alle Summen zur Verfügung, welche es ermöglichten, die Schwemmanstalt so schnell als möglich wieder herzustellen. Später wieder, in den Jahren 1813 — 1817 hinderte ihn die eingetretene Theue»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Volume 9
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hibler-Hysel
Volume
9
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
518
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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